1000 Fans feiern Samuel Giger in Märstetten TG – Siegermuni Ultimo sorgt für Verspätung
von belmedia Redaktion Allgemein Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Schwingen Sport sportaktuell.ch Themen Thurgau Zürich Ⳇ Verbreitung
Märstetten hat seinen Kilchberg-Sieger Samuel Giger mit einem grossen Empfang gefeiert. Rund 1000 Schwingerfans bereiteten dem 28-jährigen Thurgauer am Dienstagabend Standing Ovations. Für eine kleine Verzögerung sorgte ausgerechnet Siegermuni Ultimo – der rund 1,3 Tonnen schwere Ehrengast steckte im Verkehr fest.
Drei Tage nach seinem historischen Triumph am Kilchberger Schwinget durfte Samuel Giger nochmals feiern. In seiner Wohngemeinde Märstetten säumten zahlreiche Menschen die Strassen, ehe der Festsieger gemeinsam mit Schwingerkollegen und Siegermuni Ultimo zur offiziellen Feier einzog.
Für Giger war es der nächste emotionale Moment nach einem aussergewöhnlichen Comeback. Nach mehrmonatiger Verletzungspause hatte er den Kilchberger Schwinget 2026 mit einem eindrücklichen Sieg gegen Marcel Bieri gewonnen und damit seinen Erfolg von 2021 wiederholt.
Ultimo steht im Stau
Eigentlich hätte sich der Umzug durch Märstetten bereits um 18.30 Uhr in Bewegung setzen sollen. Doch die Zuschauerinnen und Zuschauer mussten sich etwas gedulden.
Der Grund war ungewöhnlich: Siegermuni Ultimo hatte sich verspätet.
Der rund 1300 Kilogramm schwere Muni war im Verkehr stecken geblieben und traf erst später in Märstetten ein. Gegen 19 Uhr konnte der Umzug schliesslich beginnen.
Entlang der Strassen wurde Giger mit Applaus und «Sämi»-Rufen empfangen. Der Thurgauer genoss die Fahrt durch seine Heimat sichtbar und winkte den zahlreichen Fans zu.
Mit dabei waren unter anderem seine Schwingerkollegen Werner Schlegel und Damian Ott. Auch Vertreter des Schwingsports liessen sich den Empfang des Kilchberg-Siegers nicht entgehen.
Standing Ovations für den Kilchberg-Sieger
Hinter der Mehrzweckhalle wartete der nächste emotionale Höhepunkt.
Als Giger auf die Bühne gerufen wurde, erhoben sich die Zuschauerinnen und Zuschauer und feierten ihren erfolgreichen Mitbürger mit Standing Ovations.
Rund 1000 Menschen waren nach Angaben des Thurgauer Kantonalen Schwingverbands zum Empfang gekommen.
Dass eine Feier dieser Grösse nur wenige Tage nach dem Kilchberger Schwinget überhaupt stattfinden konnte, war das Resultat einer kurzfristigen Organisation. Bereits kurz nach dem Schlussgang begannen die ersten Planungen.
Für die Gemeinde Märstetten mit ihren gut 3000 Einwohnern wurde der Dienstagabend damit zu einem aussergewöhnlichen Ereignis.
Giger blickt auf entscheidenden fünften Gang zurück
Auf der Bühne blickte Giger nochmals auf seinen Triumph in Kilchberg zurück.
Besonders ein Kampf ist dem 28-Jährigen in Erinnerung geblieben: sein fünfter Gang gegen Michael Moser.
Mit einem Sieg gegen den starken Berner hatte sich Giger damals den Platz im Schlussgang gesichert. Der Thurgauer bezeichnete diesen Erfolg beim Empfang als einen der schönsten Momente des gesamten Festes.
Im Schlussgang traf Giger anschliessend auf Marcel Bieri.
Nach etwas mehr als zwei Minuten entschied er das Duell für sich und machte den alleinigen Festsieg perfekt. Insgesamt gewann er fünf seiner sechs Gänge und schloss das Fest mit 58,50 Punkten ab.
Damit gelang ihm Historisches.
Nach seinem geteilten Erfolg von 2021 gewann Giger zum zweiten Mal den Kilchberger Schwinget. Vor ihm hatte einzig Karl Meli dieses Kunststück geschafft.
Ultimo bleibt nicht bei Giger
Auch Siegermuni Ultimo spielte beim Empfang eine Hauptrolle.
Der rund 1,3 Tonnen schwere Muni wird allerdings nicht dauerhaft bei Giger bleiben. Er kehrt zu seinem Züchter Paul Korrodi nach Schönenberg zurück.
Schon nach Gigers erstem Kilchberg-Sieg im Jahr 2021 war es ähnlich gelaufen.
Damals gehörte Siegermuni Harald ebenfalls Korrodi. Giger nahm das Tier nicht mit nach Hause – behielt aber eine besondere Erinnerung.
Der ausgestopfte Kopf von Harald befindet sich bis heute bei ihm.
Auch Ultimo könnte zum Erinnerungsstück werden
Nun könnte sich die Geschichte wiederholen.
Giger erklärte beim Empfang, dass er den Züchter von Ultimo fragen wolle, ob nach dessen Lebensende ebenfalls ein entsprechendes Erinnerungsstück möglich wäre.
Für den Kilchberg-Sieger wäre es eine besondere Verbindung zwischen seinen beiden Erfolgen beim prestigeträchtigen Schwingfest.
Ultimo selbst bleibt vorerst selbstverständlich beim Züchter.
Der Siegermuni war eine der grossen Attraktionen des Empfangs und sorgte mit seiner verspäteten Ankunft sogar noch für eine kleine zusätzliche Geschichte an diesem Abend.
Gigers Saisonplanung noch offen
Sportlich ist noch nicht definitiv bekannt, ob Samuel Giger in dieser Saison nochmals in die Schwinghosen steigen wird.
Nach seiner langen Schulterverletzung und dem erfolgreichen Comeback beim Kilchberger Schwinget dürfte die weitere Planung sorgfältig erfolgen.
Ein Auftritt steht allerdings bereits fest.
Giger wird am Super-10-Kampf der Schweizer Sporthilfe im Zürcher Hallenstadion teilnehmen. Dort war der Thurgauer in der Vergangenheit bereits zweimal zum Publikumsliebling gewählt worden.
Nach seinem spektakulären Kilchberg-Sieg dürfte ihm auch dort grosse Aufmerksamkeit sicher sein.
In Märstetten bekam Giger bereits einen Vorgeschmack darauf. Drei Tage nach seinem Triumph wurde aus dem sportlichen Erfolg noch einmal ein grosses Fest – diesmal mitten in seiner Heimat.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert