Schweizer Unternehmen bauen Wellbeing-Strategien vorsichtig aus

Während Wohlbefinden am Arbeitsplatz in den vergangenen Jahren fest in Schweizer Unternehmen verankert wurde, zeigen neue Zahlen, dass Unternehmen vorsichtig, aber deutlich voranschreiten.

Eine aktuelle Umfrage des Recruitment-Spezialisten Robert Walters unter Schweizer Geschäftsleitern und Führungskräften zeigt, dass mehr als ein Drittel der Unternehmen ihre Wellbeing-Initiativen bis 2026 ausbauen möchte, während die Mehrheit den aktuellen Ansatz beibehalten will.

Behutsames Wachstum der Wellbeing-Strategien

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass 38 % der Unternehmen ihre Wellbeing-Initiativen bis 2026 leicht erweitern möchten. Die grösste Gruppe (44 %) erwartet, dass die aktuelle Strategie unverändert bleibt, während 9 % sogar einen Rückgang prognostizieren.

„Dass mehr als ein Drittel der Schweizer Unternehmen ihre Wellbeing-Initiativen ausbauen möchte, zeigt, dass Wellbeing zunehmend im strategischen HR-Denken verankert ist“, sagt Christian Atkinson, Country Director bei Robert Walters Schweiz. „In einem kompetitiven Arbeitsmarkt ist dies ein wichtiges Signal von Arbeitgebern, die aktiv in Motivation und mentale Resilienz investieren wollen.“

Work-Life-Balance unter Druck

Die Wahrnehmung der Work-Life-Balance entwickelt sich weniger positiv. Nur 16 % der Befragten sagen, dass Mitarbeitende ihre Balance im Vergleich zu vor zwei Jahren als verbessert empfinden. Demgegenüber geben 28 % eine Verschlechterung an, und weitere 9 % sprechen sogar von einer deutlichen Verschlechterung. Für ein Drittel blieb die Balance unverändert.

„Dennoch sehen wir, dass sich die Wahrnehmung der Work-Life-Balance nicht überall verbessert“, ergänzt Christian Atkinson. „Für viele Organisationen ist das ein Weckruf. Wer das Wohlbefinden der Mitarbeitenden strukturell in der Unternehmenskultur verankert, wird langfristig sowohl Engagement als auch Produktivität steigern.“

Motivation als grösstes Risiko für die Produktivität

Auf die Frage, was sie 2026 als grösstes Risiko für die Produktivität sehen, antworteten 56 % der Führungskräfte, dass fehlende Motivation oder mangelnde Bindung die grösste Bedrohung darstellt. Zudem nennen 22 % Burn-out und mentale Gesundheitsprobleme als entscheidende Risiken. Hohe Fluktuation (13 %) und Kompetenzlücken (6 %) werden weniger häufig genannt.

„Die wichtigsten Risiken – mangelnde Bindung und mentale Gesundheit – hängen eng zusammen“, erklärt Christian Atkinson. „Unternehmen, die jetzt in Wellbeing, Führungskräftetraining und mehr Autonomie am Arbeitsplatz investieren, stärken nicht nur ihre Teams, sondern auch ihre Attraktivität für Talente.“

Eine Chance für Fortschritt

Die Kombination aus vorsichtigem Wachstum der Wellbeing-Strategien, einer unter Druck stehenden Work-Life-Balance und der Erkenntnis, dass Motivation und mentale Gesundheit die grössten Risiken darstellen, erfordert laut Experten entschlossenes Handeln.

„Wellbeing darf kein isoliertes Projekt sein, sondern muss Teil der gesamten Unternehmenskultur werden“, schliesst Christian Atkinson. „Organisationen, die ihren Führungskräften die richtigen Tools geben und ihren Mitarbeitenden Vertrauen und Anerkennung schenken, schaffen eine resiliente, motivierte Belegschaft, die bereit für die Zukunft ist.“

Die Erkenntnisse in dieser Pressemitteilung basieren auf einer Stichprobe, die Robert Walters im September 2025 durchgeführt hat. An der Umfrage nahmen 400 Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer teil, die aus verschiedenen Branchen, Fachbereichen und Erfahrungsstufen stammen. Alle Teilnehmenden sind Organisationen und Fachkräfte, mit denen Robert Walters im vergangenen Jahr zusammengearbeitet hat. Diese breite Repräsentation bietet einen nuancierten Blick auf die Trends, Herausforderungen und Chancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt.

 

Quelle: Robert Walters
Bildquelle: Symbolbild © Harbucks/Shutterstock.com