Thömus verpflichtet erstmals Ausländer – Aldridge verstärkt Schweizer MTB-Team
von belmedia Redaktion Allgemein Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Radsport Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Das Schweizer Mountainbike-Team Thömus maxon schlägt für die Saison 2027 ein neues Kapitel auf. Erstmals verpflichtet der Rennstall mit dem 25-jährigen Briten Charlie Aldridge einen ausländischen Fahrer für sein Elitekader. Gleichzeitig unterschreibt U23-Weltmeister Nicolas Halter einen Profivertrag, während die beiden Schweizer Leistungsträger Mathias Flückiger und Alessandra Keller ihre Verträge verlängern. Teamchef Ralph Näf setzt damit auf eine Mischung aus internationaler Spitzenklasse und Schweizer Nachwuchsförderung.
Aldridge gehört zu den stärksten Cross-Country-Fahrern der Welt. Der Doppel-Europameister und zweifache WM-Silbermedaillengewinner gewann Anfang Oktober das Weltcupfinale in Lake Placid. Nach der Auflösung von Cannondale Factory Racing findet er bei Thömus maxon eine neue sportliche Heimat. Mit ihm wechseln seine langjährigen Vertrauten Phil Dixon und Kenta Gallagher zum Schweizer Rennstall.
Die Verpflichtung ist ein bemerkenswerter Strategiewechsel für das Team aus Oberried bei Bern, das seine Eliteformation bisher mit Schweizer Athletinnen und Athleten besetzte. Aldridge hatte bei der Mountainbike-WM im italienischen Val di Sole hinter Tom Pidcock Silber gewonnen. Für Flückiger entsteht ein neuer internationaler Trainingspartner, während Alessandra Keller ihre langfristige Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles fortsetzen kann.
Aldridge bringt internationale Spitzenklasse
Mit Charlie Aldridge gewinnt Thömus maxon einen Fahrer, der zu den auffälligsten Mountainbikern der Saison 2026 gehört.
Der Brite gewann bei den Europameisterschaften sowohl im Short Track als auch im olympischen Cross Country Gold. Bei den Weltmeisterschaften holte er zweimal Silber.
Zum Saisonabschluss gewann er in Lake Placid vor dem Schweizer Filippo Colombo sein zweites Cross-Country-Weltcuprennen.
Nach der Auflösung des Cannondale-Werksteams war Aldridge auf dem Transfermarkt gefragt.
Der 25-Jährige zeigt sich erfreut über den Wechsel. Bereits nach den ersten Gesprächen mit Ralph Näf habe er erkannt, dass die Teamkultur hervorragend zu seiner Trainingsphilosophie passe.
Zwei Vertraute kommen mit Aldridge
Die Verpflichtung umfasst mehr als einen zusätzlichen Spitzenfahrer.
Phil Dixon übernimmt die Funktion des Sports Director. Kenta Gallagher verstärkt das Team als Race Coach und Test Rider.
Beide arbeiteten bereits mehrere Jahre eng mit Aldridge zusammen und sollen ihre Erfahrung in die gesamte Mannschaft einbringen.
Für Teamchef Ralph Näf ist dieser Schritt eine Antwort auf das steigende Leistungsniveau im Mountainbike-Weltcup.
Die Abstände zwischen den Besten würden immer kleiner. Deshalb brauche es zusätzliche Investitionen in Betreuung, Material und technische Entwicklung.
Flückiger und Keller verlängern
Trotz der internationalen Öffnung bleiben zwei Schweizer Persönlichkeiten die zentralen Leistungsträger.
Mathias Flückiger, Olympiazweiter von Tokio 2021, setzt seine Karriere bei Thömus maxon fort. Der Berner begrüsst die Veränderungen und erhofft sich neue Trainingsreize.
Auch Alessandra Keller verlängert ihren Vertrag.
Die Short-Track-Weltmeisterin von 2025 richtet ihren Blick bereits auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Die zusätzliche Fachkompetenz im Staff soll helfen, ihre langfristige Vorbereitung weiter zu verbessern.
Halter-Geschwister fahren gemeinsam
Mit Nicolas Halter erhält ein weiteres Schweizer Nachwuchstalent einen Platz im Elitekader.
Der 20-Jährige gewann 2026 den U23-Weltmeistertitel im Short Track und folgt seiner älteren Schwester Monique ins Profiteam.
Monique Halter war bereits während der laufenden Saison von Thömus Akros Youngstars aufgestiegen.
Beide stehen für die langjährige Nachwuchsarbeit des Schweizer Rennstalls.
Forster und Albin machen Platz
Der Neuaufbau ist mit zwei bedeutenden Abgängen verbunden.
Lars Forster verlässt die Mannschaft nach vier Jahren. Vital Albin beendet seine achtjährige Zusammenarbeit mit Thömus maxon.
Damit verändert sich besonders die Männerformation erheblich.
Künftig sollen Flückiger, Aldridge und Nicolas Halter gemeinsam dafür sorgen, dass das Team bei internationalen Spitzenrennen wieder regelmässig um Podestplätze kämpfen kann.
Schweizer Identität bleibt erhalten
Die Verpflichtung eines ausländischen Fahrers bedeutet keine Abkehr von den bisherigen Werten.
Thömus maxon will seine Schweizer Verankerung bewahren und gleichzeitig die sportlichen Strukturen professionalisieren.
Das Ziel ist eine breitere Mannschaft, in der mehrere Fahrerinnen und Fahrer im Weltcup Spitzenresultate erreichen können.
Mit Aldridge, den Halter-Geschwistern, Flückiger und Keller nimmt das neue Kader für 2027 konkrete Formen an.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert