Eierstockkrebs wird bei vielen Frauen erst nach einer Notaufnahme diagnostiziert
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag beautytipps.ch Eltern elterntipps.ch Familie Familienleben Forschung Gesundheit hospital.ch Krankheiten Magazine Medizin nachrichtenticker.ch News Prävention Spitalaufenthalt Spitäler Themen xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Zwei von fünf Frauen mit Eierstockkrebs erhalten ihre Diagnose erst nach einem Besuch der Notaufnahme. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Die betroffenen Patientinnen leiden deutlich seltener an einem früh erkannten und potenziell heilbaren Tumor.
Besonders häufig erfolgt die Diagnose nach einem Aufenthalt in der Notaufnahme bei jungen, gebrechlichen Frauen sowie bei Patientinnen aus sozial benachteiligten Regionen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „BMJ Oncology“ veröffentlicht.
28’204 Frauen analysiert
Laut den Forschern ist Eierstockkrebs schwer zu diagnostizieren, da viele Symptome auch bei gutartigen Erkrankungen auftreten. Ziel der Untersuchung war es deshalb, Faktoren zu identifizieren, die mit einer Diagnose innerhalb von 28 Tagen nach einem Besuch der Notaufnahme zusammenhängen.
Die Wissenschaftler analysierten Daten des National Cancer Registry von 28’204 erwachsenen Frauen, bei denen zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2021 in England Eierstockkrebs diagnostiziert worden war. Diese Daten wurden mit Krankenhausaufzeichnungen abgeglichen.
Im Untersuchungszeitraum erhielten 11’377 Frauen ihre Diagnose innerhalb von 28 Tagen nach einem Aufenthalt in der Notaufnahme. Von den 3’372 besonders gebrechlichen Patientinnen wurden 69 Prozent erst nach diesem Besuch diagnostiziert. Bei nicht gebrechlichen Frauen lag dieser Anteil bei 29 Prozent. Frauen zwischen 18 und 29 Jahren erhielten die Diagnose nach einer Notaufnahme um 29 Prozent häufiger, bei Frauen über 80 Jahren war die Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent erhöht.
Benachteiligung gefährlich
Frauen aus den am stärksten benachteiligten Wohngebieten erhielten ihre Diagnose um elf Prozent häufiger nach einem Besuch der Notaufnahme. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung von Alter und Gebrechlichkeit bestehen. Zudem befand sich die Erkrankung bei diesen Patientinnen häufiger in einem fortgeschrittenen Stadium.
Für die Auswertung des Krankheitsstadiums standen Daten von 8’438 Frauen zur Verfügung. Lediglich 14 Prozent der nach einer Notaufnahme diagnostizierten Patientinnen befanden sich in einem frühen Krankheitsstadium. Zudem litten sie mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 14,5 Prozent an langsam wachsenden Tumoren und damit rund dreimal seltener als andere Betroffene.
Nach Einschätzung der Forscher beschränkt sich dieses Problem nicht auf England. Auch in den USA, Australien, Dänemark, Norwegen, Kanada und Neuseeland werde Eierstockkrebs bei 20 bis 50 Prozent der Patientinnen erst nach einem Aufenthalt in der Notaufnahme diagnostiziert.
Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
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