Schweizer Automarkt bleibt unter Druck – Elektroautos legen kräftig zu

Der Schweizer Neuwagenmarkt kommt weiterhin nur langsam voran. Im August 2026 wurden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 16’047 neue Personenwagen immatrikuliert – 0,6 Prozent weniger als im bereits schwachen Vorjahresmonat. Gleichzeitig setzt sich der Wandel bei den Antrieben deutlich fort: Reine Elektroautos erreichten im August einen Marktanteil von 30,2 Prozent.

Seit Anfang Jahr wurden insgesamt 151’589 neue Personenwagen zugelassen. Gegenüber den ersten acht Monaten 2025 entspricht dies zwar einem Plus von 1,8 Prozent, der Gesamtmarkt bewegt sich nach Einschätzung des Branchenverbands auto-schweiz jedoch weiterhin auf einem tiefen Niveau.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Elektroautos. Ihre Neuzulassungen stiegen im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 48,7 Prozent.

Mehr als 30 Prozent fahren rein elektrisch

Reine batterieelektrische Fahrzeuge, sogenannte BEV, kamen im August auf einen Marktanteil von 30,2 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt ihr Anteil 24,8 Prozent. Damit ist inzwischen rund jeder vierte neu zugelassene Personenwagen vollständig elektrisch unterwegs.

Plug-in-Hybride entwickelten sich im August weniger dynamisch. Ihre Neuzulassungen gingen gegenüber August 2025 um 4,3 Prozent zurück. Trotzdem entfielen noch 12,4 Prozent aller neuen Personenwagen auf diese Antriebsart.

Zusammengerechnet machten Elektroautos und Plug-in-Hybride im August damit 42,6 Prozent des gesamten Neuwagenmarktes aus.

Steckerfahrzeuge überholen klassische Hybride

Auch beim Blick auf das gesamte laufende Jahr zeigt sich eine Verschiebung. Fahrzeuge, die über das Stromnetz geladen werden können, erreichen seit Januar einen gemeinsamen Marktanteil von 37,2 Prozent.

Damit haben Elektroautos und Plug-in-Hybride erstmals die klassischen Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeit überholt. Diese liegen bei 36,7 Prozent.

Bereits im Frühjahr hatte sich abgezeichnet, dass die Elektrifizierung trotz eines schwierigen Gesamtmarktes weiter voranschreitet. Im Mai lag der Anteil der Steckerfahrzeuge noch bei 35,4 Prozent, während der Gesamtmarkt praktisch stagnierte.

Die Entwicklung hat sich seither also weiter beschleunigt.

Benziner und Diesel verlieren weiter

Klassische Verbrennungsmotoren verlieren dagegen weiter an Bedeutung. Fahrzeuge mit reinem Benzinantrieb kommen bei den aktuellen Neuzulassungen auf einen Anteil von 20,6 Prozent. Dieselmodelle erreichen lediglich noch 5,5 Prozent.

Ein weiteres typisches Merkmal des Schweizer Marktes bleibt dagegen bestehen: der Allradantrieb. Seit Anfang Jahr verfügen 52,5 Prozent aller neu zugelassenen Personenwagen über vier angetriebene Räder.

Trotz des Wachstums bei Elektroautos beurteilt auto-schweiz die Gesamtlage der Branche weiterhin kritisch. Der Verband verweist darauf, dass sich die Erholung des Neuwagenmarktes nur langsam entwickelt und die Schweiz beim Marktwachstum hinter anderen europäischen Ländern zurückbleibt.

Die August-Zahlen zeigen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen gleichzeitig: Der Schweizer Automarkt wächst insgesamt kaum, während sich innerhalb des Marktes der Wechsel zu elektrifizierten Fahrzeugen zunehmend beschleunigt.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert