3D-Druck ermöglicht patientenspezifische Kontaktlinsen in nur 20 Minuten Herstellung
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag business24.ch businessaktuell.ch Forschung Gesundheit Handel Innovation Magazine Medizin nachrichtenticker.ch News Produkte Strategie Technologie Themen Trends Unternehmen Wirtschaft xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Forschern der University of Waterloo ist bei der Herstellung von Kontaktlinsen ein Durchbruch gelungen. Die Kombination neuer Silikonmaterialien und fortschrittlichen 3D-Drucktechnologien ermöglicht in nur 20 Minuten die patientenspezifische Herstellung von Kontaktlinsen.
Damit wird der Weg für Linsen geebnet, die sich bei einem einzelnen Besuch beim Optiker erstellen lassen. Bisher konnte es Wochen und Monate dauern, bis die passenden Kontaktlinsen endlich gefunden waren. Details sind in „Materials & Design“ publiziert.
Hochpräzise Plattform
Die Experten haben eine „Digital Manufacturing Platform“ entwickelt. Laut der leitenden Wissenschaftlerin Shirley Tang verfügen die neuen Kontaktlinsen über die optische Klarheit und die mechanische Leistung, die auch von handelsüblichen Kontaktlinsen zu erwarten ist. Silikon wird bei Kontaktlinsen häufig eingesetzt, da dieses Material sicher, biokompatibel und sehr sauerstoffdurchlässig ist. Herkömmliche Silikonmaterialien sind mit dem 3D-Druck jedoch nicht kompatibel.
Also entwickelte das Team der University of Waterloo eine neue hydrophile Silikonformulierung. Sie ist speziell auf die additive Fertigung ausgerichtet und behält dabei die für die Herstellung von Kontaktlinsen erforderlichen Eigenschaften. Laut Tangs Kollege Sayan Ganguly konstruiert die Software eine Linse mit einer inneren Oberfläche, die genau der Hornhaut des Patienten entspricht. Die äussere Oberfläche liefert dann die erforderliche Korrektur der Sehstärke, heisst es weiter.
Linsen sind biokompatibel
Da Objekte aus dem 3D-Printer schichtweise aufgebaut werden, kann es bei gekrümmten Oberflächen zu winzigen Unvollkommenheiten kommen, die die Klarheit und den Tragekomfort verringern. Daher kommt ein ultradünnes, berührungsloses Beschichtungsverfahren zum Einsatz, das die Oberfläche der Linsen glättet, ohne dass darunter die optische Leistung leidet. Labortests zeigen, dass die neuen Linsen biokompatibel sind. Studien mit Patienten sind bereits geplant.
Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © New Africa/Shutterstock.com