Union Berlin gelingt Befreiungsschlag – Lustrinelli feiert ersten Sieg

Mauro Lustrinelli kann endlich aufatmen. Union Berlin gewinnt am Samstag gegen Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg mit 1:0 und feiert im fünften Meisterschaftsspiel den ersten Saisonsieg. Livan Burcu erzielt in der 81. Minute das entscheidende Tor. Nach dem 0:7-Debakel gegen Bayern München zeigt die Mannschaft des Schweizer Trainers vor allem defensiv eine deutlich verbesserte Leistung.

Vor 22’012 Zuschauern an der Alten Försterei arbeitet Union geduldig auf die Entscheidung hin. Die Berliner kontrollieren weite Teile der Begegnung, lassen zunächst aber die nötige Durchschlagskraft vermissen. Lustrinelli reagiert mit mehreren Wechseln. Schliesslich trifft der eingewechselte Burcu nach einem Eckball mit einer Direktabnahme zum umjubelten 1:0.

Der Erfolg beendet einen historischen Fehlstart. Nach vier Runden standen für Union erst ein Punkt und bereits 17 Gegentore zu Buche. Mit dem Sieg verbessert sich der Klub auf vier Zähler und verlässt den direkten Abstiegsplatz. Für Lustrinelli ist die Reaktion besonders wertvoll, weil mit Michel Aebischer und Kastriot Imeri auch zwei Schweizer in der Startelf stehen.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Resultat: Union Berlin – Elversberg 1:0 (0:0).
Siegtor: Livan Burcu in der 81. Minute.
Trainer: Erster Bundesliga-Sieg für Mauro Lustrinelli.
Schweizer: Michel Aebischer und Kastriot Imeri beginnen.
Zuschauer: 22’012 an der Alten Försterei.
Was das bedeutet
Union verlässt den direkten Abstiegsplatz und gewinnt nach dem historischen Fehlstart neues Selbstvertrauen. Lustrinellis Umstellungen zeigen erstmals in einem Pflichtspiel die gewünschte defensive Wirkung. Als nächster Gegner wartet Tabellenführer Borussia Dortmund.

Union zeigt nach Bayern-Debakel eine Reaktion

Die dreiwöchige Unterbrechung nach der 0:7-Niederlage in München hat Lustrinelli für intensive Arbeit genutzt. Gegen Elversberg stellt er seine Mannschaft auf mehreren Positionen um. Zeno Van den Bosch rückt in die Innenverteidigung, Kastriot Imeri feiert sein Bundesliga-Debüt und Tim Skarke beginnt im Angriff.

Union tritt wesentlich kompakter auf als zuletzt. Die Berliner versuchen, Elversbergs Kombinationen früh zu unterbrechen und selbst kontrolliert nach vorne zu spielen.

Allerdings bleibt die erste Halbzeit torlos. Die Gäste halten gut dagegen, ohne die Gastgeber dauerhaft unter Druck zu setzen.

Imeri beginnt, Burcu entscheidet

Nach dem Seitenwechsel erhöht Union das Tempo. Imeri übernimmt bei Standards Verantwortung und bringt in der 58. Minute einen Eckball auf Van den Bosch. Dessen Kopfball verfehlt das Tor nur knapp.

Unmittelbar danach nimmt Lustrinelli den Schweizer aus dem Spiel und bringt Livan Burcu.

Der Wechsel wird zur entscheidenden Personalentscheidung des Nachmittags.

Union erarbeitet sich weitere Möglichkeiten. Tom Rothe verzieht nach einer zunächst abgewehrten Standardsituation, während Elversberg bei gelegentlichen Gegenstössen gefährlich bleibt.

In der 81. Minute fällt schliesslich das erlösende Tor. Nach einem Eckball gelangt der Ball zu Burcu, der ihn direkt mit rechts ins linke Eck schiesst. Eine Ablenkung durch Elversbergs Felix Keidel erschwert Torhüter Nicolas Kristof die Abwehr.

Burcu läuft nach seinem Treffer zur Seitenlinie und jubelt mit Sport-Geschäftsführer Horst Heldt. Die Szene zeigt, wie gross die Erleichterung beim Berliner Klub ist.

Die Schweizer prägen den Neuanfang

Für Lustrinelli ist die Begegnung auch personell bemerkenswert. Mit Aebischer und Imeri stehen zwei Schweizer von Beginn an auf dem Feld.

Aebischer übernimmt im Mittelfeld wichtige Aufgaben bei der Ballverteilung und Absicherung. In der 77. Minute wird er durch Christopher Trimmel ersetzt.

Imeri erhält erstmals die Gelegenheit, sich von Beginn an in der Bundesliga zu zeigen. Der frühere YB-Spieler kennt Lustrinelli bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Thun.

Vor der Begegnung hatte die angespannte Ausgangslage des Schweizer Trainers für Diskussionen gesorgt. Nach nur einem Punkt aus vier Partien benötigte Union dringend ein Erfolgserlebnis.

Mit dem Sieg kann Lustrinelli nun erstmals auch in der Meisterschaft auf eine funktionierende defensive Organisation verweisen.

Ein wichtiger Sieg, aber noch keine Wende

Die Berliner verbessern sich auf vier Punkte und Rang 16. Elversberg bleibt mit sieben Zählern im Mittelfeld.

Vor allem die erste Partie ohne Gegentor besitzt für Union grosse Bedeutung. In den vier vorherigen Meisterschaftsspielen hatte die Mannschaft insgesamt 17 Treffer kassiert.

Lustrinelli wollte mit einem mutigeren Spielansatz und einer Viererkette neue Impulse setzen. Gegen den Aufsteiger gelingt es erstmals, offensives Engagement und defensive Absicherung besser miteinander zu verbinden.

Nun wartet allerdings eine deutlich schwierigere Aufgabe: Borussia Dortmund reist als Tabellenführer nach Berlin.

Der Erfolg gegen Elversberg verschafft Lustrinelli Zeit und Vertrauen. Ob daraus eine nachhaltige Aufholjagd entsteht, müssen die nächsten Begegnungen zeigen.

AKTUELLER STAND
Bundesliga 2026/27 – Tabelle
Stand: 11. Oktober 2026, vor den beiden Sonntagsspielen
Rang / Team Sp. Diff. Pkt.
1. Dortmund 5 +7 13
2. Bayern München 5 +12 11
3. SC Freiburg 4 +9 10
4. Leverkusen 5 +6 10
5. RB Leipzig 5 +10 9
6. FC Augsburg 5 +5 8
7. Werder Bremen 5 0 8
8. Mainz 05 5 +3 7
9. SV Elversberg 5 0 7
10. VfB Stuttgart 5 −1 6
11. Hamburger SV 5 −10 6
12. Schalke 04 4 −1 5
13. Frankfurt 5 −7 5
14. 1. FC Köln 4 −3 4
15. SC Paderborn 5 −4 4
16. Union Berlin 5 −12 4
17. Hoffenheim 5 −4 3
18. Mönchengladbach 4 −10 0

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert