FC Zürich legt sich vor Sion-Spiel mit der SBB an
von belmedia Redaktion Allgemein Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Super League Themen Wallis Zürich Ⳇ Verbreitung
Vor dem Super-League-Spiel zwischen dem FC Sion und dem FC Zürich ist ein öffentlicher Streit über die Fan-Anreise entbrannt. Die SBB stellen für die Zürcher Anhänger am Samstagabend keinen Extrazug zur Verfügung. Der FCZ widerspricht der Begründung des Bahnunternehmens deutlich und kritisiert dessen «kommunikative Eskalationsstrategie».
Die SBB verweisen auf umfangreiche Bauarbeiten auf den Strecken Visp–Brig und Bex–Villeneuve. Deshalb sei es betrieblich und aus Sicherheitsgründen nicht möglich, für die FCZ-Fans einen Extrazug durchs Wallis anzubieten. Der Klub hält dagegen, dass die Baustellen nicht der entscheidende Punkt seien. Seit dieser Saison würden die SBB grundsätzlich keine Fanzüge mehr ausserhalb jener Zeiten einsetzen, in denen auch reguläre Züge verkehren. Nach Darstellung des FCZ wäre deshalb auch ohne die Bauarbeiten kein Extrazug zur Verfügung gestellt worden.
Sportlich wartet auf Zürich ohnehin eine anspruchsvolle Reise. Sion gewann unter der Woche mit 5:2 bei GC und feierte damit bereits den vierten Meisterschaftssieg in Serie. Über den spektakulären 5:2-Erfolg der Walliser im Letzigrund haben wir bereits berichtet. Nun treffen die formstarken Sittener am Samstag um 20.30 Uhr im Stade de Tourbillon auf den FCZ.
FCZ wollte Spiel auf 18 Uhr vorverlegen
Der FC Zürich reagierte bereits früh auf die schwierige Reisesituation. Am 8. September beantragte der Klub bei der Swiss Football League, die Partie von 20.30 Uhr auf 18.00 Uhr vorzuverlegen.
Der Antrag wurde nach Angaben des FCZ abgelehnt. Für eine kurzfristige Änderung der Anspielzeit sei eine entsprechende Anordnung der zuständigen Behörden notwendig. Eine solche lag nicht vor.
Damit bleibt es beim späten Spieltermin. Für die Zürcher Fans erschwert dies insbesondere die Rückreise. Wer mit regulären Zügen reist, muss sich zudem auf eine hohe Auslastung einstellen. Die SBB haben ausdrücklich davor gewarnt, dass es auf den Verbindungen durch den Lötschberg-Basistunnel zu stark belasteten Zügen und möglichen betrieblichen Einschränkungen kommen kann.
SBB haben Regeln für Fanzüge verschärft
Hinter dem konkreten Streit steckt eine grundsätzliche Änderung bei den SBB. Seit Beginn der Saison 2026/27 verkehren Fanzüge nur noch dann, wenn zum entsprechenden Zeitpunkt auch reguläre Züge unterwegs sind.
Bei Spielen, die so spät enden, dass danach kein fahrplanmässiger Zug mehr fährt, können Klubs oder Fanorganisationen stattdessen kostenpflichtige Charterzüge bestellen. Zudem setzt die SBB Fanzüge grundsätzlich erst ab einer Fangruppe von mindestens 400 Personen ein.
Das Bahnunternehmen begründet die Verschärfung unter anderem mit hohen Kosten. Nach eigenen Angaben entstehen im Zusammenhang mit Fanzügen jährlich ungedeckte Kosten von mehr als vier Millionen Franken. Dazu kommen Schäden durch Vandalismus und zusätzlicher betrieblicher Aufwand.
FCZ weist Darstellung der SBB zurück
Besonders an der Kommunikation entzündet sich nun der Streit. Die SBB erklären, sie hätten Liga, Klub und weitere Beteiligte frühzeitig über die Baustellensituation informiert und damit genügend Zeit für alternative Anreiseformen wie Reisecars geschaffen.
Der FCZ weist den Eindruck zurück, er habe keine Alternativen geprüft. Der Klub betont vielmehr, dass die grundsätzliche Änderung des Fanzug-Systems bereits vor Saisonbeginn als feststehender Entscheid kommuniziert worden sei und bisherige Versuche, diesen rückgängig zu machen, erfolglos geblieben seien.
Gleichzeitig ruft der FC Zürich alle Beteiligten dazu auf, wieder einen lösungsorientierten Dialog zu führen. Für Samstag bleibt die Situation jedoch unverändert: Die Partie findet um 20.30 Uhr statt, einen regulären Fanzug aus Zürich nach Sion und zurück gibt es nicht.
- FC Sion – FC Zürich findet am Samstag, 19. September, um 20.30 Uhr im Stade de Tourbillon statt.
- Die SBB stellen für die Partie keinen regulären Fanzug bereit.
- Der FCZ beantragte eine Vorverlegung auf 18.00 Uhr, die jedoch nicht bewilligt wurde.
- Bei der individuellen An- und Rückreise mit Regelzügen ist mit hoher Auslastung zu rechnen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert