Sinner sagt Peking ab – Zverev greift nach der Nummer 1

Jannik Sinner verschiebt sein Comeback erneut. Der Weltranglistenerste hat seine Teilnahme am ATP-500-Turnier in Peking abgesagt und wird damit seinen Titel in China nicht verteidigen. Für Alexander Zverev öffnet sich dadurch im Kampf um die Nummer 1 eine grosse Chance.

Sinner fehlt seit seinem Wimbledon-Triumph im Juli wegen Problemen am rechten Knie auf der Tour. Noch vor wenigen Tagen trainierte der 25-Jährige wieder intensiver in Monte Carlo und hatte Peking als Comeback-Ziel angepeilt. Nun zog er die Konsequenz und verzichtet auf einen Start. Das Turnier in Peking findet vom 30. September bis 6. Oktober statt.

Für die Weltrangliste ist die Absage brisant. Sinner führt das ATP-Ranking aktuell mit 11’500 Punkten vor Zverev mit 9690 an. Gleichzeitig liegt der Deutsche in der Jahreswertung bereits vorne: Nach seinem US-Open-Titel steht Zverev im Race to Turin bei 8650 Punkten, Sinner bei 7950.

Sinner verteidigt die 500 Punkte aus Peking nicht

Die Absage trifft Sinner auch deshalb, weil er in Peking als Titelverteidiger 500 Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen hat.

Diese Punkte fallen nun aus der Wertung. Dadurch wird sein Vorsprung auf Zverev weiter schrumpfen, unabhängig davon, wie der Deutsche in seiner nächsten Turnierwoche abschneidet.

Für Sinner steht jedoch weiterhin die Gesundheit im Vordergrund. Sein rechtes Knie hatte ihn bereits zur Absage der nordamerikanischen Hartplatz-Turniere und der US Open gezwungen.

Über Sinners zuletzt intensivierte Vorbereitung auf das geplante Peking-Comeback haben wir erst vor wenigen Tagen berichtet. Genau dieses Ziel ist nun hinfällig.

Zverev führt das Race bereits an

Für Zverev entwickelt sich der Saisonendspurt immer mehr zur Gelegenheit, erstmals die Nummer 1 der Welt zu übernehmen.

Der Deutsche gewann vor knapp zwei Wochen die US Open und zog damit in der Jahreswertung an Sinner vorbei. Zverev steht im Race to Turin bei 8650 Punkten, Sinner bei 7950.

Diese Rangliste ist besonders relevant, weil sie nur die in der laufenden Saison erspielten Punkte berücksichtigt und damit ein guter Indikator für den Kampf um die Jahresend-Nummer-1 ist.

Noch führt Sinner die offizielle Weltrangliste. Der Abstand beträgt dort 1810 Punkte.

Bis Saisonende muss Sinner deutlich mehr verteidigen

Das eigentliche Problem für Sinner liegt aber nicht nur in Peking.

Bis zum Ende der Saison muss der Italiener insgesamt 3550 Punkte verteidigen. Zverev verliert im gleichen Zeitraum lediglich 1080 Punkte aus seiner Wertung.

Damit besitzt der Deutsche in den kommenden Wochen deutlich mehr Spielraum.

Sinner hatte Ende 2025 einen starken Saisonabschluss hingelegt und unter anderem in Peking sowie bei den ATP Finals viele Punkte gesammelt. Genau diese Resultate werden ihm nun zum Problem, weil jede Absage unmittelbar grosse Auswirkungen auf die Weltrangliste haben kann.

Shanghai wird zum nächsten grossen Prüfstein

Nach Peking folgt vom 7. bis 18. Oktober das Masters-1000-Turnier in Shanghai.

Ob Sinner dort tatsächlich zurückkehrt, ist noch offen. Nach der neuerlichen Absage wird sein Team genau beobachten, wie das Knie auf die weitere Trainingsbelastung reagiert.

Eine weitere Pause würde Zverev zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

Bei einem Masters-Turnier sind maximal 1000 Weltranglistenpunkte zu gewinnen. Sollte Zverev tief ins Turnier vorstossen und Sinner erneut fehlen, könnte sich der Abstand in der offiziellen Rangliste sehr schnell verkleinern.

Gesundheit bleibt wichtiger als die Nummer 1

Für Sinner selbst dürfte die Weltrangliste momentan allerdings zweitrangig sein.

Nach mehr als zwei Monaten ohne offizielles Match benötigt der Italiener nicht nur ein stabiles Knie, sondern auch genügend Trainingseinheiten, um die Belastung mehrerer Matches innerhalb weniger Tage wieder verkraften zu können.

Sein Team hatte bereits während der Rehabilitation betont, dass kein Comeback erzwungen werden soll.

Die Absage für Peking bestätigt diesen Kurs. Gleichzeitig verändert sie jedoch die sportliche Ausgangslage an der Spitze der ATP deutlich: Zverev hat nach seinem starken US-Open-Lauf nun erstmals eine realistische Gelegenheit, Sinner noch vor Saisonende ernsthaft unter Druck zu setzen.

🎾 DER KAMPF UM DIE NUMMER 1

  • Aktuelles ATP-Ranking: Sinner 11’500 Punkte, Zverev 9690 – Abstand 1810 Punkte.
  • Race to Turin: Zverev führt mit 8650 Punkten vor Sinner mit 7950.
  • Sinner muss bis Saisonende 3550 Punkte verteidigen, Zverev lediglich 1080.
  • Peking fällt für Sinner aus, Shanghai vom 7. bis 18. Oktober ist nun das nächste mögliche Comeback-Ziel.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert