Reit-Millionenfinale wegen Huthi-Angriffen nach Verona verlegt
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Pferdesport pferdesport.ch Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Springen Themen Ⳇ Verbreitung
Das höchstdotierte Springreitturnier der Welt muss kurzfristig den Austragungsort wechseln. Die Global Champions Playoffs finden vom 18. bis 21. November 2026 nicht in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, sondern im italienischen Verona statt. Grund ist die angespannte Sicherheitslage infolge wiederholter Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz. Insgesamt werden Preisgelder von 11,25 Millionen Euro ausgeschüttet.
Die Verlegung geht aus der neuen, vom internationalen Pferdesportverband FEI genehmigten Turnierausschreibung hervor. Damit bleibt der Termin für den Saisonabschluss bestehen, während der Austragungsort nach Norditalien wechselt. Allein beim Finale der Global Champions League, dem Mannschaftswettbewerb, stehen 6,5 Millionen Euro auf dem Spiel.
Für den internationalen Springreitsport ist die Entscheidung bedeutend. Die weltbesten Reiter und Teams müssen ihre Reiseplanung umstellen, während Verona innerhalb weniger Wochen gleich zwei hochklassige Veranstaltungen ausrichtet. Auch für Schweizer Spitzenreiter ist der neue Austragungsort deutlich näher als Saudi-Arabien.
Sicherheitslage zwingt Organisatoren zum Umdenken
Ursprünglich sollte Riad vom 18. bis 21. November Gastgeber der Global Champions Playoffs sein. Die Veranstaltung zählt zu den prestigeträchtigsten Turnieren im internationalen Springreiten.
Angesichts der wiederholten Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien ist die Durchführung in der Hauptstadt jedoch zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko geworden.
Der Standortwechsel wurde bereits Mitte Oktober im internationalen Pferdesport diskutiert. Mit der genehmigten neuen Ausschreibung steht Verona nun als Austragungsort fest.
Verona übernimmt das Millionenfinale
Die norditalienische Stadt verfügt über Erfahrung mit internationalen Reitturnieren.
Bereits vom 5. bis 8. November findet auf dem Messegelände Fieracavalli eine Weltcup-Station im Springreiten statt. Nur zehn Tage später beginnen dort die Global Champions Playoffs.
Für Veranstalter, Reiter und Pferde bedeutet dies eine kurzfristige organisatorische Anpassung. Transport, Unterbringung und Trainingsmöglichkeiten müssen für das neue Veranstaltungsumfeld koordiniert werden.
Am sportlichen Stellenwert des Finales ändert sich nichts.
11,25 Millionen Euro stehen auf dem Spiel
Mit 11,25 Millionen Euro Gesamtpreisgeld bleibt das Turnier der finanziell bedeutendste Wettbewerb seiner Art.
Allein das Finale des Mannschaftswettbewerbs, der Global Champions League Super Cup, ist mit 6,5 Millionen Euro dotiert.
Daneben bildet der Longines Global Champions Tour Super Grand Prix einen weiteren Höhepunkt.
In diesem Einzelwettbewerb treffen erfolgreiche Grand-Prix-Sieger der Saison aufeinander. Gefordert sind Präzision, Tempo und die Fähigkeit, auch unter hohem Druck fehlerfreie Runden zu zeigen.
Zwei Stationen vor dem Saisonabschluss
Vor den Playoffs stehen noch wichtige Entscheidungen an.
Vom 22. bis 24. Oktober gastiert die Global Champions Tour in Kairo. Anschliessend findet vom 30. Oktober bis 1. November das Saisonfinale in Rabat statt.
In Marokko werden die Gesamtsieger der Einzel- und Mannschaftswertung ermittelt.
Die Playoffs in Verona bilden danach den eigenständigen sportlichen Höhepunkt zum Abschluss der Saison.
In der Einzelwertung führt derzeit der Belgier Abdel Said. Hinter ihm folgen die Deutschen Christian Ahlmann und Katrin Eckermann.
Schweizer Springreiter im internationalen Blickfeld
Die Schweiz gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Nationen im Springreiten.
Mit Weltmeister Steve Guerdat und Martin Fuchs verfügt das Land über zwei international etablierte Spitzenreiter.
Guerdat gewann im August mit Dynamix de Bélhème WM-Gold in Aachen. Fuchs bestätigte seine Klasse zuletzt mit einem Podestplatz beim Weltcup-Auftakt in Oslo.
Ob und mit welchen Pferden Schweizer Reiter in Verona antreten, hängt von den Qualifikationen und der endgültigen Teilnehmerliste ab.
Europäischer Standort als praktische Lösung
Die Verlegung nach Verona hat auch logistische Vorteile.
Viele europäische Reiter und Teams verfügen über etablierte Transportwege nach Norditalien. Zudem steht mit dem Messegelände bereits eine Infrastruktur für internationalen Spitzensport bereit.
Die Entscheidung zeigt gleichzeitig, welche Folgen geopolitische Konflikte inzwischen auch für grosse Sportveranstaltungen haben.
Für die Global Champions Tour steht nun im Vordergrund, den sportlichen Saisonabschluss unter sicheren Bedingungen durchzuführen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert