Bernet und Stricker verpassen historischen Titel in Basel hauchdünn

Henry Bernet und Dominic Stricker verpassen den Doppeltitel an den Swiss Indoors Basel nur um wenige Punkte. Die beiden Schweizer unterliegen den Franzosen Théo Arribagé und Albano Olivetti am Sonntag, 1. November 2026, mit 6:7 (6:8), 6:7 (6:8). Nach 1 Stunde und 44 Minuten endet damit ein bemerkenswerter Turnierlauf, der das Duo bis in den Final geführt hatte.

Beide Sätze werden erst im Tiebreak entschieden. Im ersten Durchgang vergeben Bernet und Stricker drei Breakmöglichkeiten und wehren später drei Satzbälle ab. Im zweiten Satz kämpfen sie sich nach einem frühen Aufschlagverlust zurück, gleichen zum 4:4 aus und erzwingen erneut eine Kurzentscheidung. Wieder behalten die Franzosen knapp die Oberhand.

Der 19-jährige Basler Bernet und der 24-jährige Berner Stricker schreiben trotzdem Schweizer Tennisgeschichte. Erstmals erreicht ein rein schweizerisches Doppel den Final der Swiss Indoors. Die beiden Wildcard-Spieler besiegen auf ihrem Weg dorthin unter anderem die topgesetzten Deutschen Kevin Krawietz und Tim Pütz.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Final: Bernet/Stricker – Arribagé/Olivetti 6:7 (6:8), 6:7 (6:8).
Spieldauer: 1 Stunde und 44 Minuten.
Entscheidung: Beide Tiebreaks gehen mit 8:6 an die Franzosen.
Turnierbilanz: Drei Siege und eine Niederlage.
Historisch: Erster Finaleinzug eines rein schweizerischen Doppels in Basel.
Was das bedeutet
Bernet und Stricker beweisen, dass sie gemeinsam auch gegen etablierte Doppelspezialisten konkurrenzfähig sind. Besonders für Bernet ist der Finaleinzug ein wichtiger Erfolg auf ATP-500-Stufe. Die starke Turnierwoche eröffnet beiden neue Perspektiven im Doppel.

Drei Satzbälle abgewehrt – trotzdem verloren

Die Schweizer beginnen vor ihrem Heimpublikum ohne erkennbare Nervosität. Bernet und Stricker servieren überzeugend und lassen im gesamten ersten Satz keine einzige Breakchance zu.

Gleichzeitig erarbeiten sie sich drei Möglichkeiten, den Aufschlag ihrer Gegner zu durchbrechen. Doch Arribagé und Olivetti verteidigen sämtliche Breakbälle erfolgreich.

Beim Stand von 6:6 fällt die Entscheidung im Tiebreak. Die Franzosen ziehen auf 6:3 davon und stehen unmittelbar vor dem Satzgewinn.

Bernet und Stricker kämpfen sich eindrucksvoll zurück. Mit drei gewonnenen Punkten hintereinander gleichen sie zum 6:6 aus. Trotzdem verlieren sie die nächsten beiden Ballwechsel und damit den ersten Satz.

Besonders bitter: Über den gesamten Durchgang gewinnen die Schweizer sogar drei Punkte mehr als ihre Gegner.

Stricker bringt das Schweizer Doppel zurück

Zu Beginn des zweiten Satzes gerät das Heimduo erneut unter Druck. Stricker verliert sein Aufschlagspiel und die Franzosen übernehmen die Führung.

Die Schweizer lassen sich jedoch nicht entmutigen. Beim Stand von 3:4 gelingt ihnen nach einem sehenswerten Lob von Stricker das Rebreak zum 4:4.

Anschliessend müssen Bernet und Stricker nochmals drei Breakmöglichkeiten abwehren. Auch diese schwierige Phase überstehen sie und erzwingen das zweite Tiebreak.

Dort entwickelt sich erneut ein ausgeglichenes Duell. Die Schweizer wehren einen Matchball ab und gleichen zum 6:6 aus. Doch Arribagé und Olivetti sichern sich die nächsten beiden Punkte und damit den Titel.

Vom Wildcard-Duo bis in den historischen Final

Noch vor einer Woche hätte kaum jemand mit diesem Final gerechnet. Während Stricker nach seiner Wildcard für das Einzel-Hauptfeld gegen Casper Ruud in der ersten Runde ausscheidet, scheitert Bernet bereits in der Qualifikation.

Im Doppel harmonieren die beiden dagegen hervorragend.

Zum Auftakt schlagen sie Sadio Doumbia und David Pel mit 6:4, 6:4. Im Viertelfinal folgt gegen Francisco Cabral und JJ Tracy ein dramatischer Erfolg.

Nach einem verlorenen Startsatz gewinnen Bernet und Stricker den zweiten Durchgang im Tiebreak. Im anschliessenden Match-Tiebreak wehren sie beim Stand von 10:11 und 11:12 zwei Matchbälle ab, bevor sie sich mit 14:12 durchsetzen.

Im Halbfinal wartet mit Kevin Krawietz und Tim Pütz das topgesetzte deutsche Doppel. Die Schweizer überzeugen auf ganzer Linie und gewinnen überraschend deutlich mit 6:4, 6:4.

Stricker kennt das Gefühl eines Doppeltitels

Für Dominic Stricker ist ein ATP-Doppelfinal auf Schweizer Boden keine neue Erfahrung. Bereits 2021 gewinnt er in Gstaad gemeinsam mit Marc-Andrea Hüsler den Titel. Zwei Jahre später wiederholt er diesen Erfolg zusammen mit Stan Wawrinka.

Mit Bernet gelingt ihm nun erstmals der Finaleinzug bei den Swiss Indoors.

Die Bedeutung des Erfolgs reicht über das Resultat hinaus. Seit der Einführung der Doppelkonkurrenz 1976 hatte noch nie eine ausschliesslich schweizerische Paarung den Final in Basel erreicht.

Frühere Schweizer Titelträger wie Jakob Hlasek und Marc Rosset triumphierten jeweils mit ausländischen Partnern.

Französische Erfahrung entscheidet

Die an Nummer drei gesetzten Franzosen Arribagé und Olivetti gehören zu den etablierten Doppelspezialisten auf der ATP-Tour.

Ihre Stärke zeigt sich besonders in den entscheidenden Momenten. Während Bernet und Stricker phasenweise mindestens gleichwertig spielen, nutzen die Franzosen ihre Möglichkeiten in beiden Tiebreaks konsequenter.

Für das Schweizer Duo endet die Turnierwoche damit ohne Titel, aber mit einer historischen Finalteilnahme und drei Siegen gegen internationale Konkurrenz.

AKTUELLER STAND
Swiss Indoors Basel 2026 – Schweizer Doppel
1. November 2026 | ATP 500 | St. Jakobshalle
Runde Gegner Resultat
1. Runde Doumbia / Pel 6:4, 6:4
Viertelfinal Cabral / Tracy (4) 2:6, 7:6 (7:5), 14:12
Halbfinal Krawietz / Pütz (1) 6:4, 6:4
Final Arribagé / Olivetti (3) 6:7 (6:8), 6:7 (6:8)

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert