Michelle Gisin (32) beendet Karriere – Abschied einer zweifachen Olympiasiegerin

Michelle Gisin beendet mit 32 Jahren ihre Karriere im alpinen Skisport. Die zweifache Olympiasiegerin gab ihren Rücktritt am Dienstag, 3. November 2026, auf dem Titlis bei Engelberg bekannt. Fast elf Monate nach ihrem schweren Trainingssturz in St. Moritz verzichtet die Obwaldnerin auf eine Rückkehr in den Weltcup.

Am 11. Dezember 2025 war Gisin im zweiten Training zur Weltcup-Abfahrt von St. Moritz gestürzt. Sie verletzte sich unter anderem an der Halswirbelsäule, am Handgelenk und am linken Knie und musste mehrfach operiert werden. Sie entging nur knapp einer Querschnittlähmung.

Swiss-Ski verliert eine vielseitige Athletin. Sie gewann zweimal olympisches Gold in der Kombination, holte eine weitere Olympiamedaille und stand in allen fünf damaligen Weltcupdisziplinen auf dem Podest. Bei der Heim-WM 2027 übernimmt sie eine neue Rolle.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Rücktritt: Michelle Gisin beendet ihre Karriere am 3. November 2026.
Verletzung: Schwerer Trainingssturz in St. Moritz am 11. Dezember 2025.
Olympia: Zweimal Gold in der Kombination und einmal Bronze im Super-G.
Weltcup: 291 Starts, 21 Einzelpodestplätze, ein Einzelsieg.
Ausblick: Neue Aufgabe bei der Ski-WM 2027 in Crans-Montana.
Was das bedeutet
Die Schweizer Frauen verlieren nach Lara Gut-Behrami eine weitere erfahrene Spitzenfahrerin. Gisin wird die Heim-WM nicht mehr als Athletin bestreiten, soll dort aber Interviews im Zielraum führen.

Entscheid nach monatelanger Rehabilitation

Gisin hatte bis zuletzt an ihrer Rückkehr gearbeitet. Nach mehreren Operationen stand sie im Oktober wieder auf Ski. Erst danach wollte sie beurteilen, ob sie nochmals Rennen bestreiten kann.

An der Medienkonferenz auf dem Titlis erklärte sie, der Entscheid sei über längere Zeit gereift. Sie habe mit Menschen aus ihrem persönlichen und sportlichen Umfeld gesprochen. Im September kehrte sie zudem zu Fuss an die Unfallstelle in St. Moritz zurück. Der Besuch half ihr beim Abschied.

Ein Sturz verändert ihre Zukunft

Die Verletzungen vom Dezember 2025 waren schwer: Neben Schäden an der Halswirbelsäule erlitt Gisin unter anderem einen Kreuz- und Innenbandriss sowie Verletzungen am Handgelenk. Eine mögliche Querschnittlähmung konnte sie vermeiden.

Die Rehabilitation zeigte, wie anspruchsvoll ein Comeback wäre. Gisin entschied schliesslich, nicht mehr mit einer Startnummer an den Start zu gehen.

Zwei olympische Goldmedaillen als Höhepunkte

2018 gewann Gisin in Pyeongchang die alpine Kombination. Vier Jahre später verteidigte sie in Peking ihren Olympiatitel. Dort sicherte sie sich zusätzlich Bronze im Super-G.

Auch an Weltmeisterschaften glänzte die Engelbergerin: 2017 in St. Moritz gewann sie Kombinationssilber hinter Wendy Holdener, 2021 folgte Bronze in Cortina d’Ampezzo.

Ein Sieg, der ihre Vielseitigkeit zeigt

In 291 Weltcuprennen erreichte Gisin 21 Einzelpodestplätze. Ihr einziger Einzel-Weltcupsieg gelang am 29. Dezember 2020 im Slalom von Semmering – an jenem Ort, an dem sie acht Jahre zuvor debütiert hatte. Hinzu kommt ein Sieg mit dem Schweizer Team 2016 in St. Moritz.

Besonders bemerkenswert: Gisin schaffte es in Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Kombination aufs Podest. In der Saison 2020/21 wurde sie Dritte des Gesamtweltcups.

Bei der Heim-WM in neuer Funktion

Die Vorbereitung auf den Weltcupwinter 2026/27 war noch von Gisins möglichem Comeback geprägt. Nun wird sie an der WM in Crans-Montana vom 1. bis 14. Februar 2027 Interviews im Zielraum führen. Zudem studiert sie Politik, Philosophie und Wirtschaft an der Universität Luzern.

AKTUELLER STAND
Michelle Gisin – Karriere und Medaillen
3. November 2026 | Abschliessende Karrierebilanz
Wettbewerb / Kennzahl Ergebnis
Olympia 2018, Kombination Gold
Olympia 2022, Kombination Gold
Olympia 2022, Super-G Bronze
WM 2017, Kombination Silber
WM 2021, Kombination Bronze
Weltcupstarts 291
Einzelpodestplätze 21
Einzelsiege 1 · Semmering 2020
Teamsieg 1 · St. Moritz 2016
Gesamtweltcup 2020/21 3. Rang

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert