Brig VS: Türke (64) nach Trickdiebstahl gefasst – mindestens 15 Fälle zugeordnet

In den vergangenen Wochen wurden der Kantonspolizei Wallis im Oberwallis mehrere Trickdiebstähle und entsprechende Versuche gemeldet.

Die Täterschaften gingen dabei mit unterschiedlichen Maschen vor. Die Kantonspolizei ruft die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.

Am 17. Juli 2026 wurde in Brig ein 64-jähriger türkischer Staatsangehöriger festgenommen, nachdem er versucht hatte, einen 87-jährigen Mann mittels einer vorgetäuschten Bekanntschaft um Geld zu bringen.

Durch die getätigten Ermittlungen konnten dem mutmasslichen Täter in den vergangenen fünf Jahren in der Region Brig und Visp insgesamt mindestens 15 Fälle mit derselben Vorgehensweise zugeordnet werden.

Dabei soll er ältere Personen getäuscht, bestohlen oder dies zumindest versucht haben. Er sprach die Geschädigten teilweise mit deren Vornamen an, erweckte den Eindruck, sie persönlich zu kennen und bat sie anschliessend unter verschiedenen Vorwänden um Geld. Mehrere der angesprochenen Personen liessen sich dadurch überrumpeln und übergaben dem Mann Geld.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Weitere Fälle Ende August

Unabhängig davon wurden Ende August 2026 im Oberwallis sechs weitere Fälle mit einer anderen Vorgehensweise gemeldet.

Eine bislang unbekannte Täterschaft erkundigte sich bei Passantinnen und Passanten nach dem Weg zum Spital. Anschliessend bedankte sie sich überschwänglich, suchte den körperlichen Kontakt und legte den angesprochenen Personen Schmuck an oder steckte ihnen Geldnoten zu. Dabei entwendete sie unbemerkt den von den Geschädigten getragenen Schmuck.

Die Täterschaft ist derzeit flüchtig. Die Ermittlungen sind im Gange. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht zwischen den beiden Fallserien kein Zusammenhang.

Unterschiedliche Maschen – dasselbe Prinzip

Die Vorgehensweisen von Trickdieben können sehr unterschiedlich sein. Mal geben sie sich als Bekannte aus, mal bitten sie um Hilfe oder nutzen eine scheinbar harmlose Alltagssituation, um mit ihrem Opfer ins Gespräch zu kommen. Andere suchen bewusst körperliche Nähe.

Das Ziel ist jedoch häufig dasselbe: Die Opfer sollen abgelenkt, getäuscht oder überrumpelt werden, damit die Täterschaft an Geld oder Wertsachen gelangt.

So schützen Sie sich

Die Kantonspolizei Wallis empfiehlt:

  • Seien Sie aufmerksam, wenn unbekannte Personen Sie ansprechen oder vorgeben, Sie zu kennen.
  • Lassen Sie sich nicht ablenken oder unter Druck setzen und halten Sie gegenüber unbekannten Personen genügend Abstand.
  • Übergeben Sie unbekannten Personen kein Geld und lassen Sie sich keinen Schmuck oder andere Gegenstände anlegen.
  • Tragen Sie möglichst wenig Bargeld und Wertsachen bei sich und bewahren Sie diese körpernah, vorzugsweise in verschliessbaren Innentaschen, auf.
  • Lassen Sie Taschen und Gepäck nicht unbeaufsichtigt und tragen Sie diese insbesondere im Gedränge geschlossen auf der Körpervorderseite.
  • Lassen Sie unbekannte Personen nicht ohne Weiteres in Ihre Wohnung. Bestehen Zweifel an einer angeblichen Funktion oder einem Auftrag, überprüfen Sie die Angaben selbständig.
  • Melden Sie vollendete und versuchte Trickdiebstähle der Polizei. Meldungen helfen, aktuelle Vorgehensweisen und örtliche Häufungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Präventionsmassnahmen zu treffen.

Im Verdachtsfall: Polizei verständigen

Wer Opfer eines Trickdiebstahls geworden ist oder verdächtige Beobachtungen macht, wird gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden. In dringenden Fällen ist die Kantonspolizei über die Notrufnummer 117 erreichbar.

 

Quelle: Kantonspolizei Wallis
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei Wallis