Ronaldo-Streit eskaliert – Polizei greift bei Portugals Ankunft ein
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der Streit zwischen Cristiano Ronaldo und Portugals Nationaltrainer Jorge Jesus sorgt nun auch ausserhalb des Platzes für heftige Szenen. Bei der Ankunft der portugiesischen Nationalmannschaft am Flughafen Francisco Sá Carneiro in Porto wurde Jesus von einem Anhänger massiv beschimpft. Als anschliessend auch unter den wartenden Fans ein Streit ausbrach, musste die Polizei eingreifen und die Beteiligten voneinander trennen.
Portugal war nach dem 4:2-Sieg gegen Dänemark nach Porto gereist, wo sich die Mannschaft auf das Nations-League-Heimspiel gegen Norwegen vorbereitet. Beim Verlassen des Terminals richtete ein Ronaldo-Anhänger eine ganze Serie von Beschimpfungen gegen Jesus. Er warf dem Nationaltrainer unter anderem ein übergrosses Ego vor und erklärte lautstark, Jesus sei im Vergleich mit Cristiano Ronaldo "nichts wert". Zu einem bestätigten körperlichen Angriff auf den Trainer kam es jedoch nicht.
Die Stimmung verschärfte sich zusätzlich, als sich andere Anhänger in die Diskussion einmischten und unterschiedliche Positionen zum Konflikt zwischen Ronaldo und Jesus vertraten. Beamte der PSP trennten die Beteiligten und sorgten dafür, dass die portugiesische Delegation sicher zum Mannschaftsbus gelangte. Die neue Eskalation folgt nur einen Tag nach Cristiano Ronaldos spektakulärer Abreise aus dem Nationalteam.
Jesus wird am Flughafen massiv beschimpft
Die portugiesische Delegation landete am Freitag in Porto, wo am Sonntag im Estádio do Dragão das nächste Nations-League-Spiel gegen Norwegen stattfindet.
Mehrere Anhänger warteten am Flughafen auf die Mannschaft.
Als Jesus den Terminal verliess, begann ein Mann, den Nationaltrainer lautstark wegen seines Umgangs mit Ronaldo zu kritisieren.
Der Fan bezeichnete den 72-Jährigen als Schande und warf ihm vor, den grössten portugiesischen Sportler aller Zeiten respektlos behandelt zu haben.
Jesus reagierte öffentlich nicht auf die Beschimpfungen und setzte seinen Weg Richtung Mannschaftsbus fort.
Polizei muss Fans voneinander trennen
Die Situation eskalierte anschliessend nicht zwischen Jesus und dem Anhänger, sondern innerhalb der wartenden Fangruppe.
Ein anderer Fan widersprach den Attacken gegen den Nationaltrainer und kritisierte seinerseits Ronaldo.
Darauf entwickelte sich eine zunehmend aufgeheizte Diskussion.
Die anwesenden Polizisten griffen ein, trennten die Beteiligten und verhinderten, dass die verbale Auseinandersetzung weiter eskalierte.
Die portugiesische Mannschaft wurde anschliessend zum Bus begleitet.
Ronaldo spaltet Portugals Fussballöffentlichkeit
Die Szenen zeigen, wie tief der Konflikt inzwischen reicht.
Ronaldo hatte das portugiesische Camp verlassen, nachdem er beim Nations-League-Spiel gegen Norwegen während langer Zeit aufgewärmt hatte, letztlich aber nicht eingesetzt worden war.
Der 41-Jährige kündigte danach an, seine Sicht der Ereignisse zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich darzulegen.
Jesus wiederum hält daran fest, dass innerhalb der Nationalmannschaft dieselben Regeln für alle gelten müssen.
Nach dem 4:2 gegen Dänemark wollte er die Affäre nicht weiter kommentieren und stellte stattdessen die Mannschaftsleistung in den Mittelpunkt.
Riesige Ronaldo-Plakate tauchen auf
Der Streit ist inzwischen auch im öffentlichen Raum angekommen.
In Lissabon und Oeiras wurden am Freitag mehrere grossformatige Plakate aufgestellt, die Ronaldo unterstützen und Jesus kritisieren.
Auf den Tafeln wird Ronaldo für seine Leistungen für Portugal gedankt und weiterhin als Captain bezeichnet.
Jesus wird gleichzeitig fehlende Sensibilität im Umgang mit dem Superstar vorgeworfen.
Hinter der Aktion steht nach portugiesischen Medienberichten der Betreiber eines Werbeunternehmens, der erklärte, auf eigene Initiative gehandelt zu haben.
Auch in der Nähe des Estádio do Dragão soll eine entsprechende Botschaft erscheinen.
Sportlich läuft es für Portugal perfekt
Ausgerechnet während der grössten Unruhe der vergangenen Jahre präsentiert sich die Mannschaft sportlich hervorragend.
Portugal gewann alle drei bisherigen Nations-League-Spiele.
Nach dem 1:0 gegen Wales und dem 2:1 in Norwegen folgte ohne Ronaldo ein überzeugendes 4:2 gegen Dänemark.
Mit neun Punkten führt Portugal die Gruppe A4 deutlich an.
Am Sonntag trifft die Mannschaft erneut auf Norwegen.
Für Jesus dürfte die Herausforderung dabei längst nicht mehr nur auf dem Platz liegen. Der Konflikt mit Ronaldo hat sich zu einem Thema entwickelt, das Fans, Medien und Öffentlichkeit in Portugal zunehmend spaltet.
- Jorge Jesus wurde bei Portugals Ankunft am Flughafen von Porto von einem Ronaldo-Anhänger massiv beschimpft.
- Weitere Fans gerieten anschliessend untereinander in Streit, worauf die Polizei eingreifen und die Beteiligten trennen musste.
- Ein bestätigter körperlicher Angriff auf Jesus fand nicht statt.
- Portugal bereitet sich in Porto auf das Nations-League-Spiel gegen Norwegen am Sonntag vor.
| Rang / Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Portugal | 3 | 3 | 0 | 0 | 7:3 | +4 | 9 |
| 2. Dänemark | 3 | 1 | 0 | 2 | 6:7 | -1 | 3 |
| 3. Norwegen | 3 | 1 | 0 | 2 | 5:6 | -1 | 3 |
| 4. Wales | 3 | 1 | 0 | 2 | 2:4 | -2 | 3 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert