Mehr Firmenverkäufe in der Schweiz – Investoren kehren zurück
von belmedia Redaktion Allgemein Analysen & Trends Arbeitsmarkt businessaktuell.ch Europa Finanzen Finanzierung Finanzierung & Venture Capital Investments News Schweiz Strategie Studien Wirtschaft
Die M&A-Aktivität im Schweizer KMU-Sektor hat sich 2025 deutlich erholt. Laut der Deloitte Study 2026 «M&A Activity of Swiss SMEs» wurden insgesamt 208 Transaktionen verzeichnet – ein Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Treiber der Entwicklung waren insbesondere ausländische Investoren sowie Private-Equity-Gesellschaften.
Deutlicher Anstieg bei Inbound-Transaktionen
Besonders stark wuchs die Zahl der Inbound-Transaktionen. Mit 104 Deals wurde ein Rekordwert erreicht – ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zu 2024. Internationale Investoren nutzten die Stabilität des Schweizer Marktes gezielt für Akquisitionen.
Demgegenüber gingen die Outbound-Transaktionen um 25 Prozent auf 51 Deals zurück. Schweizer Unternehmen agierten angesichts geopolitischer Unsicherheiten und handelspolitischer Spannungen zurückhaltender im Ausland.
Private Equity dominiert den Markt
Private-Equity-Gesellschaften spielten 2025 eine zentrale Rolle im Schweizer KMU-Markt. Insgesamt 116 Transaktionen – 56 Prozent aller Deals – erfolgten unter Beteiligung von Private Equity. Dies entspricht einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark wuchs die Zahl der Inbound-Private-Equity-Deals, die um 156 Prozent zulegte. Viele internationale Fonds nutzten sogenannte Bolt-on-Strategien, um bestehende Portfoliounternehmen gezielt zu erweitern.
IT- und Software-Sektor als Wachstumsmotor
Am meisten gefragt waren Schweizer KMU aus dem Bereich IT-Services und Software. Dieser Sektor stellte 28 Prozent der inländischen und grenzüberschreitenden Transaktionen und war Haupttreiber des Marktwachstums.
Auch Life Sciences und Healthcare blieben attraktiv, während traditionelle Industriebranchen und exportabhängige Sektoren selektiver bewertet wurden.
Bewertungen ziehen wieder an
Die Bewertung börsennotierter Schweizer Small- und Mid-Caps stieg im Jahresverlauf deutlich an. Der Deloitte Swiss Small & Mid Cap Index erreichte im vierten Quartal 2025 ein EV/EBITDA-Multiple von 10,7x – nach 9,2x zu Jahresbeginn. Damit signalisiert der Kapitalmarkt wieder zunehmendes Vertrauen in die Ertragskraft Schweizer KMU.
Gleichzeitig blieben Transaktionsmultiples im europäischen Mid-Market unter Druck, was zu einer Annäherung der Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern beitrug.
Ausblick 2026: Weitere Belebung erwartet
Für 2026 rechnen die Autoren mit einer weiteren Beschleunigung der M&A-Aktivität. Unterstützend wirken niedrige Inflation, stabile Finanzierungsbedingungen sowie weiterhin hohe Liquiditätsbestände bei Private-Equity-Investoren.
Besonders dynamisch dürften sich weiterhin IT-Services, Software sowie technologiegetriebene Geschäftsmodelle entwickeln. Auch Nachfolgelösungen bei Schweizer KMU könnten das Dealvolumen zusätzlich erhöhen.
Fazit: Die Puzzleteile für eine nachhaltige M&A-Erholung im Schweizer KMU-Sektor setzen sich zusammen. Trotz geopolitischer Risiken zeigt sich der Markt widerstandsfähig – und international stark nachgefragt.
Quelle: Deloitte
Bildquelle: Deloitte