"Ohne Mercedes wäre ich nicht hier" – Antonellis emotionaler WM-Triumph
von belmedia Redaktion Allgemein Autosport autosport.ch Europa Formel 1 Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Kimi Antonelli ist Formel-1-Weltmeister – und vergisst beim grössten Triumph seiner Karriere nicht, wem er diesen Erfolg verdankt. Nach seinem dritten Platz beim Grand Prix von Mexiko am 1. November 2026 bedankt sich der 20-jährige Italiener emotional bei Mercedes, seiner Familie und seinen Wegbegleitern. "Ohne Mercedes, ohne meine Familie wäre ich nicht hier", erklärt Antonelli nach dem Rennen.
Mit neun Saisonsiegen und 380 WM-Punkten sichert sich der Italiener bereits vier Rennen vor Saisonende seinen ersten Weltmeistertitel. Er ist mit 20 Jahren und 68 Tagen der jüngste Champion der Formel-1-Geschichte. Als er nach dem Rennen seinen Helm abnimmt, kann er seine Gefühle kaum in Worte fassen.
Besonders bemerkenswert ist der Weg zu diesem Erfolg. Noch 2025 hatte Antonelli während seiner ersten Formel-1-Saison mit enormem Erwartungsdruck und sportlichen Rückschlägen gekämpft. Mercedes hielt dennoch an seinem Nachwuchsfahrer fest. Ein Jahr später steht der junge Italiener auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere.
Antonelli findet nach dem Rennen kaum Worte
Als Antonelli in Mexiko aus seinem Mercedes steigt, wartet seine Familie bereits auf ihn. Auch Teamchef Toto Wolff und Renningenieur Peter Bonnington gehören zu den ersten Gratulanten.
Der frischgebackene Weltmeister ist sichtlich bewegt. "Wir haben es geschafft", sagt Antonelli. Er sei sprachlos und versuche noch zu begreifen, was gerade passiert sei.
Besonders emotional ist für ihn die gemeinsame Siegerehrung mit Max Verstappen und Lewis Hamilton. Zwei Fahrer, deren Erfolge er während seiner Jugend verfolgt hatte, stehen nun gemeinsam mit ihm auf dem Podest.
Mercedes glaubt seit seinem zwölften Lebensjahr an ihn
Die Verbindung zwischen Antonelli und Mercedes reicht bis ins Jahr 2019 zurück.
Damals wird der junge Italiener im Alter von zwölf Jahren ins Nachwuchsprogramm aufgenommen. Anschliessend gewinnt er zahlreiche Titel im Kartsport sowie in der Formel 4 und der Formula Regional.
2024 fährt er bereits Formel 2. Ein Jahr später ersetzt er Lewis Hamilton im Mercedes-Werksteam.
Teamchef Toto Wolff vertraut dem damals 18-Jährigen einen der begehrtesten Cockpitplätze der Formel 1 an.
2025 droht der Erwartungsdruck ihn zu überwältigen
Die erste Saison verläuft keineswegs reibungslos. Zunächst erreicht Antonelli gute Resultate und seinen ersten Podestplatz in Kanada. Danach folgen schwierige Rennen, Fahrfehler und Ausfälle.
Später räumt er öffentlich ein, dass ihn der Druck zeitweise stark belastet habe. Er hatte das Gefühl, die Erwartungen seiner Unterstützer nicht erfüllen zu können.
Im Winter arbeitet Antonelli deshalb auch mit einem Sportpsychologen. Gemeinsam analysieren sie die Fehler des Vorjahres und definieren neue Ziele.
Der Italiener verändert seine Vorbereitung, achtet stärker auf Regeneration und entwickelt einen bewussteren Umgang mit den Anforderungen des Rennsports.
Toto Wolff hält trotz aller Kritik an ihm fest
Während der schwierigen Rookiephase werden Zweifel laut, ob Antonelli bereits für ein Mercedes-Cockpit bereit ist. Wolff bleibt bei seiner Entscheidung.
Nach dem Titelgewinn erinnert sich der Teamchef daran, wie früh Mercedes das Talent des Italieners erkannt hatte.
Seine Förderung zahlt sich aus. Antonelli entwickelt sich 2026 zu einem konstanten Spitzenfahrer, gewinnt neun Grands Prix und steht bei 16 der ersten 19 Rennen auf dem Podium.
Aus dem Nachwuchstalent wird ein Rekordweltmeister
Bereits vor dem Mexiko-Rennen war die historische Titelchance des Mercedes-Piloten offensichtlich. Platz neun hätte genügt.
Antonelli fährt auf Rang drei und beendet damit eine 73-jährige Wartezeit für den italienischen Motorsport. Zuletzt war Alberto Ascari 1953 Weltmeister geworden.
Auch für das Schweizer Audi-Team aus Hinwil ist Mexiko ein bedeutendes Rennwochenende. Gabriel Bortoleto holt nach der endgültigen Klassifikation als Achter vier Punkte.
Die Nummer 12 soll auch künftig bleiben
Eine interessante Entscheidung trifft Antonelli unmittelbar nach seinem Titelgewinn.
Er möchte auch 2027 mit der Startnummer 12 fahren, obwohl ihm als Weltmeister die Nummer 1 zustehen würde.
Die vertraute Nummer soll ihn an seine Anfänge erinnern und dabei helfen, bescheiden zu bleiben.
Zunächst steht allerdings die Feier mit Familie und Freunden im Mittelpunkt. Bereits am kommenden Wochenende folgt in São Paulo der nächste Grand Prix.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert