97 Schafe durch Blitz getötet: Herdenschutz senkt laut Fachstellen das Risiko
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Magazine nachrichtenticker.ch News Nutztiere Prävention Rassen Regionen Schweiz Sicherheit Themen Tiere Tierwelt tierwelt.news Tipps Wallis wetter24.ch Ⳇ Verbreitung
Im Oberwallis wurden auf der Alp Eggerhorn 97 Schwarznasenschafe durch einen Blitzschlag getötet. Die Schafe befanden sich zum Schutz des Wolfes in einem Nachtpferch. Die Behauptung, dass der Herdenschutz mit Nachtpferchen das Risiko für solche Ereignisse erhöht, hält einer Überprüfung jedoch nicht Stand.
Sowohl die Empfehlungen der Herdenschutzfachstellen für sichere Übernachtungsplätze für behirtete Schafe als auch die Einhaltung der Sömmerungsvorschriften der Direktzahlungsverordnung senken das Risiko für Todesfälle von Schafen durch Blitzschläge.
Schafe besitzen ein eigenwilliges Weideverhalten und bevorzugen hoch gelegene, exponierte Weiden, insbesondere Gratlagen, sofern sie frei wählen können. Sie finden dort das von ihnen bevorzugte junge Gras. Zugleich bieten diese Lagen eine gute Übersicht und das bevorzugte Klima (kühl und windig und somit wenige Insekten), weshalb diese Lagen auch als Übernachtungsplätze gewählt werden. Diese Lagen sind jedoch auch besonders exponiert für Blitzeinschläge. Schafe wählen also blitzexponierte Stellen grundsätzlich freiwillig.
Zum Schutz vor dem Wolf werden Schafe auf den Alpen durch Hirten oder Zäune geführt. Die Herdenführung ist die Voraussetzung für den Einsatz von Herdenschutzhunden oder wolfsabweisenden Zäunen. Die Vorschriften für die Herdenführung finden sich in der Direktzahlungsverordnung. Demnach dürfen unter anderem Flächen mit Erosionsgefahr oder empfindlichen Pflanzenbeständen nicht beweidet werden und eine Übernutzung ist verboten. Das trifft insbesondere auch sehr hoch gelegene und exponierte Lagen zu, weshalb diese nicht oder nur beschränkt mit Schafen beweidet werden dürfen. Bereits die Einhaltung der Sömmerungsvorschriften der Direktzahlungsverordnung für behirtete Schafe sorgt somit dafür, dass sich diese seltener in riskanten Lagen hinsichtlich Blitzschlages aufhalten.
Für sichere Übernachtungsplätze für Schafe durch die Hirten gibt es zudem fachliche Empfehlungen der Herdenschutzfachstelle der Agridea. Auf den Schutz vor Blitzschlag und Unwettern ist demnach explizit zu achten. Explizit zu diesem Zweck dienen auch die empfohlenen Schlechtwetterweiden, wo Schafe auch während Unwettern sicher vor Wölfen, aber eben auch vor Blitzen sind.
Es ist damit festzuhalten, dass die Einhaltung der Vorgaben der Direktzahlungsverordnung sowie der Empfehlungen der Herdenschutzfachstelle dazu führt, dass das Risiko von Blitzschlägen reduziert wird. Behirtete Schafe halten sich seltener in blitzexponierten Lagen auf und fachgerecht platzierte Nachtpferche und Schlechtwetterweiden beachten explizit das Risiko im Unwetterfall.
Quelle: Gruppe Wolf Schweiz
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