Generationenprojekt Viererfeld/Mittelfeld wird trotz höherer Kosten wie geplant weitergeführt

Die Kosten der Stadt Bern für das Stadtentwicklungsprojekt Viererfeld/Mittelfeld steigen gegenüber der Grobkostenschätzung von 2019 um mindestens 80 Millionen Franken. Hauptgründe sind die PFAS-Belastung des Bodens, damit verbundene zusätzliche Planungsaufwände sowie die aufgelaufene Bauteuerung. Zusätzlich erfolgt eine Korrektur der Planungsmehrwertabgabe um 26 Millionen Franken.

Der Gemeinderat lässt deshalb Entscheidungsgrundlagen erarbeiten für den Umgang mit Kosten, die den 2023 von den Stimmberechtigten gesprochenen Kredit übersteigen. Die Kostenentwicklung steht der Weiterarbeit am Generationenprojekt nicht im Weg. Der Baustart mit Beginn der Bodenaufwertung ist weiterhin für Herbst 2027 vorgesehen.

Das Projekt Viererfeld/Mittelfeld wurde in den vergangenen 18 Monaten wesentlich weiterentwickelt. Auf Basis des Masterplans wurden die Vorprojekte und der Detailerschliessungsplan erarbeitet, die unterschiedlich weit fortgeschrittenen Teilprojekte wurden konsolidiert und es wurden Anpassungen an der Projektorganisation für die kommenden Bauphasen beschlossen. Gleichzeitig wurden die Kosten neu geschätzt und die Auswirkungen der PFAS-Belastung des Bodens vertieft abgeklärt (siehe Medienmitteilung vom 4. Dezember 2025: https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/viererfeld-mittelfeld-nur-schwache-pfas-bodenbelastung).

Nach heutigem Kenntnisstand ist gegenüber den Grobkostenschätzungen von 2019 mit zusätzlichem Aufwand im Umfang von mindestens 80 Millionen Franken zu rechnen. Die Stimmberechtigten hatten auf Basis der damaligen Schätzungen einen Kredit für städtische Leistungen im Umfang von rund 200 Millionen Franken bewilligt.

Ursachen mehrheitlich nicht beeinflussbar

Ein grosser Teil der Kostenentwicklung ist auf Faktoren zurückzuführen, die durch das Projekt nicht beeinflusst werden können. Die Mehrkosten, die durch die Aufbereitung der PFAS-Belastung des Bodens entstehen, werden auf rund 24 Millionen Franken beziffert. Die Schadstoffe wurden im Frühjahr 2025 nachgewiesen. Für das weitere Vorgehen legte der Kanton auf Antrag der Stadt projektspezifische Richt- und Prüfwerte fest, die im November 2025 vom Bundesamt für Umwelt bestätigt wurden. Ein Teil des Bodens kann damit wie geplant – jedoch mit grossem zusätzlichem Aufwand – auf dem Areal verwertet werden. Belastetes überschüssiges Bodenmaterial muss hingegen kostspielig verbrannt und entsorgt werden.

Ebenfalls beziffert werden können die 21 Millionen Franken, die seit 2019 bis heute an Teuerung aufgelaufen sind. Berücksichtigt werden hierbei die effektive Teuerung sowie die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes.

Lediglich geschätzt werden können zusätzliche Aufwände im Bereich der Infrastruktur, die teilweise durch die Folgen der Bodenaufbereitung entstehen sowie weitere Kosten, die in der fortschreitenden Planung sichtbar werden. Zum Beispiel führt die PFAS-Belastung nicht nur zu direkten Entsorgungskosten, sondern hat Auswirkungen auf einzelne Teilprojekte und die Abwicklung des Gesamtprojekts. Diese zusätzlichen Kosten werden im weiteren Projektverlauf konkretisiert. Sie belaufen sich auf mindestens 35 Millionen Franken, befinden sich damit aber im Bereich der bei Grossprojekten üblichen Kostenungenauigkeit und werden entsprechend auch einer dort üblichen Kostenoptimierung unterzogen.

Korrektur beim Umfang der Planungsmehrwertabgabe

Zusätzlich zu den 80 Millionen Franken Mehraufwand ergeben sich weitere rund 26 Millionen Franken aus der Neubeurteilung der Planungsmehrwertabgabe. Sie steigt von ursprünglich 9,4 Millionen auf rund 35 Millionen Franken. Diese Korrektur wird aufgrund eines Hinweises der Finanzkontrolle vorgenommen. Die höhere Abgabe fliesst in die Spezialfinanzierung Planungsmehrwertabgabe und kommt damit dem städtischen Gesamthaushalt zugute, während das Finanzvermögen belastet wird. Zurzeit wird geprüft, ob und in welchem Ausmass die zusätzliche Abgabe für die Finanzierung der Infrastruktur in der Gesamtentwicklung Viererfeld/Mittelfeld verwendet werden kann, was dieses wieder entlasten würde.

Generationenprojekt wird weitergeführt

Als nächster Schritt erarbeitet die Verwaltung Entscheidungsgrundlagen für den Umgang mit den nicht beeinflussbaren Kosten und mit verbleibenden Kostenüberschreitungen. Dabei wird die Frage geklärt, ob auf einzelne Projektelemente verzichtet werden kann und in welcher Höhe ein Nachkredit nötig ist. Die entsprechenden Entscheidungsgrundlagen sollen dem Gemeinderat spätestens im Sommer 2027 vorliegen.

Die Kostenentwicklung steht der Weiterarbeit am Generationenprojekt nicht im Weg. Auf dem rund 19 Hektar grossen Areal soll ein neues Wohnquartier mit hoher Wohnqualität entstehen. Vorgesehen sind zudem Arbeitsplätze, Naherholungsgebiete und eine neue Schule. Insgesamt sollen rund 3000 Menschen auf dem Areal wohnen können. Der Baustart mit Beginn der Bodenaufwertung ist nach heutigem Stand weiterhin im Herbst 2027 vorgesehen.

 

Quelle: Stadt Bern
Bildquelle: Symbolbild © ultramansk/Shutterstock.com