Fünf Jahre Sperre für Curling-Trainer nach sexueller Belästigung
von belmedia Redaktion Allgemein Europa News Schweiz sportaktuell.ch
Ein Vereinstrainer aus dem Curling-Sport ist von Swiss Sport Integrity für fünf Jahre gesperrt worden. Grund dafür sind wiederholte, sexualisierte schriftliche Äusserungen gegenüber einer Curlerin.
Der Trainer hat sein Fehlverhalten im Rahmen einer einvernehmlichen Lösung anerkannt.
Meldung und Untersuchung durch Swiss Sport Integrity
Im Juli 2024 war bei der Meldestelle für Ethikverstösse im Schweizer Sport ein Hinweis auf das Fehlverhalten eines Curling-Trainers eingegangen. Dieser hatte wiederholt sexualisierte Nachrichten an eine Sportlerin gesendet, darunter auch nach deren mehrfacher Ablehnung. In den Mitteilungen kommentierte er ihre körperlichen Merkmale und äusserte, welche sexuellen Handlungen er mit ihr vornehmen wolle.
Nach Eingang der Meldung leitete Swiss Sport Integrity ein Untersuchungsverfahren ein und verhängte eine vorläufige Massnahme gegen den Trainer. Die Ermittlungen umfassten Befragungen beider Parteien sowie weitere Abklärungen. Beide Seiten zeigten sich schliesslich an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.
Swiss Sport Integrity
Die unabhängige Meldestelle und Untersuchungsinstanz für Ethikfälle im Schweizer Sport. Sie verfolgt Meldungen über Missstände und Ethikverstösse und kann Sanktionen verhängen.
Anerkennung des Fehlverhaltens und Sanktionen
Im Rahmen der Vereinbarung erkannte der Trainer die Vorwürfe an. Er gestand ein, durch systematische, sexualisierte Nachrichten die sexuelle und psychische Integrität der betroffenen Sportlerin verletzt zu haben. Damit verstiess er gegen die Artikel 2.1.2 und 2.1.4 des Ethik-Statuts des Schweizer Sports, welche den Schutz der Ehre, Würde und Integrität regeln.
Als Konsequenz wird der Trainer für fünf Jahre gesperrt. In dieser Zeit darf er keine Athleten trainieren oder vergleichbare Aufgaben übernehmen. Zudem muss er der Betroffenen eine Genugtuung in Höhe von 1’000 Franken zahlen und sich mit 2’850 Franken an den Verfahrenskosten beteiligen.
Ethik-Statut Schweizer Sport
Das Statut bildet die Grundlage für den Schutz vor Machtmissbrauch, sexueller Belästigung und psychischer Gewalt im Sport. Es gilt für alle Sportarten und Funktionsträger.
Ein wichtiges Signal für den Schweizer Sport
Der Fall zeigt, dass die Meldestelle von Swiss Sport Integrity ein wichtiges Instrument darstellt, um Ethikverstösse im Sport aufzuarbeiten. Auch aussergerichtliche Lösungen mit klaren Sanktionen tragen dazu bei, den Sport als geschützten Raum zu sichern.
Quelle: sportaktuell.ch-Redaktion/Swiss Sport Integrity
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