EV Zug stellt Führung neu auf – Bachmann geht, Sportkompetenz gesucht
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Vereine Zug Ⳇ Verbreitung
Der EV Zug stellt wichtige Weichen für seine Zukunft. An der 28. ordentlichen Generalversammlung der EVZ Holding AG vom Donnerstag, 29. Oktober 2026, werden fünf Verwaltungsräte bestätigt und neue Statuten verabschiedet. Andreas Bachmann verlässt das Führungsgremium nach 13 Jahren. Gleichzeitig sucht der Klub unabhängige Persönlichkeiten, die insbesondere zusätzliche sportliche Fachkompetenz in den Verwaltungsrat einbringen sollen.
Für die Generalversammlung in der OYM hall hatten sich 241 Aktionärinnen und Aktionäre angemeldet, darunter zahlreiche neue Anteilseigner. Wegen des grossen Interesses fand die Versammlung erstmals auf den Rängen und der Eisfläche der Zuger Arena statt. Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel ging dabei ausdrücklich auf die Diskussionen der vergangenen Monate ein. Der EVZ habe diese ernst genommen, aufgearbeitet und daraus Lehren gezogen.
Wirtschaftlich steht der Klub auf einer soliden Grundlage. Der bereits Anfang Oktober veröffentlichte positive Jahresabschluss der EVZ Gruppe wurde nun von den Aktionären genehmigt. Bei einem Umsatz von rund 38 Millionen Franken resultiert ein Konzerngewinn von 506’089 Franken. Die Eigenkapitalquote beträgt 64,4 Prozent. Damit kann der EVZ die Weiterentwicklung seiner Führungsstrukturen aus einer wirtschaftlich stabilen Position angehen.
Bachmann verabschiedet sich nach 13 Jahren
Die wichtigste personelle Veränderung betrifft Andreas Bachmann. Der Luzerner Rechtsanwalt stellte sich nach 13 Jahren im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl.
Hans-Peter Strebel würdigte dessen langjähriges Engagement und seinen Beitrag zur strategischen Entwicklung der EVZ Holding AG.
Die übrigen fünf Mitglieder wurden für eine weitere Amtsdauer bestätigt: Hans-Peter Strebel, Adrian Risi, Matthias Strebel, Christoph Frey und Amin Ghiasi.
Damit bleibt die bisherige Führung weitgehend bestehen. Gleichzeitig soll das Gremium durch zusätzliche Mitglieder neue Perspektiven erhalten.
Mehr sportliche Kompetenz im Verwaltungsrat
Besonders interessant ist die angekündigte Suche nach neuen Verwaltungsräten.
Der EVZ führt bereits Gespräche mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten. Gesucht werden unabhängige Persönlichkeiten mit ergänzendem Fachwissen, unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen und einer engen Verbindung zum Klub.
Ausdrücklich nennt der Verein zusätzliche Kompetenzen im sportlichen Bereich.
Damit könnte künftig die sportliche Perspektive innerhalb des obersten Führungsgremiums stärker berücksichtigt werden.
Die Auswahl soll sorgfältig erfolgen. Sobald geeignete Kandidaturen vorliegen, werden sie den Aktionären zur Wahl vorgelegt.
Strebel spricht über die vergangenen Monate
Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel ging an der Generalversammlung auch auf die jüngsten Diskussionen rund um den EV Zug ein.
Er betonte, dass sich die Verantwortlichen mit den Entwicklungen auseinandergesetzt und daraus Lehren gezogen hätten.
Bereits im Oktober hatte der Klub eine umfassende Überprüfung seiner Corporate Governance bekannt gegeben. Eine externe Anwaltskanzlei begleitete diesen Prozess.
Dabei standen die Verantwortlichkeiten, die bestehenden Entscheidungsstrukturen und die zukünftigen Anforderungen an den Verwaltungsrat im Mittelpunkt.
Die geplante Erweiterung ist ein konkreter Schritt dieser organisatorischen Weiterentwicklung.
Neue Statuten erleichtern Kapitalerhöhungen
Neben den Personalentscheiden genehmigten die Aktionäre eine umfassende Statutenrevision.
Eine wichtige Neuerung ist das sogenannte Kapitalband. Es erlaubt dem Verwaltungsrat, das Aktienkapital innerhalb festgelegter Grenzen zu erhöhen.
Eine Kapitalherabsetzung ist in der beschlossenen Regelung ausgeschlossen.
Dadurch erhält die EVZ Holding AG mehr Handlungsspielraum bei der Finanzierung zukünftiger Projekte.
Zudem werden flexiblere Formen der Generalversammlung ermöglicht. Die Statuten entsprechen damit den Anforderungen des revidierten Schweizer Aktienrechts.
Finanziell bleibt Zug gut aufgestellt
Auch die Jahresrechnung 2025/26 wurde genehmigt.
Die EVZ Gruppe erwirtschaftete einen konsolidierten Umsatz von 38’020’081 Franken und einen Gewinn von 506’089 Franken.
Die Holdinggesellschaft selbst schloss mit einem Gewinn von 7428 Franken ab.
Zur positiven Entwicklung trugen unter anderem Grossveranstaltungen, das erfolgreiche Women’s Team und zusätzliche Erträge aus der Champions Hockey League bei.
Gleichzeitig investiert der EVZ in die Erweiterung seiner Arena. Das Projekt «Keep Building» soll zusätzliche Gastronomie-, Hospitality- und Verkaufsflächen schaffen.
Weitere Entscheidungen könnten folgen
Mit der Generalversammlung sind die organisatorischen Arbeiten noch nicht abgeschlossen.
Der Verwaltungsrat will seine Suche nach zusätzlichen unabhängigen Mitgliedern fortsetzen. Bei passenden Kandidaturen kann kurzfristig eine ausserordentliche Generalversammlung stattfinden.
Für den EV Zug geht es darum, seine wirtschaftliche Stabilität mit einer langfristig tragfähigen sportlichen und unternehmerischen Führung zu verbinden.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert