Wer erinnert sich an Petr Malkov? Das macht die Ambri-Legende heute
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Europa Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch swisshockey.ch Tessin Themen Vereine Ⳇ Verbreitung
Petr Malkov gehört zu jener Generation von Spielern, die den HC Ambri-Piotta Anfang der 1990er-Jahre nachhaltig prägten. Gemeinsam mit Yuri Leonov brachte der Ukrainer eine neue technische und spielerische Qualität in die Leventina und wurde innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsliebling. Heute ist es deutlich ruhiger um den inzwischen 66-Jährigen geworden.
Malkov kam 1991 nach Ambri und sammelte während seiner Zeit als Spieler für die Biancoblù 121 Skorerpunkte in lediglich 83 Partien – 48 Tore und 73 Assists. Gemeinsam mit Leonov und Schweizer Leistungsträgern wie Peter Jaks gehörte er zu einer Mannschaft, die 1992 und 1993 bis in den Playoff-Halbfinal vorstiess und die Valascia regelmässig zum Kochen brachte.
Nach seiner aktiven Laufbahn blieb Malkov dem Eishockey praktisch durchgehend verbunden. Er arbeitete als Trainer, Assistent und Nachwuchsverantwortlicher in der Schweiz, war von 2008 bis 2010 Assistenztrainer bei Torpedo Nischni Nowgorod in der KHL und kehrte später erneut nach Ambri zurück. Seine letzte klar dokumentierte Tätigkeit führte ihn nach Italien zu Hockey Como.
Ein Ukrainer wird zur Ambri-Ikone
Malkov war bereits ein gestandener Spieler, als er in die Schweiz wechselte. In der Sowjetunion hatte er unter anderem für Sokol Kiew und CSKA Moskau gespielt. In Ambri traf er auf eine Mannschaft, die Anfang der 1990er-Jahre zunehmend internationaler wurde.
Zusammen mit dem russisch-kasachischen Stürmer Yuri Leonov sorgte Malkov ab 1991 für viel Tempo und technische Klasse. Zeitzeugen beschrieben die beiden später als Spieler, die den Schweizer Gegnern mit ihrer Geschwindigkeit und ihrem Spielverständnis neue Anforderungen stellten.
Seine Zahlen unterstreichen diese Bedeutung. 121 Punkte aus 83 Einsätzen entsprechen deutlich mehr als einem Punkt pro Partie. Malkov gehört zudem bis heute zu den Spielern der Ambri-Geschichte, denen besonders schnelle Torserien gelangen.
Der Fall Antisin wurde Schweizer Sportrechtsgeschichte
Untrennbar mit Malkovs Karriere verbunden bleibt ein folgenschwerer Zwischenfall aus dem Jahr 1993. Der damalige Zug-Stürmer Misko Antisin traf Malkov mit dem Knie schwer.
Der Fall landete vor einem Tessiner Gericht. Antisin wurde wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung zu einer Busse von 3’000 Franken verurteilt. Später bestätigte auch das Bundesgericht den Entscheid.
Damit wurde der Fall zu einem wichtigen Präzedenzfall im Schweizer Sportrecht: Auch auf einem Eishockeyfeld gibt es Grenzen dessen, was noch als akzeptiertes sportliches Risiko gilt. Für Malkov bedeutete die Verletzung eine lange Pause und einen schweren Einschnitt in seine Spielerkarriere.
Trainer, Nachwuchschef und Rückkehrer
Nach seiner Zeit als Spieler blieb Malkov der Leventina eng verbunden. Er arbeitete in verschiedenen Perioden im Trainerstab der ersten Mannschaft und war später auch im Nachwuchs tätig.
2014 kehrte er offiziell als technischer Direktor des Ambri-Nachwuchses zum Klub zurück. Damals sollte er die sportliche Philosophie der ersten Mannschaft durch die gesamte Nachwuchspyramide tragen.
Nach dem Ende dieses Engagements folgten weitere Stationen. Malkov arbeitete unter anderem beim HC Valle Verzasca und später beim Hockey Como.
In Italien übernahm er ab 2016 zunächst die erste Mannschaft. Später konzentrierte er sich vollständig auf den Nachwuchsbereich und gab seine Erfahrung an junge Spieler weiter.
Was macht Petr Malkov heute?
Aktuell ist Malkov nicht mehr in einer öffentlich dokumentierten führenden Funktion eines Profiklubs tätig. Hockey Como teilte im Mai 2023 mit, dass Mikhail Fliagin die technische Leitung des Nachwuchsbereichs übernimmt und dabei die von Malkov geleistete Arbeit weiterführen soll.
Eine neue feste Trainer- oder Funktionärsposition Malkovs ist seither öffentlich nicht bestätigt worden. Der frühere Ambri-Star hat sich damit offenbar aus dem täglichen Rampenlicht des Profihockeys zurückgezogen.
Seine Verbindung zur Ambri-Geschichte bleibt dennoch bestehen. Der HCAP erwähnt Malkov auch in aktuellen historischen Statistiken weiterhin regelmässig. Gemeinsam mit seinem Sohn Dimitri gehört er zudem zu den Vater-Sohn-Paaren, die beide das Biancoblù-Trikot getragen haben.
Der heutige HC Ambri-Piotta befindet sich längst in einer neuen sportlichen Ära. Unter Präsident Davide Mottis, Sportchef Lars Weibel und Trainer Jussi Tapola setzt der Klub inzwischen wieder verstärkt auf Entwicklung und junge Spieler. Genau diese Nachwuchsarbeit war auch während vieler Jahre ein wichtiger Teil von Malkovs Leben nach seiner aktiven Karriere.
- Geboren am 25. März 1960 und heute 66 Jahre alt.
- Für Ambri von 1991 bis 1994 mit 48 Toren und 73 Assists in 83 Partien.
- Später Trainer, Assistenzcoach und Nachwuchsverantwortlicher in der Schweiz, Russland und Italien.
- Letzte öffentlich klar dokumentierte Tätigkeit: Nachwuchsarbeit bei Hockey Como, die 2023 an Mikhail Fliagin übergeben wurde.
| # | Team | Sp. | Pkt. |
|---|---|---|---|
| 1. | ZSC Lions | 7 | 21 |
| 2. | Genève-Servette HC | 7 | 12 |
| 3. | Fribourg-Gottéron | 7 | 11 |
| 4. | HC Ajoie | 7 | 11 |
| 5. | HC Ambri-Piotta | 7 | 11 |
| 6. | EV Zug | 5 | 10 |
| 7. | HC Davos | 7 | 10 |
| 8. | SCL Tigers | 7 | 9 |
| 9. | SC Rapperswil-Jona Lakers | 7 | 9 |
| 10. | SC Bern | 5 | 7 |
| 11. | EHC Biel-Bienne | 6 | 7 |
| 12. | Lausanne HC | 6 | 6 |
| 13. | EHC Kloten | 7 | 6 |
| 14. | HC Lugano | 5 | 5 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert