(Sitten VS). Im Oktober 2026 registrierte die Kantonspolizei Wallis auf den Strassen des Kantons drei Raserdelikte, darunter eines im Bereich einer Autobahnbaustelle.
Zudem wurde in Saint-Maurice ein Lastwagen mit einem manipulierten Abgasreinigungssystem angehalten. Seit Jahresbeginn wurden im Wallis insgesamt 33 Raserdelikte verzeichnet.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Bilanz: Drei Raserdelikte und eine AdBlue-Manipulation.
- Seit Jahresbeginn: Insgesamt 33 Raserdelikte im Kanton Wallis registriert.
- Autobahn A9: Ein 29-jähriger Franzose wurde im Baustellenbereich mit 155 statt 80 km/h gemessen.
- Niedergesteln: Ein 36-jähriger Franzose wurde mit 146 statt 80 km/h erfasst. Die Datumsangabe im Original ist widersprüchlich.
- Saxon: Ein 52-jähriger Schweizer fuhr mit 130 statt 60 km/h.
- Konsequenzen: Alle drei Lenker wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt sowie bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
- Angedrohte Strafen: Insbesondere bis zu vier Jahre Freiheitsstrafe und mindestens zwei Jahre Führerausweisentzug.
- Schwerverkehrskontrolle: In Saint-Maurice wurde eine in Italien immatrikulierte Fahrzeugkombination überprüft.
- Lastwagenlenker: 42-jähriger rumänischer Staatsangehöriger.
- Manipulation: Die Steuerung des Abgasreinigungssystems war verändert worden.
- Sanktionen: Insgesamt knapp 10’000 Franken im Zusammenhang mit der Abgasmanipulation.
- Weiterfahrt: Nach Wiederherstellung des vorschriftsgemässen Zustands erlaubt.
Drei Raserdelikte und eine AdBlue-Manipulation im Oktober
Franzose mit 155 km/h in Autobahnbaustelle gemessen
Am Montag, 5. Oktober 2026, kurz vor 11 Uhr, wurde ein 29-jähriger französischer Automobilist mit einer Geschwindigkeit von 155 km/h auf einem auf 80 km/h begrenzten Streckenabschnitt gemessen. Der Vorfall ereignete sich auf der Autobahn A9 zwischen den Anschlüssen Siders-West und Sitten-Ost im Bereich einer Baustelle.
Die Kantonspolizei Wallis erinnert daran, dass die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen insbesondere im Bereich von Strassenbaustellen von grosser Bedeutung ist. Die mit Unterhalts- und Strassenbauarbeiten betrauten Personen sind regelmässig in unmittelbarer Nähe des fliessenden Verkehrs tätig und dadurch erheblichen Gefahren ausgesetzt.
Weiterer Franzose mit 146 statt 80 km/h erfasst
Am Samstag, 10. November 2026, kurz nach 15.30 Uhr, wurde ein 36-jähriger französischer Automobilist auf der Kantonsstrasse in Niedergesteln mit einer Geschwindigkeit von 146 km/h anstelle der erlaubten 80 km/h erfasst.
Schweizer fährt mit 130 statt 60 km/h
Am Freitag, 16. Oktober 2026, kurz nach 18 Uhr, wurde ein 52-jähriger Schweizer Automobilist auf dem Chemin des Îles in Saxon mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h auf einem auf 60 km/h begrenzten Streckenabschnitt registriert.
Bis zu vier Jahre Freiheitsstrafe und mindestens zwei Jahre Führerausweisentzug
Die drei Fahrzeuglenker wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt sowie bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Ihnen drohen insbesondere eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren sowie ein Führerausweisentzug von mindestens zwei Jahren.
Saint-Maurice: Manipuliertes Abgasreinigungssystem bei einem Lastwagen festgestellt
Am Dienstag, 6. Oktober 2026, kurz nach 9 Uhr, hielten die Mitarbeitenden des Schwerverkehrskompetenzzentrums in Saint-Maurice eine in Italien immatrikulierte Fahrzeugkombination an. Diese wurde von einem 42-jährigen rumänischen Staatsangehörigen gelenkt.
Bei der technischen Überprüfung stellten die Einsatzkräfte eine Manipulation an der Steuerung des Abgasreinigungssystems fest. Dadurch konnte der Lastwagen betrieben werden, ohne dass das Abgasreinigungssystem vorschriftsgemäss funktionierte.
Solche Manipulationen können insbesondere die normalerweise vorgesehene Leistungsreduzierung ausser Kraft setzen, wenn das AdBlue-System eine Störung aufweist oder der entsprechende Tank leer ist. Dadurch wird die Wirksamkeit des Systems zur Reduktion der Schadstoffemissionen beeinträchtigt.
Knapp 10’000 Franken Sanktionen wegen Abgasmanipulation
Der Fahrzeuglenker sowie der Verantwortliche des Unternehmens wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt angezeigt. Die ausgesprochenen Sanktionen belaufen sich insgesamt auf knapp 10’000 Franken.
Nach der Wiederherstellung des vorschriftsgemässen Zustands durfte die Fahrt fortgesetzt werden.
Quelle: Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis / Kantonspolizei Wallis
Bildquelle: Kapo Wallis
Polizei.news | Verkehrssicherheit und Fahrzeugtechnik
Raserdelikte und AdBlue-Manipulationen: Was Fahrzeuglenkende wissen sollten
Überhöhte Geschwindigkeit und technische Veränderungen an Fahrzeugen unterliegen in der Schweiz strengen gesetzlichen Regeln. Besonders schwerwiegende Geschwindigkeitsüberschreitungen können strafrechtliche Folgen haben. Auch Eingriffe in die Abgasreinigung eines Fahrzeugs sind rechtlich relevant. Die wichtigsten Hintergründe im Überblick.
1. Wann liegt in der Schweiz ein Raserdelikt vor?
Das Strassenverkehrsgesetz legt besonders schwere Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung liegt grundsätzlich bei folgenden Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vor:
- Mindestens 40 km/h bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
- Mindestens 50 km/h bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
- Mindestens 60 km/h bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
- Mindestens 80 km/h bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 80 km/h.
Für die rechtliche Beurteilung gelten die massgebenden Messwerte und die gesetzlichen Voraussetzungen. Ob die Voraussetzungen eines Raserdelikts im konkreten Einzelfall erfüllt sind, entscheiden die zuständigen Behörden.
2. Warum Tempolimiten bei Baustellen besonders wichtig sind
Autobahnbaustellen können schmalere Fahrstreifen, veränderte Verkehrsführungen und reduzierte Sicherheitsabstände aufweisen. Zudem arbeiten teilweise Menschen in unmittelbarer Nähe der befahrenen Spuren.
Eine reduzierte Tempolimite dient deshalb nicht nur der Verkehrslenkung. Sie trägt dazu bei, dass Fahrzeuglenkende auf Hindernisse und unerwartete Situationen rechtzeitig reagieren können. Beachten Sie stets die temporäre Signalisation, auch wenn gerade keine Bauarbeiten sichtbar sind.
3. Welche Folgen kann ein Raserdelikt haben?
Besonders schwere Geschwindigkeitsüberschreitungen können zu einem Strafverfahren und zum Entzug des Führerausweises führen. Bei qualifiziert groben Verkehrsregelverletzungen sieht das Gesetz grundsätzlich eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren vor.
Auch die administrativen Massnahmen können erheblich sein. Die konkrete Dauer eines Führerausweisentzugs und die strafrechtlichen Folgen hängen von den gesetzlichen Voraussetzungen und der Beurteilung des Einzelfalls ab.
4. Wozu dient AdBlue bei Dieselfahrzeugen?
AdBlue ist eine Harnstofflösung, die bei vielen modernen Dieselfahrzeugen zur Abgasnachbehandlung eingesetzt wird. Sie wird in den Abgasstrom dosiert und unterstützt im sogenannten SCR-Katalysator die Umwandlung von Stickoxiden.
Das System dient dazu, die Emissionen gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe zu reduzieren. AdBlue wird nicht dem Dieseltreibstoff beigemischt, sondern in einen separaten Tank gefüllt.
5. Warum Veränderungen an der Abgasreinigung problematisch sind
Die Abgasreinigung ist ein Bestandteil der technischen Fahrzeugzulassung. Wird ihre Funktion durch unzulässige Softwareänderungen oder zusätzliche elektronische Geräte verändert, kann das Fahrzeug die vorgeschriebenen Emissionsanforderungen nicht mehr erfüllen.
Solche Eingriffe können rechtliche und finanzielle Konsequenzen haben. Bei technischen Problemen mit der Abgasnachbehandlung sollte das Fahrzeug fachgerecht diagnostiziert und repariert werden, statt die Überwachungs- oder Schutzfunktionen zu umgehen.
6. So lassen sich Probleme mit dem AdBlue-System vermeiden
Moderne Fahrzeuge überwachen den Füllstand und die Funktion der Abgasnachbehandlung elektronisch. Warnanzeigen im Cockpit sollten frühzeitig beachtet werden.
Verwenden Sie ausschliesslich eine für das Fahrzeug geeignete AdBlue-Lösung, beachten Sie die Herstellerangaben und lassen Sie Fehlermeldungen in einer qualifizierten Werkstatt abklären. Insbesondere bei gewerblich eingesetzten Lastwagen ist eine sorgfältige Wartungsplanung hilfreich.
Gut zu wissen: Die Geschwindigkeit beeinflusst den Anhalteweg erheblich. Während sich der Reaktionsweg ungefähr proportional zur Geschwindigkeit verlängert, wächst der Bremsweg unter vergleichbaren Bedingungen näherungsweise mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Eine deutlich höhere Geschwindigkeit kann daher wesentlich längere Anhaltewege zur Folge haben.
Praktischer Tipp: Nutzen Sie bei längeren Fahrten die Geschwindigkeitsanzeige und einen vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzer bewusst. Bei Fahrzeugen mit AdBlue-System lohnt es sich, den Füllstand regelmässig zu prüfen und Warnmeldungen frühzeitig beheben zu lassen.
Weitere Informationen: Aktuelle Informationen zu Autobahnen, Strassenverkehr und Verkehrsbehinderungen finden Sie auf Autobahn-News.
Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion