Schweizer Frauen-Nati steht vor WM-Showdown
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Frauenfussball Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft hat die nächste Hürde auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien genommen. Das Team von Nationaltrainer Rafel Navarro besiegte Israel am Dienstagabend im Stade de Tourbillon in Sitten mit 2:0. Iman Beney und Julia Stierli erzielten die Tore. Nach dem 7:3 im Hinspiel zieht die Schweiz mit einem Gesamtergebnis von 9:3 in die zweite Playoff-Runde ein.
Vor 3548 Zuschauern übernahmen die Schweizerinnen von Beginn weg die Kontrolle. Die Walliserin Iman Beney brachte die Gastgeberinnen in der 30. Minute mit einem Kopfball nach einer präzisen Flanke von Géraldine Reuteler in Führung. Die Mannschaft blieb anschliessend klar überlegen, liess aber zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt. Erst in der Nachspielzeit sorgte Julia Stierli mit einem direkt verwandelten Freistoss für den 2:0-Endstand.
Damit erfüllt die Nati gleich zwei wichtige Ziele. Neben dem Weiterkommen gelang nach den drei Gegentoren im Hinspiel diesmal auch eine Partie ohne Gegentreffer. In der entscheidenden zweiten europäischen Playoff-Runde wartet Ende November und Anfang Dezember Österreich. Die Nachbarinnen qualifizierten sich mit einem 4:0-Heimsieg gegen Kosovo und einem Gesamtergebnis von 6:1.
Beney trifft bei ihrem Heimspiel in Sitten
Die Schweizerinnen begannen engagiert und bestimmten die Partie von der ersten Minute an. Nationaltrainer Rafel Navarro hatte seine Startformation im Vergleich zum Hinspiel auf drei Positionen verändert.
Julia Stierli, Nadine Riesen und Lia Kamber rückten in die Anfangsformation. Kamber hatte beim 7:3-Erfolg in Ungarn als Einwechselspielerin zweimal getroffen.
Bereits in der neunten Minute kam Iman Beney zu einer ersten guten Möglichkeit. Ihre Direktabnahme verfehlte das israelische Tor knapp.
Nur eine Minute später vergab Kamber eine Doppelchance.
In der 30. Minute gelang der verdiente Führungstreffer. Géraldine Reuteler brachte eine präzise Flanke in den Strafraum, wo Beney hochstieg und den Ball wuchtig ins Netz köpfte.
Für die 20-jährige Walliserin war es ein besonderer Moment. Sie traf vor heimischem Publikum in Sitten und erzielte ihren dritten Treffer in der laufenden WM-Qualifikation.
Schweiz kontrolliert die Partie
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen wenig. Die Schweizerinnen hielten den Ball überwiegend in den eigenen Reihen und bestimmten weiterhin das Tempo.
Israel verteidigte tief und fand offensiv kaum statt. Erst in der 53. Minute kamen die Gäste zu ihrem ersten Abschluss.
Die Schweiz erreichte 77 Prozent Ballbesitz und verzeichnete 32 Abschlüsse, während Israel lediglich zweimal zum Abschluss kam.
Trotz dieser deutlichen Überlegenheit blieb das Resultat lange knapp. Im letzten Drittel fehlten den Schweizerinnen immer wieder die Genauigkeit beim letzten Pass und die Konsequenz vor dem Tor.
Navarro nutzte die zweite Halbzeit für personelle Veränderungen. Unter anderem erhielten Alisha Lehmann und Smilla Vallotto Einsatzzeit.
Die Defensivarbeit funktionierte wesentlich zuverlässiger als beim torreichen 7:3-Sieg im Hinspiel, als die Schweizerinnen dreimal einen Gegentreffer hinnehmen mussten.
Stierli setzt mit Freistoss den Schlusspunkt
Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit.
Julia Stierli übernahm die Verantwortung bei einem Freistoss und zirkelte den Ball mit dem linken Fuss via Innenpfosten ins Tor.
Mit diesem Treffer zum 2:0 belohnte sich die Schweiz für ihre spielerische Überlegenheit.
Torhüterin Livia Peng durfte sich gleichzeitig über eine Partie ohne Gegentor freuen. Für die Mannschaft war dies besonders wichtig, nachdem Trainer Navarro vor dem Rückspiel eine deutliche Verbesserung der defensiven Stabilität gefordert hatte.
Österreich wird zur nächsten grossen Prüfung
Die nächste Aufgabe dürfte erheblich anspruchsvoller werden.
Österreich setzte sich in der ersten Playoff-Runde gegen Kosovo durch. Nach einem 2:1-Auswärtssieg gewann die Mannschaft von Trainer Lars Søndergaard das Rückspiel in Wien mit 4:0.
Marie-Therese Höbinger brachte Österreich bereits in der siebten Minute in Führung. Sarah Puntigam, Virginia Kirchberger und Eileen Campbell erhöhten in der zweiten Halbzeit.
Damit treffen Ende November zwei Nationalmannschaften aufeinander, die in der FIFA-Weltrangliste unmittelbar hintereinander liegen. Österreich belegt Rang 25, die Schweiz Rang 26.
Für beide Teams steht viel auf dem Spiel. Österreich strebt seine erste Teilnahme an einer Frauen-Weltmeisterschaft an, während die Schweiz nach 2015 und 2023 zum dritten Mal dabei sein möchte.
Der Weg nach Brasilien bleibt anspruchsvoll
Die Begegnungen der zweiten Playoff-Runde finden zwischen dem 26. November und dem 5. Dezember statt.
Die acht Siegerinnen dieser Runde werden nach den europäischen Qualifikationsregeln und ihrer Ausgangslage eingeordnet. Sieben qualifizieren sich direkt für die WM, eine Mannschaft muss den Umweg über das interkontinentale Playoff nehmen.
Für Navarro und seine Spielerinnen ist damit klar, dass die nächsten beiden Länderspiele den Höhepunkt der bisherigen Qualifikation bilden.
Die Schweiz kann aus dem Erfolg gegen Israel vor allem die verbesserte Defensivleistung mitnehmen. Gegen Österreich wird sie allerdings auch offensiv konsequenter auftreten müssen.
Die Weltmeisterschaft 2027 findet vom 24. Juni bis 25. Juli in Brasilien statt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert