Parfum richtig anwenden: Worauf es für Duft, Haut und Wohlbefinden ankommt
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Alltag Beauty beautytipps.ch Beschäftigung elterntipps.ch Hautpflege hometipp.ch Inspiration Körperpflege Lifestyle Magazine Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Parfüm Produkte Regionen Schweiz Sicherheit Themen Tipps Trends Wellness Wellness-Trends wellnessaktuell.ch xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Ein Sprühstoss auf jedes Handgelenk, kräftig verreiben und den Flakon anschliessend dekorativ auf die sonnige Fensterbank stellen: Genau diese vertraute Routine ist für Parfum nicht ideal. Mit wenigen Änderungen hält der Duft auf der Haut besser und bleibt im Flakon länger in gutem Zustand.
Wie intensiv und wie lange ein Parfum wahrnehmbar bleibt, hängt allerdings nicht allein vom Auftragen ab. Duftkonzentration, Zusammensetzung, Haut, Umgebungstemperatur und persönliche Wahrnehmung spielen ebenfalls eine Rolle.
Weniger sprühen, bewusster platzieren
Eine allgemein gültige Zahl von Sprühstössen gibt es nicht. Ein leichtes Eau de Toilette wirkt anders als ein konzentriertes Eau de Parfum. Auch der Zerstäuber, die Rezeptur und der Anlass machen einen Unterschied. Im Büro oder Restaurant ist deutlich mehr Zurückhaltung gefragt als bei einer Feier im Freien.
Für den Anfang reichen meist ein bis zwei sparsam gesetzte Sprühstösse. Nach einigen Minuten lässt sich besser beurteilen, ob mehr nötig ist. Direkt nach dem Auftragen dominiert häufig der leicht flüchtige Auftakt des Duftes. Erst mit etwas Abstand zeigt sich, wie intensiv das Parfum auf der eigenen Haut tatsächlich wirkt.
Ein weiterer Grund für Zurückhaltung: Die eigene Nase gewöhnt sich an vertraute Gerüche. Wer sein Parfum nach einer Weile kaum noch wahrnimmt, muss deshalb nicht zwangsläufig nachsprühen. Für andere Menschen kann der Duft weiterhin deutlich präsent sein.
Geeignete Stellen für das Parfum
Parfum wird traditionell an warmen, gut durchbluteten Hautstellen aufgetragen. Dazu gehören Hals, Handgelenke und die Innenseiten der Ellenbogen. Wärme begünstigt die Verdunstung der Duftstoffe und macht den Duft wahrnehmbar. Die Haut sollte sauber und unverletzt sein.
Am Hals genügt meist ein kleiner Sprühstoss seitlich unterhalb des Ohres oder am Schlüsselbein. Empfindliche Menschen sollten nicht direkt in Gesichtsnähe sprühen. Auch Augen, Schleimhäute, Achselhöhlen und frisch rasierte Haut sind ungeeignet. Dort kann der enthaltene Alkohol brennen oder die Haut reizen.
Welcher Duft gut passt, bleibt sehr persönlich. Wer noch auf der Suche ist, sollte das Parfum auf der Haut testen und ihm ausreichend Zeit geben. Weitere Anregungen bietet der Ratgeber zur Frage, welcher Duft zur eigenen Persönlichkeit passt.
Handgelenke besser nicht aneinander reiben
Nach dem Sprühen werden die Handgelenke häufig sofort aneinandergerieben. Oft heisst es, dadurch würden Duftmoleküle „zerstört“. So pauschal ist diese Erklärung nicht überzeugend. Mechanisches Reiben zerlegt ein Parfum nicht einfach in seine Bestandteile.
Trotzdem ist das Verreiben unnötig. Es verteilt die Flüssigkeit auf eine grössere Fläche, erwärmt die Haut durch Reibung und kann die Verdunstung beschleunigen. Ausserdem wird der Duft teilweise vom einen auf das andere Handgelenk übertragen. Besser ist es, das Parfum aufzusprühen und von selbst trocknen zu lassen.
Wer eine Uhr oder ein Armband trägt, sollte etwas Abstand dazu halten. Duftstoffe und Alkohol können je nach Material Leder, Beschichtungen oder empfindliche Oberflächen beeinträchtigen.
Hält Parfum auf eingecremter Haut länger?
Auf sehr trockener Haut kann ein Duft subjektiv schneller schwächer werden. Eine duftneutrale Körperlotion kann deshalb eine sinnvolle Grundlage bilden. Sie sollte zunächst vollständig einziehen. Erst danach wird das Parfum sparsam aufgetragen.
Eine stark parfümierte Lotion kann die Duftwirkung dagegen verändern. Wer verschiedene Produkte kombiniert, erhält schnell eine Mischung, die anders riecht als erwartet. Einfacher ist eine unparfümierte Pflege oder eine Körperlotion aus derselben Duftlinie.
Mehr Creme bedeutet nicht automatisch längeren Halt. Wie lange ein Parfum wahrgenommen wird, hängt wesentlich von seiner Rezeptur und Konzentration ab. Hautpflege kann die Bedingungen verbessern, aber aus einem leichten Duft kein besonders lang anhaltendes Parfum machen.
Parfum auf Kleidung: möglich, aber mit Vorsicht
Auf Textilien kann ein Duft teilweise länger wahrnehmbar bleiben als auf der Haut. Das macht Kleidung dennoch nicht zur problemlosen Alternative. Parfum kann auf hellen Stoffen Flecken oder Ränder hinterlassen. Empfindliche Fasern wie Seide sowie Leder, Perlen und beschichteter Schmuck können Schaden nehmen.
Wer einen Duft auf Kleidung verwenden möchte, testet ihn zuerst an einer unauffälligen Stelle. Der Sprühabstand sollte gross genug sein, damit sich kein nasser Fleck bildet. Kleidung, die nur selten gereinigt wird, kann ausserdem verschiedene Düfte über längere Zeit speichern. Das Ergebnis riecht dann schnell unruhig.
Und was ist mit den Haaren?
Ein feiner Duftschleier im Haar verteilt sich bei Bewegung angenehm. Klassisches Parfum enthält jedoch häufig einen hohen Alkoholanteil. Direkt und regelmässig auf trockenes oder strapaziertes Haar gesprüht, kann es zusätzlich austrocknend wirken.
Wer sein Haar beduften möchte, kann ein dafür vorgesehenes Haarparfum verwenden. Eine weitere zurückhaltende Möglichkeit ist, einen einzelnen Sprühstoss aus grösserem Abstand auf eine Haarbürste zu geben und kurz ablüften zu lassen. Bei empfindlicher Kopfhaut oder bereits gereizter Haut sollte darauf verzichtet werden.
Wenn die Haut auf Duftstoffe reagiert
Duftstoffe gehören zu den möglichen Auslösern einer allergischen Kontaktdermatitis. Eine Reaktion kann sich durch Rötung, Juckreiz, Brennen, Schuppung oder kleine Bläschen zeigen. Sie muss nicht beim ersten Kontakt auftreten. Eine Sensibilisierung kann sich auch erst nach wiederholter Verwendung entwickeln.
Reagiert die Haut nach dem Auftragen, sollte das Produkt nicht weiterverwendet werden. Die betroffene Stelle wird vorsichtig abgewaschen. Bei einer starken, grossflächigen oder anhaltenden Reaktion ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Dass ein Parfum als „natürlich“ beworben wird, schliesst eine Allergie nicht aus. Auch ätherische Öle enthalten Duftstoffe, die empfindliche Menschen nicht vertragen.
Wer bereits auf Kosmetik reagiert hat, findet im Beitrag über die Kosmetikallergie weitere Hinweise. Im Zweifelsfall kann eine dermatologische Abklärung helfen, den konkreten Auslöser zu bestimmen.
Licht und Wärme setzen dem Duft zu
Parfum besteht aus einer komplexen Mischung flüchtiger Stoffe. Sauerstoff, Licht und erhöhte Temperaturen können chemische Veränderungen beschleunigen. Besonders ungünstig ist ein Standort auf der Fensterbank, im aufgeheizten Auto, unmittelbar neben einem Heizkörper oder unter einer starken Leuchte.
Auch das Badezimmer ist nicht immer ideal. Wird dort heiss geduscht, schwankt die Raumtemperatur regelmässig. Ein dicht verschlossener Flakon nimmt zwar nicht einfach die Luftfeuchtigkeit auf. Die wiederkehrende Wärmebelastung ist trotzdem vermeidbar.
Ein geschlossener Schrank oder eine Schublade im Schlafzimmer eignet sich meist besser. Dort bleibt es vergleichsweise dunkel und die Temperatur verändert sich weniger stark. Wer die Originalschachtel behält, schützt den Flakon zusätzlich vor Licht.
Muss Parfum in den Kühlschrank?
Für gewöhnliches Parfum ist der Kühlschrank normalerweise nicht erforderlich. Sehr niedrige Temperaturen und das wiederholte Herausnehmen können zu Temperaturschwankungen führen. Ausserdem stehen Kosmetikflakons dort neben Lebensmitteln, was wenig praktisch ist.
Wichtiger als eine möglichst kalte Lagerung ist eine gleichmässige, moderate Raumtemperatur. Gibt der Hersteller besondere Lagerungshinweise an, haben diese Vorrang. Für die meisten Produkte genügt ein dunkler Schrank in einem normal temperierten Raum.
Den Flakon richtig behandeln
Parfumflakons sollten aufrecht stehen. Das reduziert den dauerhaften Kontakt der Flüssigkeit mit Dichtung und Verschluss. Nach der Verwendung wird die Kappe wieder aufgesetzt, sofern eine vorhanden ist. So bleibt der Sprühkopf sauber und wird vor Staub geschützt.
Der Flakon muss nicht geschüttelt werden. Dadurch verbessert sich die Mischung nicht. Bei älteren Flakons kann unnötiges Schütteln vielmehr Luftblasen in der Flüssigkeit verteilen. Entscheidend ist, das Produkt dicht verschlossen und ruhig zu lagern.
Flakons mit funktionierendem Zerstäuber bieten gegenüber ständig geöffneten Splash-Flaschen einen praktischen Vorteil: Bei jeder Verwendung gelangt nur wenig Luft an den Inhalt. Lässt die Sprühleistung nach, sollte die Öffnung vorsichtig gereinigt werden. Mit einer Nadel im Sprühkopf herumzustochern, kann den Mechanismus beschädigen.
Parfum auf Reisen
Ein grosser Glasflakon gehört weder lose in den Koffer noch ins Handschuhfach. Für Ferien sind kleine Originalgrössen oder saubere, dicht schliessende Reisezerstäuber praktischer. Der Behälter wird aufrecht in einem verschliessbaren Beutel transportiert und zusätzlich gegen Stösse geschützt.
Im Hotel sollte das Parfum nicht auf der sonnigen Fensterbank stehen. Auch ein abgestelltes Auto kann sich stark aufheizen. Besser ist ein Schrank im Zimmer. Bei Flugreisen müssen zusätzlich die aktuell geltenden Sicherheits- und Gepäckbestimmungen des jeweiligen Flughafens und der Fluggesellschaft beachtet werden.
Ist ein älteres Parfum noch verwendbar?
Ein leicht veränderter Farbton bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt verdorben ist. Manche Duftbestandteile verändern mit der Zeit ihre Farbe, ohne dass der Duft sofort unbrauchbar wird. Aussagekräftiger ist der Geruch.
Riecht ein Parfum plötzlich deutlich säuerlich, stechend, ranzig oder völlig anders als gewohnt, sollte es nicht mehr auf die Haut gelangen. Auch auffällige Trübungen, ungewohnte Ablagerungen oder eine Hautreaktion sind Gründe, das Produkt auszusortieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einige Rezepturen von Anfang an gefärbt oder nicht vollkommen klar sind.
Auf Verpackung oder Flakon können ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Symbol eines geöffneten Tiegels mit einer Monatsangabe stehen. Diese Kennzeichnung bietet eine bessere Orientierung als pauschale Aussagen wie „Parfum hält immer“ oder „muss nach drei Jahren weg“.
Video-Tipp: Wie gut sind günstigere Duftzwillinge?
Der Beitrag der WDR-Reihe „Ausgerechnet“ zeigt, wie Markenparfums und sogenannte Duftzwillinge entstehen, wahrgenommen und preislich eingeordnet werden.
Fazit
Parfum braucht weder komplizierte Rituale noch zehn Sprühstösse. Wenige gezielte Anwendungen auf unverletzter Haut reichen häufig aus. Das Verreiben der Handgelenke ist überflüssig, und bei Kleidung, Haaren sowie empfindlicher Haut ist etwas Vorsicht sinnvoll.
Für die Lagerung gilt eine einfache Regel: dunkel, aufrecht, gut verschlossen und ohne grosse Temperaturschwankungen. Damit bleibt der Duft zwar nicht unbegrenzt unverändert, seine Alterung lässt sich aber deutlich weniger begünstigen als auf einer sonnigen Fensterbank oder im warmen Badezimmer.
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