Afrika-Cup bleibt alle zwei Jahre – CAF kippt umstrittene Reform
von belmedia Redaktion Afrika Allgemein Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der Afrika-Cup wird auch künftig grundsätzlich alle zwei Jahre ausgetragen. Der afrikanische Fussballverband CAF hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, seine erst im vergangenen Dezember beschlossene Umstellung auf einen Vierjahresrhythmus überraschend zurückgenommen. Das Exekutivkomitee entschied einstimmig, am bisherigen Modell festzuhalten. Ausschlaggebend sind vor allem wirtschaftliche Überlegungen und die Bedeutung des Wettbewerbs für die 54 afrikanischen Mitgliedsverbände.
CAF-Präsident Patrice Motsepe begründet die Kehrtwende mit den finanziellen Risiken der ursprünglich geplanten Reform. Eine neue afrikanische Nations League sollte den Afrika-Cup als regelmässige Einnahmequelle teilweise ersetzen. Nach erneuter Prüfung kommt der Verband jedoch zum Schluss, dass dieser Wettbewerb mehrere Jahre benötigen würde, um vergleichbare wirtschaftliche Erträge zu erzielen.
Die Entscheidung betrifft auch zahlreiche europäische Vereine mit afrikanischen Nationalspielern, darunter Klubs aus der Schweizer Super League. Regelmässige Abstellungen für den Afrika-Cup bleiben damit Teil der internationalen Saisonplanung. Der Entscheid verdeutlicht zudem die Bedeutung der Kontinentalverbände im internationalen Fussball, die ihre Wettbewerbe innerhalb des FIFA-Kalenders eigenständig organisieren.
CAF nimmt Reform nach zehn Monaten zurück
Die Entscheidung markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende innerhalb des afrikanischen Fussballverbandes.
Noch im Dezember 2025 hatte die CAF angekündigt, den Afrika-Cup nach den Ausgaben 2027 und 2028 nur noch alle vier Jahre durchzuführen.
Mit dieser Änderung wollte Präsident Patrice Motsepe den internationalen Spielkalender entlasten und gleichzeitig eine neue Nations League etablieren.
Doch bereits während der CAF-Strategiekonferenz vom 7. bis 9. Oktober auf den Kapverden kündigte Motsepe eine erneute Überprüfung an.
Nun ist die ursprüngliche Reform aufgehoben.
Die neue Nations League braucht mehr Zeit
Im Mittelpunkt der Neubewertung stehen wirtschaftliche Fragen.
Der Afrika-Cup gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des afrikanischen Verbandsfussballs. Fernsehübertragungen, Sponsoring und internationale Vermarktung tragen wesentlich zur Finanzierung bei.
Die geplante afrikanische Nations League sollte einen Teil dieser Einnahmen übernehmen.
Nach Einschätzung der CAF würde es jedoch mehrere Jahre dauern, bis der neue Wettbewerb wirtschaftlich vergleichbare Ergebnisse erreichen könnte.
Damit hätte ein seltener ausgetragener Afrika-Cup zunächst erhebliche finanzielle Risiken mit sich gebracht.
54 nationale Verbände profitieren
Besonders wichtig ist die Entscheidung für die 54 Mitgliedsverbände der CAF.
Nicht alle afrikanischen Fussballnationen verfügen über die wirtschaftlichen Möglichkeiten der grossen Verbände.
Für kleinere Nationen sind regelmässige internationale Wettbewerbe eine Gelegenheit, Einnahmen zu erzielen, ihre Nationalmannschaften weiterzuentwickeln und zusätzliche Sponsoren zu gewinnen.
Motsepe bezeichnet die Rückkehr zum bisherigen Rhythmus deshalb als Entscheidung im Interesse des gesamten afrikanischen Fussballs.
Auch die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Afrika-Cups spielt für den Verband eine wichtige Rolle.
2027 beginnt die nächste Austragung
Der nächste Afrika-Cup findet vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 statt.
Erstmals teilen sich drei Länder die Gastgeberrolle: Kenia, Tansania und Uganda. Damit kehrt das Turnier nach Ostafrika zurück.
Die CAF hat bereits weitere Austragungen für 2028, 2031 und 2033 angekündigt.
Dass zwischen 2028 und 2031 drei Jahre liegen, hängt mit der Fussball-Weltmeisterschaft 2030 zusammen.
Nach der von der CAF angeführten FIFA-Tradition sollen kontinentale Endrunden nicht im Jahr einer Fussball-Weltmeisterschaft ausgetragen werden.
Europäische Vereine bleiben betroffen
Für die europäischen Profiklubs bedeutet der Entscheid, dass der Afrika-Cup weiterhin regelmässig in ihre Kaderplanung einfliesst.
Besonders problematisch waren in der Vergangenheit Austragungen während der laufenden europäischen Meisterschaften.
Dann mussten zahlreiche Vereine mehrere Stammspieler gleichzeitig an ihre Nationalmannschaften abstellen.
Der Afrika-Cup 2027 findet dagegen im Sommer statt und verursacht dadurch weniger Überschneidungen mit dem europäischen Ligabetrieb.
Langfristig bleibt die Koordination der internationalen Spielpläne jedoch eine wichtige Herausforderung.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert