Häuser (teils) unter der Erde bauen: Nachhaltig, diskret – zukunftsweisend
von belmedia Redaktion Allgemein architektenwelt.com Architektur Innovation & Technik Inspiration Landschaftsarchitektur Materiale & Produkte Nachhaltigkeit News
Gebäude, die sich der Erde annähern, statt sich über sie zu erheben, eröffnen eine stille Form des Wohnens. Teilweise oder vollständig in den Boden eingelassene Wohnhäuser verbinden Energieeffizienz, Schutz vor Witterung und Landschaftsbezug – und zeigen eine Alternative zum klassischen Hausbau.
Das Erdhaus – ob als voll versenktes Gebäude, als Erdhügelhaus oder als teilüberdeckte Konstruktion – nutzt die natürliche Masse und Isolation des Bodens. Das umgebende Erdreich dient als Temperaturpuffer, schützt vor Wind, Lärm und Witterung und erlaubt ein Raumklima mit konstanter Temperatur und hoher Energieeffizienz. Zugleich bleibt das Gebäude diskret, fügt sich in die Landschaft ein und nutzt Oberfläche und Dach zum Gärtnern oder zur Begrünung.
Was bedeutet „unter der Erde bauen“?
Unterirdisch oder erdüberdeckt bauen heisst: Teile oder das ganze Gebäude werden in den Boden eingelassen oder mit Erde bedeckt. Bei einem vollständig unterirdischen Haus liegt der Wohnraum unter dem Niveau der Umgebung. Bei sogenannten Erdhügel‑ oder Bermhäusern ist das Haus teilweise in die Erde eingebettet – mit einem oder mehreren Seiten sowie dem Dach mit Erdschicht bedeckt. Beide Varianten zählen zum Konzept des „earth‑sheltered home“.
Vorteile von (halb) unterirdischen Häusern
- Energieeffizienz durch thermische Masse: konstante Innenraumtemperatur im Sommer wie im Winter
- Schutz vor Witterung, Wind und Lärm
- Geringe visuelle Präsenz: ideal für Landschaftsschutzgebiete oder Hanglagen
- Hoher Brandschutz durch natürliche Erdbarriere
- Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten von Dachflächen durch Begrünung
Gestaltung und Komfort – modern unter der Erde wohnen
Moderne Erdhäuser müssen weder dunkel noch eng wirken. Grosszügige Fensteröffnungen zur Hangseite, Oberlichter, Lichtschächte und Innenhöfe bringen Tageslicht ins Innere.
Die Raumgestaltung erfolgt häufig radial oder halbkreisförmig, um Licht optimal zu verteilen. Materialien wie Sichtbeton, Holz, Kalkputz oder Naturstein unterstreichen die Erdverbundenheit.
Technische und rechtliche Besonderheiten
Unterirdisches Bauen erfordert spezielles Know‑how:
- Effiziente Abdichtung gegen Feuchtigkeit
- Geotechnische Gutachten für Hanglagen oder stark wasserführende Böden
- Berücksichtigung von Lüftung und Entwässerungssystemen
- Je nach Kanton spezifische Baubewilligungen für „teilversenkte“ Bauweise
Fazit
Häuser unter der Erde sind nicht nur Rückzugsorte mit eigenem Charakter, sondern auch architektonisch und ökologisch spannend. Sie verbinden Wohnen mit Natur, minimieren Eingriffe in Landschaft und Klima – und schaffen dabei Räume, die durch ihre Ruhe, Stabilität und Energieeffizienz überzeugen. Wer sich auf das Konzept einlässt, entdeckt eine Bauweise, die Nachhaltigkeit und Ästhetik ganz neu verbindet.
Quelle: architektenwelt.com‑Redaktion
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © Wirestock Creators/shutterstock.com; Bild 2: => Symbolbild © Dobrin_Dobrev/shutterstock.com
