Mara Winter sprintet sensationell zu U23-EM-Gold

Mara Winter ist U23-Europameisterin im Strassenrennen. Die 20-jährige Schweizerin setzte sich in Ljubljana nach 88,4 Kilometern im Sprint einer Dreiergruppe gegen die Niederländerin Nienke Vinke und die slowakische Weltmeisterin Viktoria Chladonova durch. Nur acht Tage nach ihrem bitteren vierten Rang an der WM in Montreal holt Winter damit ihren bisher grössten Erfolg auf der Strasse.

Die Entscheidung fiel aus einer kleinen Spitzengruppe heraus. Winter ging gemeinsam mit Vinke und Chladonova auf die Zielgerade und behielt im entscheidenden Sprint die Nerven. Die Schweizerin setzte sich vor der Niederländerin durch, während Chladonova Bronze gewann. Für Winter war die Erleichterung unmittelbar nach der Zieldurchfahrt riesig. "Ich kann es nicht glauben. Ich glaube, ich träume", sagte sie nach ihrem Triumph.

Der Erfolg unterstreicht den bemerkenswerten Aufstieg der jungen Schweizerin. Erst vor wenigen Tagen gehörte Winter bei der U23-WM in Montreal bereits zu den stärksten Fahrerinnen und verpasste als Vierte eine Medaille nur knapp. Damals fehlte ihr im Sprint um Bronze der letzte Schritt. Nun folgte in Ljubljana die perfekte Antwort. Winter gehörte bereits zum Schweizer Aufgebot für die Weltmeisterschaften in Montreal und bestätigt innerhalb weniger Tage, dass sie international an der Spitze ihrer Altersklasse angekommen ist.

Winter schlägt die Weltmeisterin

Besonders hoch einzuschätzen ist der Erfolg wegen der Konkurrenz in der entscheidenden Gruppe.

Mit Viktoria Chladonova fuhr die amtierende U23-Weltmeisterin aus der Slowakei um den Titel. Die Niederländerin Nienke Vinke komplettierte das Trio, das sich im Kampf um Gold absetzen konnte.

Winter liess sich davon nicht beeindrucken.

Im Sprint wartete die Schweizerin auf den richtigen Moment und setzte sich auf den letzten Metern durch. Nach 88,4 Kilometern durfte sie erstmals das Trikot der U23-Europameisterin überstreifen.

Für die Schweizer Frauen ist es gleichzeitig ein bedeutender internationaler Erfolg im Nachwuchsbereich.

Die Antwort auf den bitteren vierten WM-Rang

Noch am 24. September war Winter in Montreal ganz knapp leer ausgegangen.

Beim 134 Kilometer langen WM-Strassenrennen belegte sie Rang vier. Weltmeisterin wurde Chladonova, während Winter im Sprint um Bronze der Belgierin Fleur Moors unterlag.

Der Rückstand auf Gold betrug damals 33 Sekunden.

Nur acht Tage später stand Winter wieder an einer internationalen Startlinie – und diesmal entschied sie den Kampf um die Medaillen selbst für sich.

Dass sie dabei ausgerechnet Chladonova hinter sich liess, macht den Sieg zusätzlich bemerkenswert.

Winter fährt 2026 für Nexetis

Die 20-Jährige gehört in dieser Saison zum Schweizer UCI Women’s Continental Team Nexetis.

Das Team setzt stark auf junge Fahrerinnen und bietet Winter die Möglichkeit, sich auf internationalem Niveau weiterzuentwickeln. Neben der Strasse ist sie auch im Mountainbike aktiv.

Bereits im Sommer hatte Winter auf nationaler Ebene überzeugt und sich im U23-Zeitfahren den Schweizer Meistertitel gesichert.

Auch international ging ihre Entwicklung weiter: An der Mountainbike-WM erreichte sie in der U23-Kategorie Rang sieben, bevor sie im September den Fokus auf die Strassen-WM richtete.

Nun steht mit dem EM-Titel der bislang grösste Erfolg ihrer jungen Karriere fest.

Ein Schweizer Talent macht den nächsten Schritt

Der Triumph von Ljubljana kommt deshalb nicht völlig aus dem Nichts.

Innerhalb weniger Wochen hat Winter auf verschiedenen Unterlagen gezeigt, wie vielseitig sie ist. Gleichzeitig beweist der vierte WM-Rang, dass sie bereits vor dem EM-Titel zur internationalen U23-Spitze gehörte.

Der Sieg verändert dennoch ihre Ausgangslage.

Als Europameisterin wird Winter künftig noch stärker beobachtet werden. Das EM-Trikot darf sie bei entsprechenden U23-Strassenrennen ein Jahr lang tragen.

Für Swiss Cycling ist ihre Entwicklung besonders interessant. Mit erst 20 Jahren besitzt Winter noch reichlich Entwicklungspotenzial – und sie hat nun innerhalb von acht Tagen gezeigt, wie schnell sie aus einer knappen Niederlage lernen kann.

🏆 MARA WINTERS STARKE TAGE

  • 2. Oktober: U23-Europameisterin im Strassenrennen in Ljubljana über 88,4 Kilometer.
  • 24. September: Vierter Rang im U23-Strassenrennen der WM in Montreal.
  • 21. September: Rang 18 im U23-WM-Zeitfahren in Montreal.
  • Winter fährt 2026 für das Schweizer UCI Women’s Continental Team Nexetis.
📊U23-EM STRASSENRENNEN FRAUEN – PODIUM
Bestätigtes Resultat des Strassenrennens über 88,4 Kilometer in Ljubljana.
Rang / Fahrerin Nation
1. Mara Winter SUI
2. Nienke Vinke NED
3. Viktoria Chladonova SVK

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert