Rettungsgasse auf Schweizer Autobahnen: 10 Tipps, damit Hilfe schnell ankommt

Wenn sich auf der Autobahn ein Stau bildet, können wenige Meter darüber entscheiden, wie schnell Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst zu einer Unfallstelle gelangen. In der Schweiz ist die Rettungsgasse deshalb obligatorisch und muss bereits bei stockendem Verkehr beziehungsweise spätestens bei Schrittgeschwindigkeit gebildet werden. Wer erst reagiert, wenn das Blaulicht im Rückspiegel auftaucht, ist häufig bereits zu spät.

Die Grundregel ist einfach: Auf einer zweispurigen Autobahn fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur möglichst weit nach links, jene auf der rechten Spur möglichst weit nach rechts. Bei drei oder mehr Fahrstreifen entsteht die Rettungsgasse immer zwischen dem äussersten linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen.

Dabei bleibt der Pannenstreifen grundsätzlich frei. Die Rettungsgasse ist kein zusätzlicher Fahrstreifen für Autofahrer, die schneller zur nächsten Ausfahrt gelangen möchten. Auch nachdem ein erstes Einsatzfahrzeug passiert hat, muss die Gasse offen bleiben, weil weitere Rettungs-, Polizei-, Feuerwehr- oder Bergungsfahrzeuge folgen können.

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1. Rettungsgasse bilden, bevor das Blaulicht kommt

Der häufigste Fehler besteht darin, erst dann Platz zu schaffen, wenn ein Einsatzfahrzeug unmittelbar hinter der Kolonne auftaucht.

Das ASTRA verlangt die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr und spätestens bei Schrittgeschwindigkeit. Wer früh reagiert, hat noch genügend Raum zum Einordnen.

Im vollständigen Stillstand lassen sich Fahrzeuge dagegen oft nur noch wenige Zentimeter bewegen.

2. Links fährt nach links – alle anderen nach rechts

Auf zwei Fahrstreifen ist die Regel besonders einfach: Die linke Spur weicht nach links aus, die rechte nach rechts.

Bei drei oder mehr Fahrstreifen fährt nur die äusserste linke Spur nach links. Sämtliche Fahrstreifen rechts davon orientieren sich nach rechts.

Die Rettungsgasse verläuft damit immer zwischen der ganz linken und der direkt danebenliegenden Spur.

3. Den Pannenstreifen nicht als normale Fahrspur benutzen

Der Pannenstreifen darf nicht einfach benutzt werden, um im Stau schneller voranzukommen.

Beim Bilden einer Rettungsgasse kann es notwendig sein, möglichst weit nach rechts zu fahren. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Pannenstreifen zu einer zusätzlichen Verkehrsfläche wird.

Er wird unter anderem für Pannenfahrzeuge und Einsatzsituationen benötigt.

4. Genügend Abstand zum Fahrzeug davor lassen

Wer im Stau direkt bis auf wenige Zentimeter zum vorausfahrenden Auto aufschliesst, verliert wichtigen Handlungsspielraum.

Ein kleiner Abstand ermöglicht es, das eigene Fahrzeug noch nach links oder rechts zu versetzen.

Besonders bei grossen Fahrzeugen, Anhängern oder engen Autobahnabschnitten kann dieser zusätzliche Platz entscheidend sein.

5. Nicht ständig die Spur wechseln

Kolonnenspringen verschlechtert nicht nur den Verkehrsfluss, sondern kann auch eine bereits gebildete Rettungsgasse blockieren.

Deshalb sollte man bei stockendem Verkehr möglichst auf der eigenen Spur bleiben.

Ein Spurwechsel ist nur sinnvoll, wenn er wegen der Verkehrsführung tatsächlich notwendig ist.

6. Rettungsgasse nach dem ersten Einsatzfahrzeug offen lassen

Nach einem Krankenwagen sofort wieder in die Mitte zu fahren, ist ein gefährlicher Fehler.

Bei grösseren Ereignissen folgen häufig Feuerwehr, Polizei, weitere Rettungswagen, Notärzte, Abschleppfahrzeuge oder Fahrzeuge des Strassenunterhalts.

Die Rettungsgasse bleibt deshalb bestehen, bis sich der Verkehr wieder normal bewegt.

7. Rückspiegel regelmässig beobachten

Im Stau sollte der Verkehr nicht nur vor dem eigenen Fahrzeug beobachtet werden.

Ein regelmässiger Blick in Innen- und Aussenspiegel hilft zu erkennen, ob sich weitere Einsatzfahrzeuge nähern oder andere Verkehrsteilnehmer zusätzlichen Platz benötigen.

Dadurch lassen sich hektische Manöver vermeiden.

8. Keine Einsatzfahrzeuge verfolgen

Wenn ein Rettungsfahrzeug durch die offene Gasse gefahren ist, darf man nicht unmittelbar hinterherfahren.

Der freie Korridor ist für Einsatzkräfte bestimmt. Wer ihn benutzt, gefährdet andere und kann nachfolgende Rettungsfahrzeuge blockieren.

Geduld bleibt auch dann erforderlich, wenn das Einsatzfahrzeug scheinbar eine freie Strecke geschaffen hat.

9. Bei einem Hindernis Platz zum Ausscheren lassen

Steht ein Pannenfahrzeug oder ein anderes Hindernis am rechten Fahrbahnrand, benötigt der Verkehr zusätzlichen Raum.

Das ASTRA empfiehlt in solchen Situationen, im rechten Fahrstreifen vor und hinter dem Hindernis genügend Platz freizuhalten.

Dadurch können Fahrzeuge ausweichen, ohne die Rettungsgasse vollständig zu blockieren.

10. Ruhe bewahren und klare Bewegungen machen

Wenn ein Einsatzfahrzeug näherkommt, helfen hektische Lenkbewegungen selten.

Besser ist es, früh zu reagieren, deutlich nach links oder rechts zu fahren und anschliessend die Position zu halten.

Auch Warnsignale anderer Fahrzeuge sollten aufmerksam beobachtet werden.

Wer auf längeren Autobahnfahrten generell vorbereitet sein möchte, sollte zudem Fahrzeug und Notfallausrüstung regelmässig kontrollieren. Ein ausführlicher Ratgeber zeigt, wie sich das Auto auf längere Fahrten und mögliche Pannen vorbereiten lässt.

🚨 RETTUNGSGASSE
Der 10-Sekunden-Check für den Ernstfall
🚗🚗 ZWEI FAHRSTREIFEN
⬅️ LINKS    🚑    RECHTS ➡️
Linke Spur nach links – rechte Spur nach rechts.
🚗🚗🚗 DREI ODER MEHR FAHRSTREIFEN
⬅️ GANZ LINKS   🚑   ALLE ANDEREN ➡️
Die Rettungsgasse entsteht immer neben der äussersten linken Spur.
⏱ Nicht warten: Bereits bei stockendem Verkehr bilden – spätestens bei Schrittgeschwindigkeit.
🚑 Nicht schliessen: Auch nach dem ersten Einsatzfahrzeug bleibt die Gasse offen.
💡 MERKSATZ: GANZ LINKS NACH LINKS – ALLE ANDEREN NACH RECHTS

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert