Ersatzautos erschlichen und verkauft: Frau (47) soll über zehn Garagen geschädigt haben

(Kanton Schwyz SZ). Die Kantonspolizei Schwyz hat Ende September eine 47-jährige Frau vorübergehend festgenommen.

Sie steht im Verdacht, bei mehreren Garagenbetrieben unter einem Vorwand Ersatzfahrzeuge erhalten und diese anschliessend weiterverkauft zu haben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorwurf: Ersatzfahrzeuge unter falschem Vorwand erhalten und weiterverkauft
  • Beschuldigte: 47-jährige serbische Staatsangehörige
  • Betroffene: Mutmasslich über zehn Garagenbetriebe
  • Vorgehen: Reparatur eines angeblich nicht fahrfähigen Autos angekündigt
  • Ersatzfahrzeuge: Nach der Übergabe mutmasslich weiterverkauft
  • Vermögensvorteil: Mehrere Tausend Franken
  • Festnahme: Ende September 2026, vorübergehend
  • Ermittlungen: Verdacht auf Veruntreuung, Urkundenfälschung und Diebstahl
  • Zuständig: Kantonspolizei Schwyz und Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz

Die Serbin kontaktierte in den vergangenen Monaten verschiedene Garagenbetriebe und erkundigte sich, ob ihr Fahrzeug repariert und ihr für die Dauer der Reparatur ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt werden könne. Dabei gab sie jeweils an, dass ihr eigenes Fahrzeug nicht mehr fahrfähig sei und später zur Reparatur in die Garage gebracht werde.

Nachdem ihr ein Ersatzfahrzeug übergeben worden war, blieb die angekündigte Lieferung ihres eigenen Fahrzeugs zur Reparatur jedoch aus. Stattdessen soll die Beschuldigte die erhaltenen Ersatzfahrzeuge jeweils weiterverkauft haben. Gegenüber den Garagenbetrieben machte sie anschliessend unterschiedliche Angaben zum Verbleib der Fahrzeuge.

Die Kantonspolizei Schwyz nahm die 47-Jährige aufgrund der eingegangenen Anzeigen und der anschliessenden Ermittlungen vorläufig fest. Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Frau mutmasslich bei über zehn Garagenbetrieben nach einem ähnlichen Muster vorgegangen war. Die von ihr erhaltenen Ersatzfahrzeuge soll sie jeweils weiterverkauft und sich dadurch mehrere Tausend Franken verschafft haben.

Die Ermittlungen der Kantonspolizei Schwyz unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz dauern an. Im Vordergrund stehen dabei die Verdachtsmomente der Veruntreuung, Urkundenfälschung und des Diebstahls.

Polizei.news informiert | Schutz vor Fahrzeugbetrug

Ersatzwagen sicher übergeben: Fünf Kontrollen für Garagenbetriebe

Die Übergabe eines Ersatzfahrzeugs ist ein Vertrauensgeschäft. Klare Abläufe helfen Garagenbetrieben, Missbrauch zu erschweren und Fahrzeuge besser abzusichern.

1. Identität und Fahrberechtigung prüfen: Vor der Übergabe einen gültigen amtlichen Ausweis und den erforderlichen Führerausweis kontrollieren. Die Prüfung gemäss den betrieblichen Vorgaben dokumentieren.

2. Schriftlichen Übernahmevertrag abschliessen: Fahrzeugdaten, Übergabezeitpunkt, Rückgabetermin, Kilometerstand und Haftungsbedingungen eindeutig festhalten.

3. Reparaturauftrag nachvollziehbar erfassen: Angaben zum Kundenfahrzeug, zur geplanten Reparatur und zum vereinbarten Werkstatttermin dokumentieren.

4. Rückgabe aktiv überwachen: Ausstehende Rückgaben zeitnah abklären. Ungewöhnliche Verzögerungen oder widersprüchliche Angaben sollten intern überprüft werden.

5. Bei Verdacht Belege sichern: Verträge, Korrespondenz und Fahrzeugunterlagen aufbewahren. Bei einem konkreten Verdacht auf eine Straftat die Polizei informieren.

Zusätzlicher Tipp: Einheitliche Übergabe-Checklisten und klar geregelte Zuständigkeiten helfen auch dann, wenn verschiedene Mitarbeitende Ersatzfahrzeuge ausgeben.

 

Quelle: Kantonspolizei Schwyz
Bildquelle: Symbolbild © Gabrijelagal/iStock.com