Zwei Festnahmen nach Halsketten-Trick – Polizei warnt nach rund 20 ähnlichen Fällen

(Kanton Zug). Die Zuger Polizei hat zwei Personen angehalten und vorläufig festgenommen.

Sie stehen im Verdacht, mit Trickdiebstählen in Verbindung zu stehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Festnahmen: Eine 31-jährige Frau und ein 32-jähriger Mann
  • Vorwurf: Zusammenhang mit Trickdiebstählen
  • Vorgehen: Nähe suchen, Umarmungen oder Küsse vortäuschen und Halsketten entwenden
  • Kontakte: Frau sprach innerhalb kurzer Zeit mehr als 20 ältere Männer an
  • Fälle: Seit Anfang September rund 20 ähnliche Ereignisse im Kanton Zug
  • Verfahren: Beide Tatverdächtigen der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zugeführt
  • Polizei: Rasche Meldung über 117 erhöht die Chance auf eine Anhaltung in Tatortnähe

Seit Anfang September wurden der Zuger Polizei rund 20 ähnliche Ereignisse im ganzen Kanton gemeldet. Die Polizei warnt erneut vor der Masche.

Am Dienstagabend (6. Oktober 2026) beobachteten zivile Einsatzkräfte der Zuger Polizei in der Gemeinde Baar und in der Stadt Zug eine Frau, die innerhalb kurzer Zeit mehr als 20 ältere Männer ansprach. Dabei kam sie ihnen teilweise sehr nahe, umarmte sie oder küsste sie auf die Wange. Bei einem dieser Kontakte versuchte sie, einem Mann seine Goldhalskette zu entwenden. Dem Geschädigten gelang es jedoch, die Kette wieder an sich zu nehmen. Die Frau wurde daraufhin festgenommen. Wenig später wurde auch ein Mann festgenommen, bei dem der Verdacht auf eine Beteiligung an Trickdiebstählen besteht.

Bei den tatverdächtigen Personen handelt es sich um rumänische Staatsangehörige im Alter von 31 und 32 Jahren. Sie wurden der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zugeführt.

Zuger Polizei ruft zu erhöhter Vorsicht auf

Bereits Ende September hatte die Zuger Polizei vor einer Häufung von Halskettendiebstählen in der Region Ennetsee gewarnt. Mittlerweile hat sich das Phänomen auf den gesamten Kanton ausgeweitet. Seit Anfang September wurden der Zuger Polizei rund 20 Ereignisse mit einem ähnlichen Vorgehensmuster gemeldet.

Die Täterschaft sucht dabei gezielt die Nähe zu ihren Opfern, die mehrheitlich im Seniorenalter sind. Die Betroffenen werden beispielsweise aus einem Fahrzeug heraus oder zu Fuss angesprochen, umarmt oder anderweitig körperlich abgelenkt. Teilweise wird ihnen angeblicher Schmuck umgelegt. Währenddessen versucht die Täterschaft, die echte Halskette unbemerkt zu lösen und zu entwenden.

Die Zuger Polizei warnt erneut eindringlich vor dieser Vorgehensweise und empfiehlt:

  • Halten Sie gegenüber unbekannten Personen ausreichend Abstand.
  • Lassen Sie sich von fremden Personen nicht umarmen und keinen Schmuck umlegen.
  • Lassen Sie sich nicht durch aufdringliches Verhalten, Fragen oder vermeintliche Hilfsangebote ablenken.
  • Beenden Sie Gespräche konsequent, wenn Ihnen eine Situation unangenehm oder verdächtig erscheint.
  • Informieren Sie auch ältere Angehörige und Bekannte über diese Betrugs- und Diebstahlsmasche.

Besonders wichtig ist eine rasche Meldung an die Polizei (Notrufnummer 117). Je früher diese erfolgt, desto grösser ist die Chance, tatverdächtige Personen noch in der Nähe anzuhalten.


Polizei.news informiert

📈 Von mindestens sechs auf rund 20 Meldungen

Als die Zuger Polizei am 24. September erstmals vor der aktuellen Halsketten-Masche warnte, waren seit Anfang September mindestens sechs entsprechende Meldungen bekannt. Damals konzentrierten sich die Fälle vor allem auf Cham, Steinhausen und Hünenberg.

Nun spricht die Polizei von rund 20 Ereignissen im gesamten Kanton. Damit hat sich nicht nur die Zahl der gemeldeten Fälle deutlich erhöht – auch das betroffene Gebiet hat sich ausgeweitet.

Auffällig bleibt das gleiche Muster: Die Täterschaft sucht gezielt körperliche Nähe, lenkt die Betroffenen ab und versucht dabei, echten Schmuck unbemerkt zu lösen. Gerade deshalb ist Distanz zu aufdringlichen Unbekannten der wichtigste Schutz.


 

Quelle: Zuger Polizei/ Polizei.news
Bildquelle: Symbolbild © Zuger Polizei