KI erkennt Schmerzen künftig anhand kleinster Gesichtsbewegungen und Herzsignale
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Beruf Bildung Bildung & Arbeit Business business24.ch businessaktuell.ch Dienstleistungen Digitalisierung Elektronik Experten Forschung Gesundheit Hochschule hospital.ch Innovation Krankheiten Magazine Medizin nachrichtenticker.ch News Organisationen People Personal Pflege Prävention Projekte Service Sicherheit Spitalaufenthalt Spitäler Strategie Technik Technologie Themen Vital xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Forscher der Rutgers University messen Schmerzen künftig anhand winziger Gesichtsbewegungen, die selbst geübte Beobachter kaum wahrnehmen können. Eine speziell trainierte Software mit Künstlicher Intelligenz analysiert die Signale innerhalb weniger Sekunden.
Das Forschungsteam um Elizabeth Torres und ihre Doktorandin Mona Elsayed verfolgt das Ziel, eine einheitliche Schmerzskala zu entwickeln. Da jeder Mensch eine unterschiedliche Schmerzschwelle besitzt, sollen körpereigene Signale künftig eine objektivere Bewertung ermöglichen.
Gezielte Schmerzzufügung für die Forschung
Für das Training der KI fertigten die Forscherinnen Videoaufnahmen von Gesichtern in Ruhe sowie unter gezielter kurzfristiger Schmerzzufügung durch Druck an.
Mithilfe von Videoanalyse und Künstlicher Intelligenz untersuchte das Team parallel die Aktivität der Gesichtsmuskeln und die Herzfrequenzvariabilität – also die zeitlichen Abstände zwischen den Herzschlägen.
Dabei zeigte sich ein direkter Zusammenhang zwischen den Mikrobewegungen im Gesicht und den körperlichen Reaktionen. Besonders deutliche Veränderungen traten im Bereich der Augen auf.
Herzrhythmus verändert sich bei Schmerzen
Auch die physiologischen Reaktionen des Körpers fielen klar aus. Mit zunehmendem Schmerz wurde der Herzrhythmus unregelmässiger.
„Innerhalb von Sekunden konnten wir so die Schmerzreaktion des Körpers erkennen. Je stärker das Herz aus dem Gleichgewicht geriet, desto deutlicher zeigte sich dies im Gesicht“, erklärt Elizabeth Torres.
Die Forscher sehen grosses Potenzial für den medizinischen Einsatz. Durch die Kombination aus Gesichtsbewegungen und Herzrhythmen könnten Schmerzen künftig objektiver bewertet werden – insbesondere bei Menschen, die ihre Beschwerden nicht selbst beschreiben können.
Dazu zählen unter anderem Kleinkinder, Schlaganfallpatienten oder Menschen mit Demenz.
„Derzeit verlassen wir uns auf die Interpretationen der Pflegekräfte, die zwar wertvoll, aber unvollständig sind. Jetzt haben wir einen Einblick in die Physiologie selbst“, erklärt das Team der Rutgers University.
Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: Symbolbild KI-generiert