520 Biber im Kanton Zürich: Neue Reviere entlang von Sihl, Limmat und Zürichsee
von belmedia Redaktion Allgemein Natur & Umwelt News Prävention Regionen Schweiz Tierwelt tierwelt.news Wildtiere
Im Kanton Zürich leben rund 520 Biber in 165 Revieren – das zeigt das neuste Bibermonitoring. Der Bestand ist damit erneut gewachsen, vor allem im südlichen Kantonsteil.
Neue Biberreviere gibt es beispielsweise rund um den Pfäffiker- und den Greifensee sowie entlang der Sihl, der Limmat und am Zürichsee bei Wollishofen und Meilen.
Hohe Revierdichte im Norden – neue Besiedelung im Süden
Alle drei Jahre lässt der Kanton Zürich erheben, wo sich Biber im Kanton angesiedelt haben und in welcher Zahl. Freiwillige Helferinnen und Helfer kontrollieren dazu über 900 Kilometer an Gewässern und dokumentieren Biberspuren wie angenagte Äste, Fussabdrücke, Dämme oder Baue.
Seit der ersten Erhebung im Jahr 2008 hat sich der Biberbestand mehr als verdreifacht. In den letzten fünf Jahren hat sich das Wachstum jedoch verlangsamt. Im nördlichen Kantonsteil ist das Lebensraumpotenzial allmählich ausgeschöpft, einige Reviere wurden wieder aufgegeben. Die Dynamik bleibt aber hoch – Tiere wandern weiter und erschliessen neue Gebiete.
Im Gegensatz dazu wird der Süden des Kantons nun verstärkt vom Biber besiedelt. In den letzten Jahren konnten entlang der Sihl, der Limmat sowie im Schilfgürtel des Zürichsees neue Reviere festgestellt werden. Trotz mancher verbauter Uferzonen bieten diese Regionen weiterhin geeignete Lebensräume.
Weniger Familien, mehr Einzel- und Paarreviere
Erstmals seit 2008 wurden bei der letzten Erhebung mehr Einzel- und Paarreviere als Familienreviere dokumentiert. Das ist typisch für eine Phase der Ausbreitung: Junge Biber verlassen nach zwei bis drei Jahren ihr Revier und besiedeln neue Gewässerabschnitte. Dort entstehen zunächst Einzel- oder Paarreviere, aus denen sich mit der Zeit Familienreviere entwickeln.
Biodiversität profitiert – Konflikte sind lösbar
Der Biber gilt als „Baumeister der Natur“ und fördert die Artenvielfalt in seinen Lebensräumen massiv. Wo er sich niederlässt, verdoppelt sich die Biodiversität, seltene Arten wie der Eisvogel, die Geburtshelferkröte oder die Ringelnatter profitieren.
Seine Aktivitäten können jedoch auch zu Konflikten führen – etwa durch Unterhöhlungen, Schäden an Uferbereichen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Biberfachstelle des Kantons Zürich bietet Beratung und Unterstützung, um solche Probleme frühzeitig und nachhaltig zu lösen.
Quelle: Kanton Zürich
Bildquelle: Martin Steiner 77/Shutterstock.com
