Healthy Buildings Barometer 2024: Gebäude, Gesundheit und Wohlbefinden

Seit 2015 veröffentlicht Velux jährlich das „Healthy Homes Barometer“: eine Untersuchung, die den Wohnungszustand in Europa erfasst. 2024 erscheint die Studie neu unter dem Namen „Healthy Buildings Barometer“ und untersucht anhand von fünf Dimensionen die Auswirkungen von Gebäuden auf die Gesundheit von Nutzern und das Klima.

Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der Gesundheit, Nachhaltigkeit und Resilienz integriert, kann den Herausforderungen im Gebäudesektor begegnen. Zu diesem Ergebnis kommt das Healthy Buildings Barometer 2024, das vom Buildings Performance Institute Europe (BPIE) im Auftrag der Velux Gruppe durchgeführt wurde.



Die Studie betont die Dringlichkeit, gesunde Gebäude in den politischen Fokus zu rücken, und formuliert Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft. Denn: „Wir verbringen bis zu 90 % unserer Zeit in Gebäuden, sei es in Schulen, im Büro oder zu Hause. Daher ist es unumgänglich, ein gesundes Raumklima zu schaffen, das sich positiv auf unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und auf das Klima auswirkt“, sagt Sandro Beccari, Geschäftsführer von Velux Schweiz.

Das Healthy Buildings Barometer (HBB) liefert zum ersten Mal eine holistische Definition eines gesunden Gebäudes, die anhand eines Frameworks aus fünf Dimensionen die Auswirkungen von Gebäuden auf die Gesundheit von Nutzern einerseits und Auswirkungen auf das Klima andererseits miteinander verbindet und Wechselwirkungen betrachtet. Im Zuge der Studie betonen BPIE und Velux die Dringlichkeit, gesunde Gebäude in den politischen Fokus zu rücken, und formulieren Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft. Ziel ist es, Gebäude für alle Menschen zu fördern, die sich positiv auf Gesundheit, Umwelt und Klimaschutz auswirken.

Denn unzureichende Dämmung, mangelnde Anpassung an extreme Temperaturen und schlechte Raumluftqualität können zu ernstzunehmenden Gesundheitsproblemen führen. Gerade Tageslicht und Frischluft haben einen enormen Einfluss auf die Gesundheit, denn unzureichend gelüftete Gebäude sind anfällig für Feuchtigkeit und Schimmelbildung, während Tageslicht sich bekanntermassen positiv auf unsere Stimmung auswirkt, unseren Hormonhaushalt steuert und damit indirekt auch die Anzahl der Krankheitstage verringern kann.


Das Healthy Buildings Framework bietet eine ganzheitliche Definition mit fünf ineinandergreifenden Dimensionen für gesunde Gebäude: 1) Verbesserung psychischer und physischer Gesundheit, 2) Menschliche Bedürfnisse im Fokus, 3) Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften, 4) Resilienz und Flexibilität und 5) Menschen durch Wissen befähigen. Grafik: Velux

Tageslicht und Frischluft als zentrales Element bei der Raumgestaltung

Die erste Dimension „Verbesserung der psychischen und physischen Gesundheit“ beschäftigt sich unter anderem mit den Faktoren Tageslicht und Innenraumluftqualität. Das HBB zeigt auf, dass rund 30 Millionen Personen in Europa in Gebäuden mit einem Mangel an Tageslicht leben.

In der Schweiz beträgt der Anteil der Personen, die ihr Zuhause als zu dunkel beurteilen 7,3 %. Zum Vergleich: 2019 betrug dieser Anteil noch 5,8 %. In Europa sind hingegen mehr als 6,5 % der Haushalte von unzureichendem Tageslicht in ihrem Zuhause betroffen. Tageslicht und Beleuchtung zu optimieren ist daher essenziell, um den visuellen Komfort der Nutzer von Gebäuden in ihrem Alltag sicherzustellen.

Tageslichtquellen sorgen für deutlich hellere Wohnräume und ein optimales Innenraumklima. Das Licht der Sonne hat aber nicht nur einen starken Einfluss auf unsere Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern auch auf unsere Leistungsfähigkeit.

Das natürliche Licht steigert die Aktivität vieler Hirnbereiche, schont das Auge und reduziert den Bedarf an künstlichem Licht. Und steht zudem kostenlos und ohne energetischen Aufwand zur Verfügung. Daher ist die frühzeitige und überlegte Planung von Tageslichtquellen ein wichtiger Bestandteil von Bauprojekten.

Zukunft abhängig von Fachkräften

Mit dem Healthy Buildings Barometer beobachtet Velux den Zustand europäischer Wohngebäude bereits seit fast zehn Jahren. Und die Daten zeigen auf, dass sowohl auf EU-Ebene, als auch auf nationaler Ebene in der Schweiz dringend Massnahmen ergriffen werden müssen, um gesunde Gebäude zu schaffen. Der Gebäudebestand muss leistungsstärker und gesünder werden, wobei die signifikante Steigerung der Sanierungsquote helfen würde.

Diese liegt aktuell in der EU bei durchschnittlich 0,2 %, in der Schweiz bei etwa 1 %. Um das nationale Netto-Null-Ziel jedoch zu erreichen, wäre eine Quote zwischen zwei und drei Prozent jedoch notwendig. Eine Verbesserung der Sanierungsrate ist jedoch auch stark abhängig von einer grösseren Anzahl an Fachkräften, die in der Schweiz seit Jahren stagnieren.

Denn die Anzahl der Fachkräfte, die den Wandel des Gebäudesektors vorantreiben könnten, stagniert in den letzten Jahren. So lag die Anzahl der Absolventen im Bereich Architektur und Baugewerbe in der Schweiz drei Jahre in Folge bei etwa 4’600 Personen. Menschen spielen beim Entwurf und Bau gesunder Gebäude die entscheidende Rolle.

Um die Herausforderungen, die mit der Transformation des Gebäudebestands, dessen Energieversorgung und urbanen Lebensräumen im weitesten Sinne einhergehen, zu bewältigen, sind entsprechendes Wissen und Fähigkeiten notwendig.

Ein zusätzlicher positiver Nebeneffekt nachhaltiger Sanierungsmassnahmen sind damit verbundene Kosteneinsparungen in der Zukunft: Durch effizientere Wärmedämmung kann bei Gebäuden der Energieaufwand um 44 % reduziert werden.

Investitionen in eine gesundheitsfördernde Renovierung zahlen sich gleich doppelt aus: Durchschnittlich können 20 % der Aufwendungen für gesundheitsfördernde Renovierungen durch reduzierte Kosten für psychische Gesundheit wieder reingeholt werden. Durch die positive Wirkung auf die allgemeine Gesundheit bringen sie zudem einen Return on Investment von 75 %.

 

Quelle: Velux Deutschland, Österreich & Schweiz
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © Pixel-Shot/Shutterstock.com;  Bild 2: => Symbolbild © sirtravelalot/Shutterstock.com; Bild 3: => Velux

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