Djokovic scheitert überraschend in Shanghai

Novak Djokovic ist beim ATP-Masters-1000-Turnier in Shanghai überraschend früh ausgeschieden. Der 39-jährige Serbe verlor am Freitag, 9. Oktober 2026, gegen Hubert Hurkacz mit 4:6 und 3:6. Für den Polen war es der erste Sieg im neunten direkten Duell mit Djokovic. Nur drei Tage nach seinem Triumph in Peking musste der vierfache Shanghai-Champion damit einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen.

Hurkacz benötigte lediglich 87 Minuten für seinen Erfolg. Der Pole überzeugte mit einem starken Aufschlag und gewann 82 Prozent seiner Punkte beim ersten Service. Djokovic wirkte nach den intensiven Tagen in Peking körperlich müde und fand gegen den druckvollen Gegner kaum Lösungen. Besonders bitter: Der Serbe hatte im ersten Satz selbst zwei Breakchancen, konnte diese jedoch nicht nutzen.

Auch aus Schweizer Sicht besitzt das Resultat Bedeutung. Hurkacz gehört zum angekündigten Teilnehmerfeld der Swiss Indoors Basel, die vom 24. Oktober bis 1. November stattfinden. Der 29-Jährige stand bereits 2023 im Basler Final und könnte nach seinem Erfolg gegen Djokovic mit zusätzlichem Selbstvertrauen in die Schweiz reisen. In Basel steht zudem der angekündigte Karriereabschied von Stan Wawrinka im Mittelpunkt.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Turnier: ATP Masters 1000 Shanghai, zweite Runde.
  • Resultat: Hubert Hurkacz besiegt Novak Djokovic 6:4, 6:3.
  • Spieldauer: 87 Minuten am 9. Oktober 2026.
  • Direktvergleich: Erster Sieg für Hurkacz nach zuvor acht Niederlagen.
  • Konsequenz: Djokovic scheidet bei seinem ersten Auftritt in Shanghai 2026 aus.
  • Schweizer Bezug: Hurkacz ist für die Swiss Indoors Basel gemeldet.

Hurkacz nutzt seine Chancen konsequent

Djokovic begann die Partie durchaus mit Möglichkeiten. Bereits im dritten Game des ersten Satzes erspielte sich der Serbe zwei Breakbälle. Hurkacz wehrte beide ab und stabilisierte anschliessend sein Aufschlagspiel.

Danach entwickelte sich eine Partie, in der Djokovic zunehmend Schwierigkeiten beim Return bekundete. Hurkacz servierte präzise, setzte mit seiner Vorhand nach und liess dem früheren Weltranglistenersten nur wenige Möglichkeiten, selbst die Initiative zu übernehmen.

Die Entscheidung im ersten Satz fiel beim Stand von 5:4 für den Polen. Hurkacz nutzte seinen zweiten Satzball bei Aufschlag Djokovic und sicherte sich den Durchgang mit 6:4.

Auch der zweite Satz verlief nicht nach den Vorstellungen des Serben. Hurkacz gelang im vierten Game das entscheidende Break zum 3:1. Anschliessend kontrollierte er seine Aufschlagspiele und brachte den Vorsprung zum 6:3 über die Ziellinie.

Djokovic bezahlt für die intensiven Tage in Peking

Noch am Dienstag hatte Djokovic in Peking seinen 102. ATP-Titel gefeiert. Im Final gegen Alex de Minaur profitierte er nach gewonnenem ersten Satz von der verletzungsbedingten Aufgabe des Australiers.

Der Triumph bedeutete zugleich seinen siebten Titel bei den China Open. Seine aussergewöhnliche Bilanz in der chinesischen Hauptstadt steht inzwischen bei 34 Siegen aus 34 Begegnungen. Die Hintergründe zu Djokovics siebtem Titelgewinn in Peking zeigen, wie erfolgreich seine Rückkehr nach China zunächst verlaufen war.

In Shanghai fehlte dem 39-Jährigen jedoch die gewohnte Frische. Innerhalb von zehn Tagen hatte er sechs Partien absolviert. Gegen einen körperlich starken Gegner wie Hurkacz wurde dieser Umstand zum entscheidenden Nachteil.

Eine konkrete Verletzung als Ursache für die Niederlage wurde allerdings nicht bestätigt. Djokovic selbst verwies nach der Begegnung auf die Schwierigkeit, gegen den Aufschlag des Polen eine Antwort zu finden.

Hurkacz schreibt seine persönliche Geschichte um

Für Hurkacz besitzt dieser Erfolg eine besondere Bedeutung. Achtmal hatte er zuvor gegen Djokovic verloren. Nun gelang ihm ausgerechnet in Shanghai die Wende.

Der Pole kennt das Turnier bestens. 2023 gewann er hier den Titel und kehrte in diesem Jahr erstmals seit jenem Triumph zurück. Gegen Djokovic bewies er erneut, weshalb ihm die Hartplatzbedingungen in Shanghai besonders liegen.

Bemerkenswert ist ausserdem eine historische Statistik: Hurkacz gehört nach diesem Erfolg zu den vier Spielern, die Roger Federer auf Rasen, Rafael Nadal auf Sand und Novak Djokovic auf Hartplatz besiegen konnten. Zuvor war dies Andy Murray, Dominic Thiem und Alexander Zverev gelungen.

Djokovic muss nun um die ATP Finals kämpfen

Für Djokovic richtet sich der Blick bereits auf die letzten Wochen der Saison. Nach seinem Turniersieg in Peking war er im ATP Race auf den neunten Platz vorgerückt. Das frühe Ausscheiden in Shanghai verhindert nun weitere wichtige Punktegewinne bei diesem Masters-Turnier.

Nach der Niederlage erklärte Djokovic, dass er zunächst eine Pause einlegen wolle. Als nächstes Turnier plant er ausschliesslich das Masters in Paris. Anschliessend hofft er auf eine Teilnahme an den ATP Finals in Turin.

Der 39-Jährige hat diesen Wettbewerb bereits siebenmal gewonnen. Ob er sich auch 2026 qualifizieren kann, hängt nun von seinen eigenen Resultaten und den Leistungen seiner direkten Konkurrenten ab.



SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Wie es für Djokovic und Hurkacz weitergeht
Das Ausscheiden verändert die Ausgangslage für die entscheidenden Wochen der Tennissaison. Besonders der Kampf um Turin und der bevorstehende Auftritt in Basel verdienen Beachtung.
  • Djokovics nächster Einsatz: Der Serbe plant vor den ATP Finals nur noch einen Turnierstart beim Masters in Paris im November.
  • Kampf um Turin: Djokovic belegte im offiziellen ATP Race vom 7. Oktober mit 2840 Punkten Rang neun. Die ATP Finals finden vom 15. bis 22. November statt.
  • Hurkacz in Shanghai: Der Pole steht in Runde drei. Sein nächster Gegner wird in der Begegnung zwischen Lorenzo Musetti und dem Chinesen Zhou Yi ermittelt.
  • Swiss Indoors Basel: Hurkacz steht im Teilnehmerfeld des Turniers vom 24. Oktober bis 1. November. Er erreichte dort bereits 2023 den Final.
AKTUELLER STAND
ATP Race to Turin 2026
Offizieller ATP-Stand vom 7. Oktober 2026, vor den Shanghai-Partien
Rang / Spieler Punkte
1. Alexander Zverev 8650
2. Jannik Sinner 7950
3. Carlos Alcaraz 4560
4. Ben Shelton 4440
5. Flavio Cobolli 3540
6. Frances Tiafoe 3340
7. Arthur Fils 3285
8. Daniil Medvedev 3030
9. Novak Djokovic 2840
10. Alex de Minaur 2690
Massgebend ist das ATP Race zur Qualifikation für die ATP Finals, nicht die reguläre Weltrangliste. Die Punkte berücksichtigen noch keine Resultate aus Shanghai.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert