ONEKEY AI Agent: KI unterstützt Firmware-Sicherheit bei Schwachstellen und Analysen

Das Düsseldorfer Cybersicherheitsunternehmen ONEKEY hat die erste Version seines ONEKEY AI Agent veröffentlicht und bringt damit KI-Unterstützung für Kunden direkt in seine Plattform für Firmware- und Produktsicherheit. Der KI-Agent beantwortet Fragen in natürlicher Sprache und deckt sechs Hauptfunktionen ab: Er berücksichtigt den Kontext der jeweils geöffneten Ansicht, unterstützt bei der Untersuchung von Schwachstellen, ermöglicht die Exploration von Software-Stückliste und Komponenten, hilft beim Erstellen von Abfragen in der ONEKEY Query Language (OQL), beantwortet Fragen zur Bedienung der Plattform und ermöglicht Kunden in unterstützten Umgebungen, über eine OpenAI-kompatible API-Schnittstelle ein eigenes KI-Modell anzubinden („Bring Your Own Model“).

Diese Meldung stellt zwei der sechs Funktionen näher vor: die Schwachstellenuntersuchung sowie die SBOM- und Komponentenexploration. Während die Schwachstellenuntersuchung dabei hilft, Sicherheitsrisiken für eine konkrete Firmware zu bewerten, ermöglicht die SBOM-Exploration, Softwarebestandteile und deren Verwendung über verschiedene Firmware-Versionen hinweg nachzuvollziehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • KI-Agent: ONEKEY integriert Unterstützung in natürlicher Sprache direkt in seine Plattform für Firmware- und Produktsicherheit.
  • Schwachstellen: Der Agent hilft bei der Einordnung von Relevanz, Schweregrad, Ausnutzbarkeit und möglichen Gegenmassnahmen.
  • SBOM: Komponenten und deren Verwendung lassen sich über verschiedene Firmware-Versionen hinweg untersuchen.
  • Analyseprinzip: Reproduzierbare Firmware-Analysen bilden die Grundlage für die KI-gestützte Einordnung.
  • Roadmap: ONEKEY plant vier Stufen bis zur Begleitung kompletter Sicherheitsabläufe.

Fragen wie „Was bedeutet diese Schwachstelle für meine Firmware?“ oder „In welcher meiner Firmware-Versionen steckt die betroffene Komponente?“ lassen sich mit dem ONEKEY AI Agent beantworten.

„Angesichts der Flut neuer Schwachstellen ist es eine immense Hilfe für Sicherheitsteams, wenn sie sofort und ohne grossen Aufwand herausfinden können, welche Komponenten in vernetzten Geräten, Maschinen oder Anlagen betroffen sind“, sagt ONEKEY-CEO Jan Wendenburg. „Unser KI-Agent führt sie direkt zur richtigen Antwort.“

Damit löst ONEKEY ein zentrales Problem bei der Softwaresicherheit vernetzter Geräte, Maschinen und Anlagen: Firmware-Sicherheitsdaten sind umfangreich und komplex. Sicherheitsteams müssen wissen, welche Softwarekomponenten in ihren Produkten eingesetzt werden und welche Risiken von bekannten Schwachstellen ausgehen. Dazu müssen sie bislang vieles von Hand zusammentragen: die Beschreibung der Schwachstelle, die betroffene Komponente und Versionen, die Ergebnisse der Firmware-Analyse, Informationen zur Ausnutzbarkeit von Schwachstellen und mögliche Gegenmassnahmen. Dazu muss die verantwortliche Person wissen, wo sie suchen soll, welche Informationen zusammengehören und wie die Analyseergebnisse zu deuten sind. Der KI-Agent vereinfacht den Zugang zu diesen Informationen erheblich und verringert den Untersuchungsaufwand deutlich.

Schwachstellen schneller untersuchen und einordnen

Mit der KI-gestützten Schwachstellenuntersuchung fragen Anwender direkt im Kontext der analysierten Firmware nach: Was verbirgt sich hinter dieser Schwachstellenmeldung? Ist sie für meine Firmware relevant? Wie schwerwiegend ist sie, und lässt sie sich ausnutzen? Welche Gegenmassnahmen sollten geprüft werden?

Dabei greifen die Analysefähigkeit der ONEKEY-Plattform und die Dialogfähigkeit des AI Agent ineinander: Zunächst analysiert die Plattform die Firmware und listet alle erkannten Komponenten und Versionen auf. Diese Ergebnisse kann der Anwender anschliessend im Detail mit dem AI Agent „besprechen“. Der Agent verbindet verfügbare öffentliche Schwachstelleninformationen mit dem konkreten Firmware- und Analysekontext und unterstützt dabei, Relevanz, Schweregrad, Ausnutzbarkeit und mögliche Gegenmassnahmen einzuordnen.

„Der KI-Agent nimmt den Teams das mühsame Abgleichen ab“, erklärt Jan Wendenburg. „Sie sehen schneller, welche Schwachstellen wirklich eine genauere Prüfung brauchen und welche nicht.“ So gelangen Sicherheitsverantwortliche zügiger von der Meldung einer Schwachstelle zur Bewertung und Priorisierung, und ein grosser Teil der zeitraubenden Recherche im Arbeitsalltag entfällt.

SBOM- und Komponentenexploration: Softwarebestandteile im Dialog erkunden

Eine weitere Kernfunktion des ONEKEY AI Agent ist die Exploration von Software-Stücklisten (Software Bills of Materials, SBOM) und den darin erfassten Komponenten. Stücklisten und Firmware-Analysen enthalten oft eine grosse Zahl an Komponenten und Versionen. Mit dem KI-Agenten lassen sich Stückliste, Komponenten, Versionen, bekannte Schwachstellen und betroffene Produkte in natürlicher Sprache untersuchen: Welche Komponenten sind vorhanden? Welche Schwachstellen hängen daran? In welchen Produkten wird eine bestimmte Bibliothek eingesetzt?

Grundlage ist die Stückliste, die ONEKEY bei der Analyse automatisiert aus der Firmware erstellt. Die Stückliste selbst erzeugt der Agent nicht; sie stammt aus der Komponentenerkennung der ONEKEY-Plattform. Der KI-Agent macht diese Informationen einfacher zugänglich und ermöglicht es, Komponenten und deren Verwendung auch über verschiedene Firmware-Versionen hinweg nachzuvollziehen, statt nur eine einzelne Firmware zu betrachten.

Besonders wichtig ist diese Funktionalität, wenn eine neue kritische Schwachstelle bekannt wird. „Dann müssen Hersteller sofort wissen, in welchen Produkten und Firmware-Versionen die Komponente steckt“, unterstreicht Jan Wendenburg. „Genau diese Antwort liefert der KI-Agent, und zwar auch für die Firmware von Zulieferern.“ Der Nutzen für die Kunden: Die Frage nach den betroffenen Produkten lässt sich in kurzer Zeit beantworten, auch über die eigene Lieferkette hinweg.

Erst die Belege, dann die KI

Beide Funktionen beruhen auf demselben Grundsatz: Weil der ONEKEY AI Agent in die Plattform integriert ist, arbeitet er auf Basis deterministischer, also reproduzierbarer Analyseergebnisse. Die Plattform erzeugt zunächst verlässliche Firmware-Sicherheitsinformationen durch Firmware-Extraktion, Binäranalyse, Erkennung der Komponenten für die Stückliste, Abgleich mit Schwachstellendaten und Bewertung der Auswirkungen. Dabei ist gewährleistet, dass dieselbe Firmware im selben Analyseprozess stets dieselben Komponenten, Versionen und Schwachstellentreffer ergibt. ONEKEY fasst das Prinzip so zusammen: erst die Belege, dann die KI-gestützte Einordnung. „Die KI erfindet keine Schwachstellen und erklärt keine weg“, betont Jan Wendenburg. „Sie arbeitet mit dem, was unsere Analyse belegt.“

Dieser Ansatz prägt die gesamte KI-Strategie von ONEKEY. „KI allein macht Firmware nicht per se sicher“, sagt Jan Wendenburg. Grosse Sprachmodelle liefern bei der Schwachstellensuche häufig kaum reproduzierbare Ergebnisse. Vor der Freigabe einer neuen Firmware-Version müssen Entwickler aber unterscheiden können, ob der Code unsicher ist oder nur die Antwort des Modells schwankt. Ergänzt wird die Analyse in der ONEKEY-Plattform durch Automatisierung und kontinuierliche Überwachung über den gesamten Lebenszyklus der Produkte.

Erste Stufe der KI-Roadmap

Mit dem KI-Agenten setzt ONEKEY die erste Stufe seiner vierstufigen KI-Roadmap für KI-gestützte Sicherheitsentscheidungen um:

  • Stufe 1: Sicherheitswissen in natürlicher Sprache verfügbar machen, wobei die Antworten unmittelbar auf den Analyseergebnissen der Plattform beruhen.
  • Stufe 2: Sicherheitsdaten kontrolliert für unternehmenseigene KI-Agenten, Anwendungen und automatisierte Arbeitsabläufe öffnen.
  • Stufe 3: Anwender bei Sicherheitsentscheidungen unterstützen.
  • Stufe 4: Komplette Sicherheitsabläufe begleiten, etwa bei technischen Berichten oder firmwareübergreifenden Vergleichsanalysen.

Die endgültige Bewertung verbleibt dabei stets beim Menschen.

„Unsere Roadmap zeigt, wie KI-gestützte Sicherheitsentscheidungen Schritt für Schritt Realität werden – als vertrauenswürdige Unterstützung für Menschen, die jeden Tag sicherheitskritische Entscheidungen treffen“, sagt Jan Wendenburg.

 

Quelle: ONEKEY
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