Ronaldo vor Al-Nassr-Beteiligung – RedBird plant Millionen-Einstieg
von belmedia Redaktion Allgemein Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Übersee Ⳇ Verbreitung
Der Eigentümer der AC Milan, Gerry Cardinale, hat Cristiano Ronaldos Klub Al-Nassr im Blick. Seine Investmentgesellschaft RedBird Capital Partners spricht mit dem saudischen Staatsfonds PIF über den Kauf von 70 Prozent des Vereins. Im Raum steht ein Preis von einer Milliarde Saudi-Riyal, umgerechnet rund 221 Millionen Franken. Ronaldo selbst könnte künftig 20 Prozent der Anteile halten.
Die Gespräche laufen bereits seit Wochen. Mindestens zweimal haben Vertreter von RedBird und PIF über einen Einstieg verhandelt. Gleichzeitig soll die Bilanz von Al-Nassr durch neue Sponsoringvereinbarungen um Verbindlichkeiten von 800 Millionen Riyal – rund 177 Millionen Franken – entlastet werden. Die Gespräche befinden sich noch in einer frühen Phase.
Der mögliche Besitzerwechsel zeigt, wie stark sich der saudische Klubfussball wandelt: Nach Jahren staatlich finanzierter Startransfers sollen private Investoren mehr Verantwortung übernehmen. Für Schweizer Fussballinteressierte ist insbesondere die Frage spannend, ob Ronaldo seine weltweite Bekanntheit künftig nicht nur als Spieler, sondern auch als Eigentümer eines Vereins vermarkten wird.
Mindestens zwei Treffen mit dem Staatsfonds
Vertreter von RedBird haben sich bereits mindestens zweimal mit dem PIF getroffen. Das Konsortium soll für eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent rund eine Milliarde Riyal aufbringen. Neben Cardinale kommt auch die saudische Medien- und Sportfirma Saudi Media Company als Partner infrage.
Die genaue Verteilung der Anteile wird noch verhandelt. Der geplante Ronaldo-Anteil von 20 Prozent ist daher nicht einfach mit der Beteiligung des Konsortiums gleichzusetzen.
Warum zuerst 177 Millionen Franken Schulden verschwinden sollen
Ein entscheidender Teil der Verhandlungen spielt sich abseits des Fussballplatzes ab. Al-Nassr hat Verbindlichkeiten von rund 800 Millionen Riyal angehäuft. Der Staatsfonds will Unternehmen aus seinem Beteiligungsportfolio für Sponsoringvereinbarungen gewinnen, damit der Klub finanziell besser aufgestellt ist.
Das ist entscheidend: Neben dem Anteilskauf muss ein Investor auch den teuren Spielbetrieb finanzieren. Ein schuldenbelasteter Klub ist deshalb wirtschaftlich weniger attraktiv als ein Verein mit verlässlichen Einnahmen.
Ronaldo könnte vom Superstar zum Mitbesitzer werden
Cristiano Ronaldo prägt Al-Nassr seit seinem Wechsel nach Saudi-Arabien Ende 2022. Der 41-Jährige ist das internationale Aushängeschild des Vereins. Mit einer möglichen Beteiligung von 20 Prozent würde sich seine Rolle grundlegend verändern.
Der Portugiese kennt solche Investitionen bereits: Über seine Gesellschaft CR7 Sports erwarb er 2026 einen Anteil von 25 Prozent am spanischen Zweitligisten UD Almería. Ein Einstieg bei Al-Nassr könnte seine sportliche und wirtschaftliche Zukunft auch nach dem Karriereende verbinden.
RedBird denkt längst über die AC Milan hinaus
Gerry Cardinale übernahm mit RedBird 2022 die AC Milan. Zum internationalen Portfolio gehört auch Toulouse in Frankreich. Al-Nassr würde das Fussballgeschäft nun in den Nahen Osten erweitern. Gemeinsame Vermarktung und zusätzliche Geschäftspartner könnten für den Investor wichtiger sein als kurzfristige sportliche Erträge.
Allerdings bleibt die Abhängigkeit von prominenten Spielern eine Herausforderung. Ein international bekannter Name garantiert weder profitable Einnahmen noch dauerhaften sportlichen Erfolg. Beim 1:1 von Al-Nassr gegen Al-Khaleej im September zeigte sich, dass auch Ronaldos Team sportlich Rückschläge erlebt.
Saudi-Arabien privatisiert seine Spitzenklubs
Der geplante Verkauf passt zur staatlichen Strategie, Fussballvereine stärker durch private Investoren finanzieren zu lassen. Ein vergleichbares Geschäft ist bereits abgeschlossen: Im September übernahm Kingdom Holding 70 Prozent von Al-Hilal für 840 Millionen Riyal.
Für Al-Nassr steht damit eine richtungsweisende Entscheidung bevor. Gelingt der Einstieg von RedBird, könnte Ronaldo nicht nur Tore für den Klub schiessen, sondern dessen wirtschaftliche Zukunft mitgestalten.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert