Hundepool, Kühlmatte und Co.: So übersteht dein Hund die warmen Sommertage
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag elterntipps.ch Haustiere Hunde hundenews.ch Inspiration Lifestyle Magazine nachrichtenticker.ch News Prävention Sicherheit Themen Tiere Tierwelt tierwelt.news Tipps Zubehör Ⳇ Verbreitung
Stell dir vor, du trägst an einem warmen Sommertag einen Ganzkörper-Pelzmantel – und kannst ihn nicht ausziehen. Genau das ist die Situation deines Hundes. Anders als Menschen können Hunde kaum schwitzen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschliesslich über das Hecheln – und das reicht bei grosser Wärme irgendwann nicht mehr aus. Wer weiss, wie man seinem Vierbeiner an warmen Tagen Abkühlung verschafft, schützt ihn vor ernsthaften gesundheitlichen Risiken.
Hunde verfügen zwar über Schweissdrüsen, jedoch fast ausschliesslich an den Pfotenballen. Diese reichen bei weitem nicht aus, um den Körper zu kühlen. Beim Hecheln atmet der Hund durch die Nase ein und über das Maul aus – die dabei verdunstende Feuchtigkeit auf der Zunge sorgt für Kühlung. Doch bei anhaltend hohen Temperaturen, bei körperlicher Anstrengung oder in schlecht belüfteten Räumen stösst auch dieser Mechanismus schnell an seine Grenzen. Ab rund 28 Grad Celsius steigt das Risiko einer Überhitzung – bei kurzschnäuzigen Rassen wie Mops, Bulldogge oder Boxer bereits früher.
Spaziergänge: Wann und wo
Der einfachste und wirkungsvollste erste Schritt ist das Anpassen der Gassirunden. An warmen Sommertagen gehören ausgedehnte Spaziergänge in die frühen Morgenstunden oder in den späten Abend – dann sind die Temperaturen deutlich angenehmer und der Boden hat sich abgekühlt. Tagsüber reichen kurze Runden aus, um die wichtigsten Bedürfnisse zu erfüllen.
Besonders wichtig: der Untergrund. Asphalt und Pflastersteine können sich im Sommer auf bis zu 60 Grad aufheizen und den Pfotenballen ernsthaft schaden. Der einfache Test: Handrücken für fünf bis sieben Sekunden auf den Boden legen – ist er für dich zu warm, ist er es auch für deinen Hund. Besser sind Waldwege, Wiesen und Pfade im Schatten. Die kühlere Waldluft und der weiche Boden tun dem Hund gut, ohne seine Pfoten zu belasten.
Wasser, Wasser, Wasser
Was für Katzen gilt, gilt für Hunde noch mehr: ausreichend frisches Wasser ist das Wichtigste überhaupt. Zu Hause sollten mehrere Näpfe an verschiedenen Stellen bereitstehen und regelmässig mit frischem Wasser befüllt werden. Unterwegs gehört eine Trinkflasche mit einem ausklappbaren Hundenapf zur Grundausstattung. Als grobe Faustregel gilt laut Tierexperten: Pro Kilogramm Körpergewicht sollte ein Hund an sehr warmen Tagen zwischen 100 und 150 Milliliter Wasser trinken.
Eiswürfel im Wassernapf halten das Wasser länger kühl und machen es für viele Hunde interessanter. Wer seinen Hund damit zum Trinken animieren möchte, kann auch kleine Leckerlis einfrieren – das sorgt für Beschäftigung und Abkühlung gleichzeitig. Wichtig: Kein Milcheis und keine zu grossen gefrorenen Stücke, die hastig heruntergeschluckt werden könnten.
Nasses Handtuch und Abspritzen: Richtig machen
Ein feuchtes Handtuch unter den Bauch oder zwischen die Beine des Hundes zu legen, verschafft rasch Kühlung. Wichtig dabei: Das Handtuch nicht über den Rücken legen oder den Hund damit einwickeln – so staut sich die Wärme und der Effekt kehrt sich um.
Wer seinen Hund mit dem Gartenschlauch abspritzen möchte, sollte immer an den Pfoten beginnen und sich dann langsam Richtung Bauch vorarbeiten. Eiskaltes Wasser vermeiden – lauwarmes oder kühles Wasser ist besser verträglich und verhindert einen zu abrupten Temperaturschock. Nie direkt über den Kopf schiessen.
Hundepool: Spassfaktor mit Kühleffekt
Viele Hunde lieben Wasser – und ein flaches Planschbecken im Garten oder auf dem Balkon ist eine der einfachsten und wirksamsten Abkühlungsmassnahmen überhaupt. Es muss nicht teuer sein: Im Zoohandel und in Baumärkten gibt es stabile Hundeplanschbecken aus Kunststoff oder Gummi bereits für wenige Franken. Das Becken sollte flach genug sein, damit der Hund bequem hinein- und heraussteigen kann. Wer möchte, kann ein Spielzeug ins Wasser legen – dann wird das Planschen zum Spiel.
Alternativ eignen sich auch Rasensprenger oder ein sanfter Wasserstrahl aus dem Schlauch. Wichtig bei allen Wassermassnahmen: Auf Blaualgen in natürlichen Gewässern achten. Sie können für Hunde lebensgefährlich sein. Trübes, grünliches oder blau-grünliches Wasser sollte gemieden werden.
Kühlmatte und Kühlweste
Kühlmatten für Hunde sind praktisch, weil sie ohne Strom oder Vorkühlung funktionieren – der Körperkontakt aktiviert das Gel im Innern, das Kühlung abgibt. Sie eignen sich gut für zu Hause und sollten an einem schattigen Platz ausgelegt werden. Vorsicht: Manche Hunde beissen in die Matte – daher beim ersten Einsatz dabei bleiben und beobachten.
Für unterwegs gibt es Kühlwesten, die in Wasser getränkt werden und durch Verdunstung kühlen. Sie sind besonders hilfreich bei Hunden, die auch an warmen Tagen viel Auslauf benötigen, etwa Arbeitshunde oder sehr aktive Rassen.
Wohnung kühl halten
Wer einen Hund hat, sollte auch die Wohnung so kühl wie möglich halten. Die Grundregel: Morgens früh und abends stosslüften, tagsüber Storen, Vorhänge und Rollos geschlossen halten. Bad- und Küchentüren offen lassen – kühle Fliesen sind für viele Hunde der bevorzugte Rückzugsort an warmen Tagen. Hundehütten im Freien sollten bei Wärme vermieden werden, da sich die Luft darin wie in einem geschlossenen Auto aufheizt.
Fellpflege im Sommer
Regelmässiges Bürsten hilft dem Hund, lose Unterwolle zu verlieren – das verbessert die Luftzirkulation an der Haut und unterstützt die natürliche Temperaturregulation. Ein vollständiges Scheren ist in den meisten Fällen keine gute Idee: Das Fell schützt den Hund nicht nur vor Kälte, sondern auch vor UV-Strahlung und wirkt wärmeisolierend in beide Richtungen. Bei bestimmten Rassen kann ein moderater Sommerschnitt sinnvoll sein – das klärt man am besten mit dem Tierarzt oder dem Hundefriseur.
Wann wird es ernst? Anzeichen eines Hitzschlags
Wenn ein Hund trotz aller Massnahmen stark und unkontrolliert hechelt, taumelt, rotes oder dunkelrotes Zahnfleisch zeigt, erbricht oder apathisch wird, sind das Warnsignale für einen Hitzschlag. Sofort in den Schatten bringen, mit lauwarmem Wasser – nicht eiskaltem – kühlen und umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Auch wenn sich der Zustand durch erste Massnahmen zu bessern scheint, sollte der Tierarzt aufgesucht werden – ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall.
Video-Tipp: 10 Tipps für Hunde im Sommer
Von Kühlmatte bis Hundepool, von der richtigen Gassirunde bis zum Trinkverhalten – dieses Video fasst die wichtigsten Massnahmen kompakt zusammen, damit Hunde auch an warmen Tagen gut durch den Sommer kommen.
Fazit
Hunde können sich nicht selbst ausziehen, wenn es ihnen zu warm wird. Wer seinen Vierbeiner kennt, seine Signale liest und mit einfachen Mitteln für Abkühlung sorgt, macht den Sommer für beide erträglich – und schützt seinen Hund vor ernsthaften Risiken. Frisches Wasser, schattige Plätze, angepasste Spaziergänge und etwas Planschspass: mehr braucht es in den meisten Fällen nicht.
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