Neue Fortschritte bei Alzheimer: Hoffnung auf frühere Diagnose und bessere Behandlung

Alzheimer gehört zu den häufigsten Ursachen für Demenz – und bislang gibt es keine Heilung. Umso grösser sind die Hoffnungen auf neue Therapien und eine frühere Diagnose. Roche präsentiert an der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) in London neue Daten zu einem innovativen Wirkstoff sowie zu Bluttests, die Alzheimer künftig einfacher nachweisen könnten.

Die internationale Fachkonferenz findet vom 12. bis 15. Juli 2026 statt. Insgesamt stellt Roche 18 wissenschaftliche Arbeiten vor. Im Mittelpunkt stehen neue Erkenntnisse zum experimentellen Antikörper Trontinemab sowie zu Bluttests, welche die Diagnose einer Alzheimer-Erkrankung erleichtern sollen.

Neue Therapie soll Alzheimer möglichst früh bremsen

Besonders grosse Aufmerksamkeit erhält der Wirkstoff Trontinemab. Dabei handelt es sich um einen noch nicht zugelassenen Antikörper, der gezielt krankhafte Amyloid-Ablagerungen im Gehirn angreift. Diese Eiweissablagerungen gelten als eines der typischen Merkmale der Alzheimer-Erkrankung.

Roche präsentiert neue Langzeitdaten aus einer Phase-Ib/IIa-Studie. Untersucht wurden dabei unter anderem die Sicherheit der Behandlung, der Abbau von Amyloid-Ablagerungen sowie verschiedene Biomarker.

Gleichzeitig laufen bereits zwei internationale Phase-III-Studien bei Menschen mit früher symptomatischer Alzheimer-Erkrankung. Zusätzlich plant Roche mit der Studie «PrevenTRON» erstmals eine grosse Untersuchung bei Menschen, die noch keine Gedächtnisprobleme haben, aber ein erhöhtes Risiko für Alzheimer aufweisen.

Bluttest könnte Diagnose deutlich vereinfachen

Neben neuen Therapien setzt Roche auch auf eine frühere und einfachere Diagnose. Im Mittelpunkt steht dabei der Bluttest Elecsys pTau217, der kürzlich die CE-Kennzeichnung erhalten hat.

Der Test soll helfen, typische Alzheimer-Veränderungen im Gehirn sowohl zu bestätigen als auch auszuschliessen. Dadurch könnten Betroffene schneller Klarheit erhalten, ohne dass in jedem Fall aufwendige Untersuchungen wie eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder eine Untersuchung des Nervenwassers notwendig werden.

Auf dem Kongress werden neue Daten vorgestellt, welche die Leistungsfähigkeit des Bluttests sowohl in Hausarztpraxen als auch in spezialisierten Gedächtnisambulanzen untersuchen.

Früher erkennen, früher behandeln

Nach Angaben von Roche verfolgt das Unternehmen das Ziel, Alzheimer möglichst früh zu erkennen und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder langfristig sogar zu verhindern.

„Unser Ziel ist es, moderne Diagnostik und innovative Therapien zusammenzubringen, damit möglichst viele Menschen mit Alzheimer früher erkannt und behandelt werden können“, sagt Dr. Levi Garraway, Chief Medical Officer von Roche.

Auch Matt Sause, CEO von Roche Diagnostics, betont die Bedeutung neuer Bluttests: „Mit der Zulassung unseres Elecsys-pTau217-Bluttests wird eine schnelle und eindeutige Alzheimer-Diagnose für deutlich mehr Menschen zugänglich.“

Noch keine neue Therapie verfügbar

Wichtig ist: Trontinemab befindet sich weiterhin in der klinischen Entwicklung und ist derzeit noch nicht zugelassen. Die an der AAIC präsentierten Daten dienen dazu, die laufende Forschung voranzutreiben und den Nutzen der Behandlung weiter zu untersuchen.

Die neuen Bluttests sind hingegen ein wichtiger Schritt, um Alzheimer künftig einfacher und früher diagnostizieren zu können. Fachleute gehen davon aus, dass eine frühzeitige Diagnose zunehmend an Bedeutung gewinnt – insbesondere, wenn künftig mehr krankheitsmodifizierende Therapien verfügbar werden.

 

Quelle: Roche
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