Bartgeier Johannes kehrt nach schwerer Verletzung ins Glarnerland zurück

Im Glarner Klöntal konnte ein stark verletzter Bartgeier von der Wildhut gerettet und im Natur- und Tierpark Goldau wieder gesund gepflegt werden. Es handelt sich um den im Jahr 2017 in Obwalden ausgewilderten Bartgeier Johannes.

Seit letzter Woche kreist das inzwischen geschlechtsreife Männchen wieder über dem Glarnerland und den angrenzenden Innerschweizer Kantonen. Die Stiftung Pro Bartgeier hofft, dass der Bartgeier in naher Zukunft für Bartgeiernachwuchs in der Zentralschweiz sorgen wird und damit dazu beiträgt, die noch zu geringe genetische Diversität im Bestand zu erhöhen.



Ende April entdeckte ein Anwohner in der Nähe des Klöntalersees (GL) einen entkräfteten Bartgeier. Dieser benachrichtige sofort den örtlichen Wildhüter, der den stark verletzten Vogel rechtzeitig bergen konnte. Nur durch die rasche Überführung in den Natur- und Tierpark Goldau sowie eine sofortige Bluttransfusion konnte dieser Bartgeier gerettet werden.


Die Rettung des Bartgeiers war möglich dank einem aufmerksamen Anwohner, der schnel- len Reaktion der örtlichen Wildhut und der professionellen Hilfe durch den Natur- und Tierpark Goldau (Bild: Johannes im Natur- und Tierpark Goldau). © Hansruedi Weyrich



Beim Bartgeier handelt es sich um das Männchen Johannes, das von der Stiftung Pro Bartgeier im Jahr 2017 im Kanton Obwalden ausgewildert wurde. Die genaue Ursache für die Verletzungen und den Blutverlust bleiben unbekannt.




Bartgeier Johannes wurde Ende April stark verletzt im Klöntal (GL) aufgefunden. Am 14. August 2024 konnte das wertvolle Tiere wieder freigesetzt werden. © Hansruedi Wey- rich

Vermutet wird, dass ein Kampf mit einem Steinadler zu diesem Zwischenfall führte. Die vollständige Heilung dauerte mehrere Monate, und erst am vergangenen Mittwoch konnte eine erneute Freilassung des Bartgeiers gewagt werden.


Vor der Freilassung wurde der Bartgeier mit einem Satellitensender markiert. Die Streifzüge des Bartgeiers können auch auf bartgeier.ch/johannes mitverfolgt werden. © Hansruedi Weyrich

Die Bewegungsdaten des GPS-Senders, mit dem der Bartgeier markiert wurden, zeigen, dass die Aktion ein Erfolg war. Der Bartgeier hat seine erste Woche zurück in der freien Wildbahn gut überstanden und zieht nun seine Kreise über dem Klöntal und den umliegenden Talschaften.



Nun kreist das 7-jährige Bartgeiermännchen wieder im Klöntal und den umliegenden Tal- schaften. Die Stiftung Pro Bartgeier hofft, dass das inzwischen geschlechtsreife Tier in der Region bleibt und in den nächsten Jahren hier für Bartgeiernachwuchs sorgen wird. © Hansruedi Weyrich


Bartgeier Johannes ist inzwischen im besten Alter, um für Nachwuchs zu sorgen. «Wir hoffen, dass Johannes in der Region bald eine Partnerin findet und einen ersten Brutversuch startet», meint Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier.

Die genetische Diversität der wiederangesiedelten Population ist nämlich noch sehr gering. Dies ist auch der Grund weshalb Bartgeier Johannes ausgewildert wurde. Er stammt aus einer Zuchtlinie, die im Bestand noch wenig vertreten ist, und daher könnte sein Nachwuchs dazu beitragen dieses genetische Problem zu mildern.

 

Quelle: Stiftung Pro Bartgeier
Bildquellen: weyrichfotoDSC