FC Basel: Druck auf Lichtsteiner wächst

Beim FC Basel steigt der Druck auf Trainer Stephan Lichtsteiner wieder. Nach dem 1:2 zuhause gegen den FC Sion bleibt Rotblau bei zehn Punkten aus sechs Spielen stehen. Besonders bitter: Basel hatte die Partie lange kontrolliert und geführt, ehe eine Gelb-Rote Karte gegen Moussa Cissé das Spiel komplett veränderte. Nun wartet am Sonntag ausgerechnet Tabellenführer Lugano im St. Jakob-Park.

Die Niederlage sorgt am Freitagmorgen für neue Diskussionen rund um den FCB-Trainer. Auch frühere Basler Grössen äussern sich kritisch zur Situation.

Noch vor wenigen Tagen hatte sich Basel mit ordentlichen Resultaten etwas Ruhe verschafft. Diese ist nach dem Rückschlag gegen Sion bereits wieder kleiner geworden.

Basel gibt kontrolliertes Spiel aus der Hand

Dabei verlief der Donnerstagabend zunächst nach Wunsch.

Zan Celar brachte den FC Basel kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung. Zwei weitere Basler Treffer wurden wegen Handspiels beziehungsweise Abseits aberkannt.

Auch nach dem Seitenwechsel schien der FCB die Partie grundsätzlich unter Kontrolle zu haben.

Dann kam die entscheidende Szene.

Moussa Cissé sah innerhalb kürzester Zeit zweimal Gelb und musste vom Platz. In Unterzahl verlor Basel zunehmend den Zugriff.

Winsley Boteli nutzte die Situation eiskalt. Der 20-jährige Sion-Stürmer traf in der 76. Minute zum Ausgleich und nur drei Minuten später zum 2:1.

Dritte Niederlage gegen Sion unter Lichtsteiner

Für Stephan Lichtsteiner entwickelt sich der FC Sion zunehmend zum unangenehmen Gegner.

Seit der ehemalige Nationalspieler Trainer des FC Basel ist, verlor er alle drei Meisterschaftsduelle gegen die Walliser.

Auch diesmal war die Ausgangslage eigentlich besser als bei den beiden vorherigen Niederlagen. Doch am Ende stand erneut kein Punkt.

FCB-Legende Erni Maissen erklärte am Freitagmorgen, dass die Situation für Lichtsteiner durch dieses Resultat sicher nicht besser geworden sei.

Von einer unmittelbar bevorstehenden Trainerentlassung kann allerdings keine Rede sein. Basel ist mit zehn Punkten aus sechs Partien weiterhin in der oberen Tabellenhälfte und hatte vor dem Sion-Spiel mehrere ordentliche Auftritte gezeigt.

Shaqiri wieder in der Startelf

Interessant war auch die Rolle von Xherdan Shaqiri.

Der 34-jährige Captain durfte nach mehreren Einsätzen als Joker wieder von Beginn weg spielen. Lichtsteiner nahm ihn nach 60 Minuten vom Platz – unmittelbar bevor die Partie durch Cissés Platzverweis kippte.

Shaqiris Rolle bleibt damit eines der grossen Themen beim FCB.

Der ehemalige Schweizer Nationalspieler ist weiterhin einer der kreativsten Akteure im Kader, passt jedoch nicht immer problemlos in Lichtsteiners aktuelles System.

Jetzt kommt der makellose Leader

Zeit zum Durchatmen bleibt Basel kaum.

Am Sonntag wartet erneut im St. Jakob-Park der FC Lugano. Die Tessiner haben ihre ersten fünf Meisterschaftsspiele allesamt gewonnen und führen die Tabelle mit 15 Punkten an.

Damit bekommt die Begegnung plötzlich enorme Bedeutung.

Ein Heimsieg gegen den Leader würde die Diskussionen rund um Lichtsteiner sofort beruhigen und Basel wieder näher an die Spitze bringen. Eine weitere Niederlage könnte die Debatte dagegen deutlich verschärfen.

Wie ungewöhnlich der aktuelle Saisonstart von Lugano und wie schmerzhaft Basels Rückschlag gegen Sion sind, zeigt auch der Überblick zum Super-League-Abend mit Sions Coup und Luganos fünftem Sieg.

Für Lichtsteiner wird der Sonntag damit zum nächsten wichtigen Gradmesser.

Basel ist keineswegs in einer sportlichen Krise. Doch nach der vermeidbaren Niederlage gegen Sion steht der Trainer wieder stärker im Fokus – und der nächste Gegner könnte kaum schwieriger sein.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert