Günstige Haustiere: Welche Tiere wenig kosten und welche Ausgaben oft unterschätzt werden
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag elterntipps.ch Familie familie.ch Haustiere Magazine nachrichtenticker.ch Natur & Naturereignisse News Orte Regionen Schweiz Schweiz Themen Tiere Tierwelt tierwelt.news Tipps Ⳇ Verbreitung
Ein Haustier muss nicht zwangsläufig mehrere Tausend Franken im Jahr kosten. Doch ausgerechnet die kleinsten und vermeintlich günstigsten Tiere sind im Unterhalt nicht immer die preiswerteste Wahl. Besonders kleine Zierfische und Wellensittiche können bei den laufenden Ausgaben überraschen. Entscheidend sind jedoch die richtige Ausstattung, die artgerechte Haltung und mögliche Tierarztkosten.
Wer in der Schweiz ein Haustier anschaffen möchte, denkt häufig zuerst an den Kaufpreis. Ein Hamster kostet vielleicht nur 30 Franken, ein Wellensittich rund 50 Franken. Doch Gehege, Futter, Einstreu, Beschäftigungsmöglichkeiten und medizinische Betreuung können den Anschaffungspreis um ein Vielfaches übersteigen.
Ein Vergleich zeigt: Bei einer passenden Aquarienhaltung können die laufenden Kosten relativ niedrig ausfallen. Auch Wellensittiche und Goldhamster gehören zu den günstigeren klassischen Heimtieren. Meerschweinchen sind dagegen oft teurer als erwartet, weil sie Artgenossen, viel Platz und regelmässig frisches Futter benötigen.
Zierfische: Günstiges Futter, anspruchsvolle Haltung
Zu den überraschenden Kandidaten mit niedrigen laufenden Kosten gehören kleine Aquarienfische. Für geeignete Arten sind die regelmässigen Futterausgaben vergleichsweise gering.
Allerdings kostet ein artgerechtes Aquarium deutlich mehr als ein einfaches Glasbecken. Filter, Beleuchtung, Einrichtung, Wasserpflege und je nach Fischart eine Heizung müssen berücksichtigt werden.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen empfiehlt, ein Aquarium möglichst gross zu wählen. Ein Volumen von 54 Litern sollte nicht unterschritten werden. Grössere Becken bieten häufig stabilere Wasserbedingungen.
Auch vermeintlich pflegeleichte Fische brauchen regelmässige Wasserwechsel, artgerechte Gruppen und eine sorgfältige Gesundheitskontrolle.
Ein kleines Aquarium ist deshalb nicht automatisch günstig. Bei geeigneten Arten und vorhandener Ausstattung können sich die laufenden Ausgaben jedoch in Grenzen halten.
Wellensittiche: Wenig Futter, lange Verantwortung
Wellensittiche gehören zu den vergleichsweise preiswerten klassischen Heimtieren. Für Futter und Verbrauchsmaterial lassen sich bei einem Paar ungefähr 20 bis 30 Franken monatlich einplanen.
Hinzu kommen eine ausreichend grosse Voliere, Beschäftigungsmaterial und mögliche tierärztliche Behandlungen.
Ein entscheidender Punkt wird häufig unterschätzt: Wellensittiche dürfen in der Schweiz nicht einzeln gehalten werden.
Sie benötigen Artgenossen, ausreichend Flugmöglichkeiten und regelmässige Beschäftigung.
Ausserdem können Wellensittiche rund zehn Jahre oder länger leben. Dadurch summieren sich selbst niedrige monatliche Ausgaben über die Jahre auf mehrere Tausend Franken.
Goldhamster: Klein, aber nicht automatisch billig
Der Goldhamster ist ein klassisches Beispiel dafür, wie wenig der Kaufpreis über die tatsächlichen Haltungskosten aussagt.
Während das Tier selbst häufig für rund 30 Franken erhältlich ist, kann eine geeignete Erstausstattung mehrere Hundert Franken kosten.
Ein grosszügiges Gehege, tiefe grabfähige Einstreu, Sandbad, Verstecke und ein geeignetes Laufrad gehören zur Grundausstattung.
Das BLV empfiehlt für Goldhamster ein Laufrad mit mindestens 30 Zentimetern Durchmesser und geschlossener Lauffläche.
Anders als Wellensittiche oder Meerschweinchen sind Goldhamster ausgesprochene Einzelgänger und müssen allein gehalten werden.
Bei laufenden Kosten von ungefähr 40 Franken monatlich gehören sie zwar zu den günstigeren Säugetieren, ein billiges Haustier sind sie aber keineswegs.
Meerschweinchen sind teurer als viele denken
Meerschweinchen gelten als unkomplizierte Familienhaustiere. Tatsächlich stellen sie erhebliche Anforderungen an Platz, Pflege und Ernährung.
Sie dürfen nicht allein gehalten werden. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für eine Gruppe von bis zu vier Tieren eine Gehegefläche von mindestens vier Quadratmetern.
Neben Heu und Einstreu benötigen die Tiere regelmässig Frischfutter und geeignete Vitamin-C-Quellen.
Für die laufende Haltung von Meerschweinchen können je nach Gruppengrösse und Versorgung rund 50 bis 130 Franken monatlich anfallen.
Hinzu kommen mögliche Zahnbehandlungen, andere Tierarztkosten und die Ausstattung des Geheges.
Gerade die artgerechte Einrichtung von Kleintiergehegen entscheidet wesentlich darüber, ob die Tiere gesund bleiben und ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können.
Warum die Tierarztkosten entscheidend sind
Die grösste Unsicherheit bei der Haustierhaltung sind häufig nicht die Futterausgaben, sondern unerwartete Behandlungen.
Auch ein Hamster oder Wellensittich kann eine aufwendige tierärztliche Betreuung benötigen. Spezialisierte Untersuchungen, Medikamente und Notfallbehandlungen können den ursprünglichen Kaufpreis deutlich übersteigen.
Bei Aquarienfischen kommen zusätzlich mögliche Probleme mit Wasserqualität, Parasiten oder anderen Erkrankungen hinzu.
Wer ein Haustier anschafft, sollte deshalb eine finanzielle Reserve einplanen und nicht ausschliesslich mit den monatlichen Durchschnittskosten rechnen.
Das günstigste Haustier ist nicht für jeden das richtige
Ein Tier allein nach seinem Preis auszuwählen, führt selten zu einer guten Entscheidung.
Wer gerne Tiere beobachtet und bereit ist, sich mit Wasserwerten und Aquarienpflege auseinanderzusetzen, könnte an Zierfischen Freude haben.
Wellensittiche eignen sich für Menschen, die ihren Vögeln viel Platz und tägliche Beschäftigung bieten können.
Goldhamster benötigen hingegen Ruhe am Tag und werden meist erst in den Abendstunden aktiv.
Auch Zeitaufwand, verfügbare Wohnfläche, Ferienbetreuung und die persönliche Lebenserwartung des Tieres sollten in die Entscheidung einfliessen.
Ein Tier mit niedrigen Haltungskosten ist nur dann eine vernünftige Wahl, wenn seine Bedürfnisse dauerhaft erfüllt werden können.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert