Der grösste Energiefresser am Flughafen Zürich ist überraschenderweise nicht der Strom
von belmedia Redaktion Airlines Allgemein Alltag Betrieb Flug flughafen.ch Flugzeug Infrastruktur Magazine Mobilität nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Reisen & Ausflüge Schweiz Schweiz Themen Zürich Ⳇ Verbreitung
Was verbraucht ein Flughafen eigentlich am meisten? Wer spontan an Kerosin oder Strom denkt, übersieht einen entscheidenden Bereich: die Wärmeversorgung. Am Flughafen Zürich wurden 2025 insgesamt 181’200 Megawattstunden Energie verbraucht. Der grösste Anteil entfiel mit 111’623 Megawattstunden auf thermische Energie – deutlich mehr als auf Elektrizität.
Hinzu kommt ein erheblicher Wasserbedarf. Der Flughafen Zürich verzeichnete 2025 einen Frischwasserverbrauch von rund 814 Millionen Litern. Das entspricht durchschnittlich mehr als 2,2 Millionen Litern pro Tag. Auch bei Strom und betrieblichen Treibstoffen erreichen die Jahresmengen beeindruckende Dimensionen.
Die Zahlen zeigen, wie aufwendig der Betrieb des grössten Schweizer Flughafens ist. Hinter den Terminals stehen Heizkraftwerke, Lüftungsanlagen, Gepäcksysteme, Beleuchtung und zahlreiche weitere technische Einrichtungen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Energieverbrauch der Flughafen Zürich AG und dem Kerosinverbrauch der Fluggesellschaften.
Warum Wärme mehr Energie benötigt als Strom
Der Flughafen Zürich besteht nicht nur aus Abflug- und Ankunftshallen. Zahlreiche Gebäude, Werkstätten, Betriebsräume und technische Einrichtungen benötigen eine zuverlässige Energieversorgung.
2025 entfielen rund 62 Prozent des ausgewiesenen Energieverbrauchs auf thermische Energie. Der Flughafen betreibt ein eigenes Heizkraftwerk, das Wärme für das Fernwärmenetz und zusätzlich Strom erzeugt.
Die Anlage wird bisher überwiegend mit Erdgas oder Heizöl betrieben. Von der 2025 verbrauchten thermischen Energie stammten rund 19’000 Megawattstunden aus erneuerbaren Quellen.
Strom: Fast 176 Megawattstunden täglich
Mit 64’246 Megawattstunden war Elektrizität der zweitgrösste Energieposten. Das entspricht durchschnittlich rund 176 Megawattstunden pro Tag.
Strom benötigen beispielsweise Gepäckförderanlagen, Beleuchtung, Rolltreppen, Aufzüge, IT-Systeme und Sicherheitseinrichtungen.
Viele dieser Anlagen müssen auch ausserhalb der Hauptverkehrszeiten verfügbar bleiben. Der laufende Betrieb des Flughafens Zürich verursacht deshalb auch nachts erhebliche Kosten.
Eine wichtige Veränderung erfolgte 2025 bei der Stromversorgung. Die Flughafen Zürich AG bezieht seither ihren zusätzlichen Strombedarf ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen. Eigene Photovoltaikanlagen ergänzen die Energieproduktion.
Mehr als zwei Millionen Liter Wasser täglich
Besonders eindrücklich sind die Zahlen beim Wasserverbrauch. Insgesamt benötigte der Flughafen 2025 rund 814,5 Millionen Liter Frischwasser.
Davon entfielen 687,6 Millionen Liter auf Trinkwasser aus dem Versorgungsnetz der Stadt Kloten. Weitere 110,8 Millionen Liter stammten aus Grundwasser und 16,1 Millionen Liter aus gesammeltem Regenwasser.
Grundwasser wird unter anderem für technische Prozesse und Toilettenspülungen eingesetzt. Auch das aufgefangene Regenwasser dient teilweise als Spülwasser.
Dadurch lässt sich der Bedarf an aufbereitetem Trinkwasser reduzieren.
Und was ist mit dem Flugzeugkerosin?
Beim gesamten Luftverkehr spielt Kerosin eine wesentlich grössere Rolle als bei der eigentlichen Flughafeninfrastruktur.
Die 2025 ausgewiesenen 5’331 Megawattstunden Treibstoffe beziehen sich auf den betrieblichen Verbrauch der Flughafen Zürich AG, insbesondere für Fahrzeuge und Maschinen.
Der Treibstoffverbrauch der Flugzeuge ist darin nicht enthalten. Er gehört zur Energiebilanz der Fluggesellschaften und darf deshalb nicht mit dem Eigenverbrauch des Flughafenbetreibers verwechselt werden.
Wo kann der Flughafen künftig sparen?
Der Flughafen setzt auf den Ausbau der Photovoltaik, modernisierte Gebäudeanlagen und die Elektrifizierung von Fahrzeugen.
2025 wurden unter anderem vier Kompaktkehrmaschinen elektrifiziert. Zusätzlich entstanden 119 neue Ladestationen und drei Schnellladestationen.
Langfristig soll auch die Wärmeversorgung weniger fossile Brennstoffe benötigen.
Die Verbrauchszahlen verdeutlichen damit einen wichtigen Unterschied: Ein Flughafen benötigt nicht nur Energie, um Flugzeuge abzufertigen. Er ist gleichzeitig ein grosser Gebäude-, Technik- und Logistikstandort, dessen Versorgung rund um die Uhr funktionieren muss.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert