Summit zeigt autonome Flughafen-Shuttles und Robotaxis in der Schweiz
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Auto Behörden Business business24.ch businessaktuell.ch Digitalisierung Events events24.ch flughafen.ch Infrastruktur Innovation Lifestyle Magazine Management Mobilität motortipps.ch Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Organisationen Orte Produkte Projekte Regionen Schweiz Schweiz Strategie Technologie Themen Transport Trends Unternehmen Verkehr Wirtschaft Ⳇ Verbreitung
Der ausgebuchte, europaweit erstmals durchgeführte Automated Mobility Summit hat bewiesen, dass die Schweiz über das Talent, die Pilotprojekte und die regulatorischen Rahmenbedingungen verfügt, um autonome Mobilität zum Wohl der Gesellschaft erfolgreich voranzubringen. Was jetzt folgen muss, ist eine Entscheidung: mutig in diese Vision investieren – oder die Chance ungenutzt lassen.
Der erste Automated Mobility Summit (AMS), organisiert von SAAM (Swiss Association for Autonomous Mobility), fand am 4. und 5. Mai 2026 im Switzerland Innovation Park Zurich in Dübendorf statt. Während zwei Tagen versammelten sich mehr als 300 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Ingenieurinnen und Ingenieure, Politikerinnen und Politiker, Transportunternehmen und Investierende aus ganz Europa, Asien und den USA, um den Stand der autonomen Mobilität zu beurteilen und die konkreten Schritte zu definieren, die nötig sind, um Pilotprojekte in dauerhafte Anwendungen zu überführen.
Ein klares Signal für die Zukunft
- Einer der grössten Automated-Mobility-Anlässe Europas mit über 300 Teilnehmenden (ausgebucht) aus Europa, Asien und den USA
- Hochrangige Teilnehmende: CEOs, nationale Politikerinnen und Politiker, Transportunternehmen und Regulierungsbehörden
- 8 autonome Fahrzeuge vor Ort: 2 für Live-Testfahrten verfügbar (PixMoving & LOXO), 6 zum Entdecken und Anfassen
- Die Botschaft war unmissverständlich: Autonome Mobilität ist kein Laborexperiment mehr. Sie ist heute auf Schweizer Strassen in Betrieb.
- Mit 33 automatisierten Fahrzeugen auf öffentlichen Strassen seit 2015 und geschätzten 100 bis 2028 gehört die Schweiz zu den führenden europäischen Ländern im Bereich autonome Fahrzeuge.
Automatisierte Fahrzeuge in der Schweiz im Einsatz
- Loxo / Planzer (Bern): Europas erste Level-4-Paketzustellung im städtischen Betrieb
- Embotech (Schweiz & weltweit): Täglich über 3’000 autonom bewegte Fahrzeuge in Fabriken und Häfen
- TGA SCCL / Arbon (Thurgau): Automatisierter Bus (20 Passagiere), der 7 Tage pro Woche durch das Stadtzentrum fährt
- ULTIMO (Region Genf): 15 Level-4-On-Demand-Shuttles, die in wenigen Monaten die Grenze zu Frankreich überqueren werden.
- PostAuto / AmiGo (Ostschweiz): Bis zu 25 Robotaxis für app-basiertes Ride-Pooling in ländlichen Regionen
- Swiss Transit Lab (Furttal, ZH–AG): Autonomer öffentlicher Verkehr mit 6 Fahrzeugen, Inbetriebnahme 2026
- Zurich Airport: Autonome Mitarbeiter-Shuttles auf dem Vorfeld zwischen den Gates, fahrerloser Betrieb geplant ab Q3 2026
- Urban Places Lab / ARIVE³ (Basel): Grenzüberschreitender autonomer First-/Last-Mile-Service für die Schweiz, Deutschland und Frankreich
„Key Actions for Switzerland“: Was steht auf dem Spiel?
Das hochrangige Podium am Dienstagnachmittag brachte unter der Moderation von Mélanie Freymond Entscheidungsträger zusammen.
- Jürg Röthlisberger – Direktor, Bundesamt für Strassen (ASTRA)
- Emmanuelle Vandamme – Präsidentin, belgischer Bundesausschuss für Mobilität & Transport
- Barbara Schaffner – Nationalrätin
- Jürg Wittwer – CEO, TCS
- Stefan Regli – CEO, PostAuto
- Amin Amini – CEO, LOXO
- Vibeke Harlem – Head of Radical Innovations, Ruter (Norwegen)
Ihr gemeinsames Fazit: Die Schweiz verfügt über die nötigen Voraussetzungen. Was jetzt fehlt, ist der strategische Mut, darauf aufzubauen – nicht um einen Wettbewerb zu gewinnen, sondern um das Versprechen einer sichereren, nachhaltigeren und zugänglicheren Mobilität für die Bevölkerung einzulösen.
Die SAAM-Roadmap: Schweizer Mobilität nachhaltiger gestalten
- Vision, Ziele und Meilensteine bis 2040 für den Personen-, Güter- und Individualverkehr
- Automatisierte Fahrzeuge sollen in das Mobilitätssystem integriert werden, um es sicherer, effizienter, nachhaltiger und für alle zugänglich zu machen.
- Automatisierte Fahrzeuge werden innerhalb von 15 Jahren Teil des Schweizer Alltags sein – wenn jetzt die Entscheidungen getroffen werden.
- Die vollständige Roadmap ist verfügbar unter saam.swiss
Die Finanzierungsfrage: Jetzt handeln
Die Schweiz wendet jährlich rund CHF 8 Milliarden für Subventionen des öffentlichen Verkehrs auf. Ein Teil dieses Betrags muss umgewidmet oder es müssen neue Budgetposten geschaffen werden, um den Übergang zur autonomen Mobilität im grossen Massstab zu finanzieren.
Der Summit hat klargemacht: Das Geschäftsmodell für Level-4-Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr trägt sich nicht von selbst. Eine Co-Investition der öffentlichen Hand in der Übergangsphase ist kein optionales Zusatzelement: sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Schweiz das Versprechen der autonomen Mobilität als öffentliches Gut einlösen kann.
Quelle: SAAM – Swiss Association for Autonomous Mobility
Bildquelle: Sébastien Martos, CreaVision