Jesus blockt Ronaldo-Fragen ab – Portugal antwortet auf dem Platz
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Portugal hat nach dem Wirbel um Cristiano Ronaldo die sportlich deutlichste Antwort gegeben: Die Seleção gewann in Kopenhagen 4:2 gegen Dänemark und steht nach drei Nations-League-Spielen bei der maximalen Ausbeute von neun Punkten. Nationaltrainer Jorge Jesus wollte nach der Partie kaum noch über den abgereisten Captain sprechen. Für ihn stand die Leistung seiner Mannschaft klar im Vordergrund.
João Cancelo, Gonçalo Ramos, Vitinha und João Félix erzielten die portugiesischen Treffer. Dänemark kam durch Mikkel Damsgaard und Rasmus Højlund zweimal zum Ausgleich, doch Portugal blieb ruhig und setzte sich in der zweiten Halbzeit entscheidend ab. Jesus bezeichnete die Vorstellung als die beste unter seiner Leitung und hob vor allem hervor, wie konsequent seine Mannschaft die zuvor trainierten Abläufe umgesetzt habe.
Die Fragen zu Ronaldo verschwanden damit trotzdem nicht. Der Superstar hatte die portugiesische Auswahl nach dem Konflikt um seine sportliche Rolle vorzeitig verlassen. Seine Abreise hatte bereits am Flughafen für weitere Aufregung gesorgt. Jesus vermied nach dem 4:2 jedoch jede neue Eskalation und wiederholte lediglich seinen Grundsatz: Spieler könnten unterschiedliche Rollen und unterschiedlichen Status besitzen, die Regeln seien aber für alle gleich.
Jesus will über die Mannschaft sprechen
Schon die erste Frage nach dem Abpfiff zielte auf Ronaldo.
Was der Captain vor seiner Abreise gesagt habe, wollte Jesus jedoch nicht beantworten. Stattdessen verwies er auf vier Tore, den Auswärtssieg und die aus seiner Sicht starke Mannschaftsleistung.
"Das ist wichtiger als alles, was passiert ist", lautete seine Botschaft.
Der portugiesische Nationaltrainer machte damit deutlich, dass er die Debatte zumindest während des laufenden Länderspielblocks nicht weiterführen möchte.
Bereits vor der Partie hatte er erklärt, dass das Thema Ronaldo für den Moment abgeschlossen sei. Nach dem nächsten Spiel gegen Norwegen könne noch genügend Zeit bleiben, über die Ereignisse zu sprechen.
Bei den Regeln bleibt Jesus hart
In einem Punkt wich Jesus allerdings nicht zurück.
Auf die Frage, ob er seine Aussagen über unterschiedliche Hierarchien innerhalb des Kaders bereue, antwortete der erfahrene Trainer klar mit Nein.
Es gebe Spieler mit besonderem Status. Dies ändere jedoch nichts daran, dass die Regeln innerhalb des Nationalteams für jeden gelten müssten.
Genau diese Haltung stand offenbar auch im Zentrum des Konflikts mit Ronaldo.
Jesus hatte bereits vor dessen Abreise betont, dass er Entscheidungen ausschliesslich nach den Bedürfnissen der Mannschaft treffe.
Portugal funktioniert auch ohne Ronaldo
Sportlich war die Partie in Kopenhagen für den Trainer deshalb besonders wertvoll.
Portugal geriet trotz der Unruhe neben dem Platz nicht aus dem Rhythmus.
Nach Damsgaards zwischenzeitlichem 1:1 stellte Ramos praktisch sofort wieder die Führung her. Auch das 2:2 durch Højlund brachte Portugal nicht aus dem Konzept.
Vitinha und João Félix entschieden die Partie schliesslich zugunsten des Titelverteidigers.
Jesus lobte nach dem Abpfiff vor allem die Reife seiner Spieler und erklärte, die Mannschaft glaube zunehmend an seine Ideen.
"Wenn das bedeutet, dass ich die Gruppe in der Hand habe, dann habe ich sie", sagte der Nationaltrainer.
Jesus sucht die Nähe zu den Fans
Nach dem Abpfiff ging Jesus bewusst zu den portugiesischen Anhängern.
Auch dabei fiel der Name Ronaldo erneut.
Der Trainer erinnerte daran, dass er schon bei früheren Klubs nach Siegen den Kontakt mit den Fans gesucht habe. Während seiner Zeit bei Al-Nassr habe er sogar gemeinsam mit Ronaldo vor den Anhängern gefeiert.
Dass er in Kopenhagen erneut demonstrativ zur Kurve ging, wollte Jesus deshalb nicht als Reaktion auf den Konflikt verstanden wissen.
Gleichzeitig gab er zu, dass ihm die Unterstützung im eigenen Land wichtig sei.
Nun wartet Norwegen
Portugal besitzt nach drei Spielen bereits neun Punkte und liegt sechs Zähler vor den drei Konkurrenten.
Am Sonntag folgt im Estádio do Dragão das Heimspiel gegen Norwegen.
Mit einem weiteren Sieg könnte Portugal seine Ausgangslage in Gruppe A4 noch komfortabler gestalten.
Ob die Ronaldo-Debatte danach tatsächlich wieder aufgenommen wird, bleibt offen.
Auf dem Platz hat die Mannschaft jedenfalls gezeigt, dass sie auch ohne ihren langjährigen Captain gewinnen kann.
- Portugal gewann in Dänemark 4:2 und steht nach drei Spielen bei neun Punkten.
- Jorge Jesus bezeichnete die Partie als Portugals bisher beste Leistung unter seiner Leitung.
- Der Trainer blieb bei seiner Linie: Unterschiedlicher Status ist möglich, die Regeln gelten aber für alle.
- Am Sonntag empfängt Portugal im Estádio do Dragão Norwegen.
| Rang / Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Portugal | 3 | 3 | 0 | 0 | 7:3 | +4 | 9 |
| 2. Dänemark | 3 | 1 | 0 | 2 | 6:7 | -1 | 3 |
| 3. Norwegen | 3 | 1 | 0 | 2 | 5:6 | -1 | 3 |
| 4. Wales | 3 | 1 | 0 | 2 | 2:4 | -2 | 3 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert