Präzisionsarbeit in Corpus Christi: Rückbau der US 181 Harbor Bridge gelungen

Das Texas Department of Transportation (TxDOT) hat in Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler Flatiron/Dragados LLC (FDLLC) im vergangenen Herbst erfolgreich die Mittelspannweite der historischen US 181 Harbor Bridge aus dem Jahr 1959 entfernt.

Der erfolgreiche Rückbau markiert einen bedeutenden Meilenstein im Harbor Bridge Replacement Project in Corpus Christi, Texas. Nach mehr als 60 Jahren im Einsatz wurde die stählerne Fachwerkbrücke durch eine moderne Schrägseilbrücke ersetzt, die mit verbesserten Sicherheitsstandards für den Schiffsverkehr, den Strassenverkehr, Fussgänger und die umliegende Gemeinschaft konzipiert wurde. Die Entfernung der Mittelspannweite wurde mit höchster Priorität auf Sicherheit, Umweltschutz und Koordination aller Beteiligten geplant und umgesetzt.

Flatiron/Dragados beauftragte Mammoet mit der Beratung zur sichersten und effizientesten Methode für den Rückbau der zentralen Spannweite. TxDOT übernahm die Aufsicht und stellte sicher, dass alle Arbeiten strengen Sicherheits-, Umwelt- und Betriebsstandards entsprachen. FDLLC koordinierte unter anderem die maritimen Abläufe, die Bauabfolge, die Sicherheitsplanung sowie den Austausch mit betroffenen Interessengruppen – von nahegelegenen Attraktionen bis hin zu lokalen Unternehmen.





Schonende Lösung mit geringerem Risiko

Mehrere Rückbauoptionen wurden geprüft, darunter eine Demontage in Einzelteilen oder eine kontrollierte Sprengung. Nach eingehender Analyse entschied sich das Projektteam für ein Absenkverfahren, bei dem die gesamte 2’300 Tonnen schwere Mittelspannweite in einem Stück auf einen Ponton abgesenkt wurde.





Diese Methode erhöhte die Sicherheit, da weniger Personal in grosser Höhe arbeiten musste. Gleichzeitig reduzierte sie die Umweltbelastung, insbesondere im Hinblick auf ein nahegelegenes Aquarium und die marine Umgebung. Zudem konnten die Schifffahrtswege schneller wieder geöffnet und ein verlässlicher Zeitplan eingehalten werden. Die Lösung stellte eine gemeinschaftlich entwickelte Ingenieurleistung dar, getragen von den Prioritäten von TxDOT und der integrierten Projektplanung von FDLLC.

Präzise Planung und Umsetzung

Vier 900-Tonnen-Strandheber, jeweils zwei an beiden Enden der Brücke, übernahmen das gesamte Gewicht der Spannweite, damit die Verbindungspunkte durchtrennt werden konnten. Der Absenkvorgang wurde aus Sicherheitsgründen bei Tageslicht durchgeführt.





Vor dem ersten Anheben wurde ein sogenannter „Eyebrow Cut“ oberhalb des Bolzens vorgenommen, um eine kleine Öffnung zu schaffen. Dadurch konnte die Spannweite leicht angehoben werden, um Durchbiegung und Stabilität zu prüfen. Erst nachdem alle Freiräume kontrolliert und freigegeben waren, begann das vollständige Durchtrennen der Verbindungspunkte.





In einem eng getakteten 36-Stunden-Fenster wurde die Spannweite mit 54 Litzen nahezu 50 Meter abgesenkt und auf einem vorbereiteten Ponton gesichert. Die Ingenieure berücksichtigten dabei Sicherheitsreserven, um mögliche Abweichungen beim geschätzten Gewicht von 2’300 Tonnen auszugleichen.

Anschliessend wurde die Spannweite rund zehn Seemeilen zu einem nahegelegenen Dock transportiert. Dort hoben selbstfahrende modulare Transporter die Konstruktion an, nachdem die Unterseite zuvor mit zusätzlichem Stahl verstärkt worden war. Nach dem Absetzen auf Stahlträgern war die Konstruktion bereit für die endgültige Stilllegung.

Teamarbeit bei komplexer Infrastruktur

Die erfolgreiche Entfernung der Mittelspannweite unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen dem Harbor Bridge Project Team und Mammoet. Koordinierte Fachkompetenz, innovative Ingenieurtechnik und disziplinierte Umsetzung ermöglichten es, die Herausforderungen eines komplexen Infrastrukturprojekts zu meistern – bei gleichzeitigem Schutz von Arbeitern, Öffentlichkeit und Umwelt.

 

Quelle: Mammoet
Bildquelle: Mammoet